Zwangsversteigerung Mietrecht

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6 Antworten

Geht es um Gewerberaum, hat der Ersteigerer das einmalige Recht zur Kündigung des Gewerbemietvertrages mit gesetzlicher Frist (6 Monate zum Kalendervierteljahr) zum nächstmöglichen Termin.

Bei Wohnraum hat er ebenfalls ein Kündigungsrecht, in diesem Fall aber muss -wie bei anderen Wohnraummietverhältnissen auch- ein berechtigtes Interesse (Eigenbedarf) vorliegen. Dieses berechtigte Interesse wird dann im Fall eines Räumungsrechtsstreits vom Gericht gegenüber dem im einzelnen begründeten Interesse des Mieters abgewogen, in der Wohnung bleiben zu wollen. In der Regel wiegt das Recht des Eigentümers dabei schwerer. Ausnahmen: z.B. hohes Alter, Krankheit des Mieters, Suizidgefahr etc.

ALSO,

was auch immer hier geschrieben wird, wenn der neue Eigentümer deine Wohnung in einem Verfahren ersteigert, hat er ein ausserordentliches Kündigungsrecht von drei Monaten, hier hat ANDEREAAS mit seiner Antwort völlig recht, alle anderen Antworten sind nicht richtig!!!! Bei einem Erwerb durch die Versteigerung braucht der neue Eigentümer kein Eigenbedarf oder ähnliches anführen, dies ergibt sich schon aus den Namen der Kündigungsmöglichkeit, die nämlich lautet:AUSSERORDENTLICHES KÜNDIGUNGSRECHT

von diesem Recht kann der neue Eigentümer gebrauch machen.

Bei einer Zwangsversteigerung hat Der neue Eigentümer ein kurzfristiges Kündigungsrecht , und zwar bis zum 3. Werktag des folge Monats wo der Zuschlag erteilt wurde . Ein Beispiel: Zuschlag vorm Amtsgericht ist am 15. Juni dann läuft die kurzfristige Kündigung am 4. Juli ab. Die Kündigungsfrist ist die gesetzliche. Danach hast Du wieder normalen Kündigungsschutz. Anders sieht es bei einer Eigentümerswohnung aus. Die kann mit einer Frist von 4 Wochen gekündigt werden.

Aber mit einer sehr genauen Begründung für Eigenbedarf. Das ist die einzige Möglichkeit für 3 Jahre nach Eigentumsübergang, sofern mit Gründe durch den Mieter entstehen.

Eigene Härtefälle, Eingabe "miete härtefälle", da gibt es einige.

Ganz so einfach ist es nicht, dass ein neuer Eigentümer einfach kündigen kann. Denn im Regelfall "übernimmt" er beim Kauf die bestehenden Mietverträge! Und an die hat er sich zu halten. Ein gangbarer Weg wäre für den neuenEigentümer, wenn er "berechtigtes" Eigeninteresse, also Eigenbedarf, anmeldet.

Härtefälle betreffen vor allem alte Leute, denen ein Umzug kaum noch zu zumuten ist, dann auch Familie mit (minderjährigen) Kindern.

Viele Informationen findest Du bei Google "mietrecht kündigung" oder "mietrecht kündigungsschutz".

aschaub 18.06.2011, 00:35

Das gilt bei normalem Verkauf, aber nicht bei einer Zwangsversteigerung. Und um diese scheint es sich bei der Frage zu handeln. Und hier gilt dann das außerordentliche Kündigungsrecht.

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Der neue Eigentümer könnte wegen Eigenbedarf kündigen, dann hast Du schlechte Karten. Ansonsten hat er schlechte Karten, könnte aber Deine Miete im erlaubten Maß anheben.

jockl 15.06.2011, 21:02

Aber auch nur wenn der Vorbesitzer diese Möglichkeit in den letzten 18 Monaten vor Eigentumsübergang nicht schon ausgeschöpft hat.

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