Zynismus, Zorn, Perfektionismus durch Meditation lösbar?

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9 Antworten

Hi! Ich hatte auch eine zeitlang immer wieder mal Mettameditation gemacht. Obwohl ich die Methode prinzipiell gut finde, habe ich keine deutlich spürbaren Fortschritte damit machen können. Vielleicht habe ich dabei einfach nicht konsequent und regelmäßig genug geübt.

Kürzlich ist mir aber ein Licht aufgegangen. Um das mal vorübergehend loszuwerden, Hass Zynismus, usw. ist es bloß notwendig eine dieser Konzentrationsstufen zu erreichen. Also ich meine bereits bei der sogenannten Zugangskonzentration, in jedem Fall aber beim 1. Jhana ist das alles auf einmal wie weggeblasen. Ich war sogar fähig mit einem echt großen A****loch übers Wetter, oder Ähnliches zu plaudern. Also diese gelöste Phase dauert nach meiner Erfahrung ca. 30 Min. nach Ende der Meditation an. 

Damit ist das Ziel zwar noch nicht erreicht das dauerhaft loszuwerden, aber man bekommt mal einen Eindruck was möglich ist. Und das ist wirklich unglaublich. Also nur um auf den Geschmack zu kommen, würde ich mal probieren in Sachen Konzentration weiterzukommen. 

Die “Konzentrations-Meditation” besser ausgedrückt Samatha-Meditation bildet auch eine hervorragende Vorbereitung für die Vipassana-Meditation, mit deren Hilfe es möglich ist solche Tendenzen dauerhaft auszurotten.

Leider gibt es zu Samatha nur wenig Literatur und kaum Meditationsgruppen/-lehrer. Eine, die es hier zur Meisterschaft gebracht hatte, war die deutsche Nonne Ayya Khema. Allerdings hatte die m.E. nicht viel pädagogisches Talent. Kürzlich hat einer ihrer Schüler Leigh Brasington ein Buch in Englisch herausgegeben: Right Concentration, a practical guide to the Jhanas. Auch interessant die par Abschnitte, die Daniel Ingram (siehe Zeh-Verlag) in seinem Hauptwerk über Samatha geschrieben hat. Oder die Website ich-will-meditieren.de, Sichwort Samatha, da ist auch eine schöne kurze Anleitung. 

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Kommentar von TaoEnergy
08.03.2017, 16:49

Wie lange hast du Metta praktiziert?

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Die Metta-Meditation ist eine hervorragende Übung und Praxis im Zusammenhang mit deinem Anliegen! Gute Wahl!

Vielleicht habe ich jetzt einen falschen Eindruck, aber mir kam es so vor, als wenn du sehr schnell Resultate willst (was ja nicht erstaunlich wäre, wenn du dich als leistungsorientiert schilderst).
Lass es mehr geschehen, als es 'herstellen' zu wollen.
Bei dieser Meditation kann sich dein Herz öffnen ('liebende Güte') - das reicht! Der Prozess wird sich erweitern ...
Gute Wünsche für dich!


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Vergebung beinhaltet mehrere Aspekte, sich vergeben, was man sich selbst und anderen angetan hat, der anderen Person vergeben, was sie einem in der Vergangenheit angetan hat. Liebevoll mit sich selbst umgehen und die eigenen Widerstände akzeptieren.

Als gute Einsteiger-Meditationen empfehle ich die CD von Jack Kornfield: "Meditation für Anfänger". Als erfahrene Meditierende mache ich die Meditationen immer noch sehr gerne.

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Du willst also deinen Drang, geistige "Leistung" und Perfektion zu erbringen (was du als krankhaften Charakterzug beschreibst), ausgerechnet mit Meditation beseitigen?

Mein Tipp: Mache was praktisches. Fange an in der Obdachloseneinrichtung zu arbeiten, helfe Flüchtlingen beim Deutschlernen etc.

Das was du beklagst, ist Egoismus. Und der findet sich in deiner Liebe zu deiner Meditation wieder: Du tust sie nicht aus einer gebenden Intention heraus, sondern nur, um DICH SELBST zu veredeln.

Deshalb tue etwas, wo du wirklich ANDEREN Menschen hilfst, ohne eine direkte Gegenleistung zu bekommen.

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Beginn doch erstmal damit ein einfaches Mantra zu rezitieren, was Dich grundsätzlich beruhigt.

Ich denke, Du solltest erstmal den Zynismus "bearbeiten", das erschwert nur das Leben.

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Würde Dir raten: 1.Sport, der Dich körperlich fordert und Spaß macht ,evtl. Mannschaftssport, 2.eine Psychotherapie z.B. Verhaltenstherapie, 3.danach oder währenddessen Meditation.


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Ich war früher auch ziemlich egozentrisch und es "knallte" oftmals, sobald mir jemand (emotional gefühlt) etwas näher kam. Das verdross mich häufig, denn andererseits wünschte ich mir mehr menschliche Nähe. Psychotherapie in Einzelsitzung hatte mir nicht geholfen, aber vielleicht lag das auch am ungeeigneten Therapeuten/in. Genau wie du fand ich zur buddhistischen Metta-Meditation. Und jetzt kommt das Wichtigste: Ich habe die Meditation bei einer Gruppe gelernt, die sich 1x wöchentlich trifft. Ich habe auch täglich alleine zu Hause geübt, (was ebenfalls wichtig ist), aber die tiefgreifensten Veränderungen, schnellsten Fortschritte und schönsten Erlebnisse hatte (und habe) ich beim gemeinsamen Üben in der Gruppe. In der Psychologie ist dieser Gruppeneffekt (auch Gruppendynamik genannt) bekannt. Man braucht den freundlichen Kontakt zu anderen Menschen, die uns schon ein Stück "voraus" sind, die das schon (mehr oder weniger) verwirklicht haben, was man selber auch erreichen möchte.
In der Regel treten dabei vorübergehend Minderwertigkeitsgefühle auf. Das ist normal, und da wirst auch du nicht drumherum kommen. Es kann schwierig werden, wenn man diese "schwachen" und verletzlichen Seiten bei sich selbst entdeckt. Dann ist es hilfreich, dies gegenüber Menschen denen man vertraut, offen zu legen. Du wirst über die Akzeptanz und Nichtwertung der Anderen erstaunt sein. Das macht es leichter, metta für sich selbst zu entwickeln. Das ist ganz wichtig, denn bevor wir Andere lieben können, müssen wir erst uns selbst lieben können. Lehnt man Eigenschaften bei sich selber ab, wird man dies auch bei Anderen ablehnen.
Bei vielen Menschen ist es so, dass sich hinter einer äußeren "harten Schale" mit dem Großteil an Energie ein sanfter, herzensguter, aber schwacher Kern befindet, dem die Energie fehlt. Die äußere Energie knallt dann häufig um sich, um den inneren schwachen Teil zu schützen. Sie äußert sich destruktiv statt konstruktiv. Die Auswirkungen fühlst du dann als "Unzufriedenheit", wie du schreibst.
Im Laufe der Persönlichkeitsentwicklung werden diese beiden Anteile wieder vereint. Die egozentrische abwehrende Kraft verbindet sich mit dem schwachen, sich verletzt fühlendem Metta-Kern zu einem geheilten herzensgutem und tatkräftigem Ganzen. Du wirst dann wahrlich "beherzt" zur Tat schreiten können, sowohl gut für dich selbst als auch gut für Andere da sein können, und mit Kritik anders umgehen können. "Wie anders", fragst du? Nun,  :-)  mache dich auf den Weg, und du wirst es selbst erfahren!

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Also mir hat kiffen + lustige Filme sehr geholfen, ich weiß nicht ob du deshalb Meditieren solltest. Du kennst ja deine Probleme, jedes mal wenn du einen Fehler machst kannst du dir ja kurz auf dir Zunge beißen, so lernst du das auch schnell. 

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Meditiere, bleib am Ball. Pretend to be Buddha, until you become Buddha.

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