Zynische theoretische Frage?

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3 Antworten

Dann müsste der Pathologe erst mal feststellen, ob das Opfer tatsächlich erschossen oder nur verletzt wurde und durch den Aufprall gestorben ist. Da zwischen beiden Ereignissen nur Bruchteile von Sekunden, maximal einige Sekunden liegen, dürfte es sehr schwer festzustellen sein, woran das Opfer tatsächlich starb. Deshalb kein Tötungsdelikt, da der Beweis fehlt. 

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Mit Sicherheit, denn Du hast ihn ja umgebracht, nicht der Sturz. Die Tatsache, dass er ohnehin gestorben wäre ist dafür nicht relevant. Mit derselben Argumentation könntest Du jeden finalen Krebspatienten erschießen.

Du rutscht damit aber in den Bereich der Sterbehilfe. Die Frage, ob man einen Sterbenden vom Leid erlösen darf, wird ja hinlänglich diskutiert. Und auch jemand, der von einer Klippe in den sicheren Tod fällt ist ja ein Sterbender.

Das ist übrigens eine ähnlich zynische/interessante Frage wie die, warum die Todesspritze in den USA steril sein muss.


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Hi BotMod,

das ist eine gute Frage und behandelt ein kleines strafrechtliches Problem (hypothetische Kausalverläufe; Reserveursachen).

Fraglich ist in solchen Fällen, ob die Handlung (Schuss) kausal bzw. ursächlich für den Erfolg (Tod) ist, weil der Tod unzweifelhaft kurze Zeit später ohnehin eingetreten wäre.

Solche hypothetischen Kausalverläufe, nach denen der gleiche Erfolg in anderer Weise später ebenfalls eingetreten wäre, sind allerdings unbeachtlich. Für Kausalität des Verhaltens für den Erfolg reicht jede noch so geringfügige Beschleunigung des Erfolgseintritts.

Kleine Abwandlung: sollte tatsächlich, wie von furbo erwähnt, nicht mehr geklärt werden können, welche Ursache zum Tod führte, (oder als dritte Möglichkeit: ob der Fallende schon während des Sturzes starb) dann müsste in dubio pro reo angenommen werden, dass der Schuss nicht kausal für den Tod war.

Es bleibt dann jedoch die Versuchsstrafbarkeit gem §§ 212, 22f. StGB. Sofern Mordmerkmale vorliegen auch gem. §§ 211, 212, 22f. StGB.

Viele Grüße, JS

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