Zweifel am Insektensterben?

10 Antworten

Wer wie ich seit Jahrzehnten Auto fährt, kann das schon hinlänglich bestätigen.

Früher war im Sommer die Frontscheibe bis zur Undurchsichtigkeit mit toten Insekten verklebt. Andauernd machte es "Klatsch".

Das ist so gut wie verschwunden. Ich habe die letzten Jahre fast keine Viecher mehr auf der Scheibe.

Wer das in Zweifel stellt, kann das nur tun, in dem er eigene Zählungen anstellt, die zu anderen Ergebnissen kommen. Bauchgefühle und Meinungen sind bei sowas unzulässig.

Woher ich das weiß: eigene Erfahrung

Ich habe die Gegenteilige Erfahrung gemacht. Viele Menschen haben mit erschrecken festgestellt das es ein Insektensterben gibt.
Gerade ältere Autofahrer überlegen immer wieder, warum es immer weniger tote Insekten bei Überlandfahrten auf der Frontscheibe gibt. Dann bemerken sie sofort das es weniger Vögel gibt, weil denen das Futter ausgeht.
Sie werden nachdenklich, suchen nach den Gründen und nach Lösungen.

Weniger Vögel kann es auch dadurch geben weil es mehr andere Tiere gibt. Katzen, Waschbären, Greifvögel, Menschen - das sind alles Raubtiere gegenüber den normalen Vögeln.

Viel Feind, viel Ehr hilft hier den normalen Vögeln nicht. Besonders der Mensch ist für die Zugvögel Gift, bedenkt man das in Ägypten auf 800 Kilometern entlang des Nils ein Vogelnetz nach dem anderen hängt. Greifvögel, aber auch Krähen und Elstern sind bei uns stark geschützt. Wenn sich diese nun entsprechend vermehren brauchen die auch mehr Futter und diese sind nun einmal auch Nesträuber. Auch von Nestern die sonst nur schwer erreichbar sind.

Bei den Autofahrern muß man natürlich bedenken das heutzutage die Windschutzscheiben erheblich flacher sind und deshalb die Insekten auch nicht mehr so frontal aufprallen. Noch dazu verteilen sie sich auch auf erheblich mehr Fahrzeuge, bzw. durch den stärkeren Verkehr hat man auch mehr Luftbewegung auf und an der Straße weshalb hier nicht mehr so viele Insekten zu finden sind.

Auch trägt allerdings auch unser Straßenbauamt einen Teil dazu bei. Durch die Pflege der Straßenränder durch Mulchmähwerke und "Staubsauger" werden hier auch sehr viele Biotope zerstört, somit weniger Lebensraum für die Insekten.

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@Agrartechniker
das heutzutage die Windschutzscheiben erheblich flacher sind

Ich fahre seit 35 Jahren nur alte Gurken. Z.Z. einen Ford Transit von 2000. Der hat eine recht steile Windschutzscheibe. Ich kann aber auch hier den massiven Rückgang bestätigen.

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@realsausi2

Möchte ich ja nicht bezweifeln. Aber wir haben ja nicht nur einen Effekt. Der zweite ist ja der durch den höheren Autoverkehr. Dieser bedingt auf der Strecke erheblich mehr Luftbewegung und wer schon mal einer Fliege auf der Windschutzscheibe zugeschaut hat wie sich diese "festkrallt" wenn es ihr zu schnell wird, der, glaube ich, kann sich auch vorstellen das die Tiere die Straßen schon mal aufgrund der starken Lufbewegungen meiden.

Paß aber mal Abends auf, wenn weniger Verkehr ist. Da sind dann auf einmal wieder die Insekten da.

In den Städten haben wir allerdings auch noch das Problem der "Lichtverschmutzung". Sind doch die ganzen Straßenbeleuchtungen wahre Todesfallen für die Tiere. Was ja auch schon wissenschaftlich nachgewiesen wurde. Hinzu kommt natürlich das diese auch immer steriler wurden. Sprich keine Lebensräume für die Tiere überbleiben. Will man ja auch nicht haben, sind ja lästig. Besonders auf den Windschutzscheiben und erst recht die Mücken....

Aber auf dem Land, die Landbevölkerung, diese dürfen sie ruhig traktieren. Irgendwo muß es ja einen Ausgleich geben. Nur wenn man auf dem Land alles unter Naturschutz stellt, dann stellt sich irgendwann einmal die Frage: Wo bekommen wir unser Essen her? Von Distel- und Brennesselsamen wurde bisher noch keiner fett.

Verständlich?

Das Problem ist in erster Linie der Mensch selber. Er ist zwar auch Natur, sieht es aber nicht so. Er sieht sich da anscheinend außen vor. Als Zuschauer, dabei ist er mittendrin und jeder ist mitverantwortlich für das was geschieht.

Man braucht nur sich dessen eingestehen das jede Existenz eine Andere beeinträchtigt. Wo ich stehe hat kein Anderer Platz, auch keine Mücke. Werden Straßen gebaut, Häuser, dann ist kein Platz für die Natur.

Seit 1950 hat sich aber die Weltbevölkerung, der Mensch, in seiner Anzahl mehr als verdreifacht. Von 2,5 Mrd. auf knappe 8 Mrd. Menschen hatten wir in den letzten Jahren eine regelrechte Explosion. Da braucht man sich nicht wundern über entsprechende Veränderung in der Umwelt. Auch nicht beim Klima und das sich das irgendwie auswirkt sollte eigentlich auch verständlich sein.

Das ein jeder bewußt und sorgfältig mit seiner Umwelt umgehen sollte, sollte jedem klar sein. Panik und Hysterie schüren, Horrorszenarien heraufbeschwören ist hier vollkommen fehl am Platze.

Das sollte man auch immer im Hinterkopf behalten, wenn mal wieder die Grünen, BUND, NABU und Co. irgendwas zum Besten geben. Wenngleich diese ja immer nur unser Bestes wollen.... Fragt sich nur was der Einzelne darunter versteht....

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@Agrartechniker
Aber auf dem Land, die Landbevölkerung, diese dürfen sie ruhig traktieren.

Ich lebe auf dem Land. Rundum sind landwirtschaftliche Flächen, wie haben einen kleinen Wald mit Soll (kleines Gewässer).

Ein Bekannter hatte vor ca. 25 Jahren ein Haus auf dem Land aufgegeben, weil die Fliegen ihn irre gemacht haben. Die breiten Leimstreifen für Kuhställe waren im Wohnzimmer innerhalb von zwei Tagen schwarz von Fliegen.

Wenn ich hier übers Jahr mal ein Dutzend zu sehen kriege ist das schon viel. Auch Mücken, obwohl sowohl Fließ-wie auch stehende Gewässer reichlich vorhanden sind, halten sich sehr in Grenzen. Maikäfer habe ich seit über 20 Jahren keinen mehr gesehen.

Da braucht man sich nicht wundern über entsprechende Veränderung in der Umwelt.

Das ist sicherlich richtig. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass der Hauptteil der negativen Einflüsse in den Industrieländern emittiert wird, wo der Anstieg an Menschen nicht so explosiv war. Es allein am Zuwachs der Weltbevölkerung festzumachen ist nicht zielführend.

wenn mal wieder die Grünen, BUND, NABU und Co. irgendwas zum Besten geben.

Diese Organistationen sind sicher nicht immer perfekt, waren aber die letzten Jahrzehnte ein existentiell wichtiges Korrektiv für ein aus dem Ruder laufendes Wirtschaftssystem. Natürlich müssen die im Wechselspiel der Kräfte auch mal hoch ansetzen, um am Ende gegen das Beharrunsvermögen der Gier überhaupt etwas durchsetzen zu können, bzw. ein Bewusstsein zu schaffen, dass andere zum Handeln bewegt.

Diese Organisation auf die Einwerbung von Geld zu reduzieren ist Polemik, die jeder Grundlage entbehrt. Im Gegensatz zum menschenverachtenden Agieren von z.B. Monsanto haben sie ideelle Ziele. Die muss man ja nicht teilen, aber Bereicherung gehört ganz sicher nicht zu deren Schwachstellen.

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@realsausi2

 "Bereicherung gehört ganz sicher nicht zu deren Schwachstellen":

Sind sie sich da sicher? Von was glauben sie leben die, haben ihr Einkommen?

"Fliegen":

vor 25 Jahren, da gab es vielleicht noch Kühe auf der Weide, vielleicht sogar noch einen Bauern in der Nähe. Sollte sich dies alles erledigt haben, dann brauchen sie sich nicht wundern, haben sie keine Fliegen mehr.

Jeder Bauernhof ist ein kleines Biotop, aber ausgerechnet dies wird durch die immer höheren Vorschriften die die Landwirtschaft auferlegt bekommt zunichte gemacht. Gleichzeitig wird aber nicht unbedingt mehr für das Produkt bezahlt. Der Milchpreis z.B. 1984 lag bei ca. 31 Cent, bei 3,7 % Fettgehalt. Heute werden ca. 35 Cent bezahlt, die Milch muß aber 4 % Fett beinhalten.

Die Anbindehaltung z.B., was glauben sie werden all die kleinen Betriebe tun, die diese jahrhundertealte Form der Viehhaltung noch betreiben? Sie werden aufhören! Damit verschwinden dann nicht nur die Rinder von der Weide, sondern auch noch die Fliegen. Damit einher geht auch noch für die Schwalben der Verlust der Nistplätze. Da greift ein Rädchen ins Andere.

1950 gab es in DE-West 1,5 Mio. Landwirte. Heute sind es in ganz Deutschland noch 267.000. Letztes Jahr hörten von den rinderhaltenden Betrieben wieder 4 % auf. In diesem Jahr hat sich die Anzahl der Milchkühe um über 60.000 Tiere reduziert. Glauben sie das hätte keine Auswirkungen auf die Insekten? Der Mistkäfer und die Schmeißfliege braucht Mist. Mit dem Schwinden der Rinder schwinden auch diese. Aber wir brauchen ja keine mehr.

Es gibt viele Ursachen des Insektenschwundes, aber hier mal wieder rein reflexartig auf die Landwirtschaft einzudreschen ist mehr als billig. Jeder sollte bedenken das er die Landwirtschaft braucht. Woher kommt denn sein Essen. Das Brot auf dem Teller. Da sollte lieber mal ein jeder still sein und dankbar für jeden Bauern, der diese Arbeit macht. Ansonsten müßte es am Ende noch wieder jeder selber machen. Wäre ihnen das lieber?

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@Agrartechniker
Von was glauben sie leben die, haben ihr Einkommen?

Ich sehe erstmal nichts Verwerfliches darin, dass jemand für seine Arbeit bezahlt wird. Das ist doch keine Bereicherung.

Aber deren Bilanzen sind jedem zugänglich, so dass man sich über die Verwendung der Mittel ein Bild machen kann.

aber hier mal wieder rein reflexartig auf die Landwirtschaft einzudreschen ist mehr als billig.

Ich habe mich zu den Ursachen ja gar nicht ausgelassen. Natürlich kann man die Landwirtschaft nicht allein verantwortlich machen. Habe ich aber auch nicht getan.

Ich bin weder Landwirt noch sonstwie Spezialist. Ich stelle nur mir aufgefallene Umstände dar.

müßte es am Ende noch wieder jeder selber machen.

Ich lebe nicht zuletzt auch deswegen auf dem Land, um zumindest einen Teil meiner Lebensmittel selbst zu erzeugen. Das ist weit entfernt von einer Autarkie. Das muss ich mir auch nicht antun. Ich habe auch schon mal Hühner gehalten und auch geschlachtet. Es ist aber auch klar, dass eine so romantisierte "Landwirtschaft" nicht den Bedarf einer großen Gesellschaft decken kann.

Heute werden ca. 35 Cent bezahlt, die Milch muß aber 4 % Fett beinhalten.

Das ist etwas, was sich tatsächlich meinem Verständnis entzieht. I.d.R. ist es doch der Verkäufer, der einen Preis bestimmt. Mir als Verbraucher wäre es völlig recht, wenn der Milchpreis für mich um 20 Cent per Liter stiege, wenn ich sicher sein könnte, dass die beim Bauern ankommen. Es gibt ja regionale Vermarktungskonzepte, die das abbilden. In meiner Region hier in Meck-Pom habe ich sowas noch nicht entdecken können.

Du würdest wohl der Landwirtschaft ein besserer Fürsprecher sein, wenn Du das mit weniger Dogma darstellen würdest. Das gilt natürlich auch für BUND, Greenpeace und Co. Hier die NGOs gegen die Landwirte auszuspielen ist kein zielführender Ansatz. Es braucht beide. Im Widerstreit und in der Kooperation.

Vor allem aber braucht es Verbraucher, die sich ihrer Marktmacht und Verantwortung endlich bewusst werden. Dazu können Landwirte und Umweltverbände gleichermaßen einen Beitrag leisten.

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In der Sci Fi gibt es die Theorie, dass die Insekten den Menschen überleben würden.
Naja, erscheint wohl nicht ganz stimmig.

Bei den Veganern gibt es die Hypothese, dass man Insekten essen solle, womit sich der Welthunger erledigen würde.
Naja, man kann nichts essen, was ausstirbt, oder.

Mittels Gentechnik werden Mücken geimpft, zum verträglichen Ableben.
Wer braucht schon Mücken, oder Spinnen?
Und wer braucht schon Schädlinge in der Landwirtschaft?
Ameisen im Haus sind auch nicht gerade sehr beliebt.

Das mit den Blümchen und Bienchen...

In der SciFi geht es um Wanzen

Insekten zum essen sollen gezüchtet werden, nicht als Wildfang verkauft werden.
Veganer befürworten das nicht.

Mücken, Spinnen und andere Insekten dienen vielen Lebewesen als Nahrung oder als Samenverteiler zur Fortpflanzung. Nichts ist in der Natur unnütz.

Die sogenannten Schädlinge haben natürlich eine Daseinsberechtigung und können ohne chemische Gifte in Zaum gehalten werden.

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@Dimido

ohne diese chemischen Gifte ist aber z.B. kein Rapsanbau wirtschaftlich möglich. Nur 1 % der Anbaufläche von Raps ist biologisch angebaut. Auch gab es vor diesen chem. Giften gegen Rapsglanzkäfer, Rapserdfloh, Kohlschotenmücke und und und fast keinen Rapsanbau.

Durch diesen haben aber die Bienen früh eine Riesenfläche an Bieneweide. Viel früher als es sonst in der Natur normal der Fall ist. Hier wird nur wieder etwas hochgepuscht um Panik zu verbreiten.

Bis auf den Menschen ist in der Natur tatsächlich nichts unnütz, nur macht sich dieses unnütze Subjekt am meisten breit und beeinflußt seine Umwelt am stärksten.

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