Zwangsstörung bei Kindern

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Rituale ordnen das Leben und setzen Orientierungspunkte. Zwangshandlungen helfen Unsicherheit und Angst weg zu halten. Wenn er sich sicherer fühlt, kann er diese Handlungen abbauen - nicht umgekehrt!

Also was hilft? Wo kannst du deinem Sohn mehr Sicherheit geben? Mehr Orientierung, mehr Halt? Wie kannst du ihn stützen, dass er sich selbst als o.K. empfindet und Vertrauen zu sich und seinem Körper findet. Kannst du ihm Zeit widmen und einfach nur bei ihm sein, eine Stunde nur zuhören? nichts vorschreiben, nicht an ihm rumkritisieren?

Kann er sich völlig auf dich verlassen? Egal wer das Sorgerecht hat. Stehst du zu deinem Wort, wenn du etwas versprochen hast, hältst du dich genau dran? oder muss er auch erfahren, dass oft etwas dazwischen kommt, und nicht alles stimmt, was er gesagt bekommt.

Er ist in einer schweren Lebensphase. Er sollte jetzt eine stabile Bezugsperson haben, mit der er sich auseinandersetzen und streiten kann und gleichzeitig voll die Sicherheit der uneingeschränkten Liebe spüren. z.B. sprich mit ihm.....Du bist mein geliebter Sohn und wirst es immer bleiben, egal was passiert. Ich will, dass du regelmässig lernst und nicht rauchst. Deine Gesundheit, dein leben, deine Zukunft sind mir wichtig.....

Muss mich meinem Vorredner anschließen, etwas konkreter wäre da besser.

Aber grundsätzlich hat eigentlich fast jeder Mensch Rituale und Ticks, das ist noch lange nicht krankhaft - erst wenn diese mit so starken Einschränkungen einhergehen, dass man darunter leidet kann man von einer krankhaften Störung (Neurose) sprechen (EDIT:) oder eben wenn noch andere Dinge miteinhergehen (Angststörungen etc.)

Also mir fällt dazu nur ein Fall ein, der aber wahrscheinlich ganz anders ist, als bei deinem Kind, aber ich schreib's mal auf: Bei uns (ich bin Lehrerin) war in der 1. Klasse Grundschule ein Mädchen, intelligent und völlig normal im Verhalten, das plötzlich immer häufiger zur Toilette ging ... schlussendlich war es ungefähr alle 3 Minuten und das ging wochenlang so! Die Mutter (Lehrerin in der Nebenklasse) war natürlich ziemlich verzweifelt und konnte es sich nicht erklären, ging zum Arzt usw. ... alles wurde abgeklärt, nichts organisches oder so gefunden ... der Psychologe sagte, man soll das Kind einfach mal machen lassen. Das Mädchen musste nicht mal fragen, ob es aufs WC darf. Durfte also immer aufstehen und rausgehen ... wochenlang ging es alle paar Minuten auf die Toilette. Es war irgendwie grauenhaft, ich hatte solches Mitleid ... aber wir sagten nichts, haben es einfach ignoriert, so getan, als ob alles normal sei ... und irgendwann war es vorbei! Vielleicht ist es bei deinem Sohn auch so? Mein Bruder litt einmal (in der Pubertät) unter Waschzwang ... er war schulisch überfordert (totaler Streber mit alles Einsen) ... von selbst kam er aber wieder von diesem Zwang ab ... jetzt ist er erwachsen und ich muss sagen, er ist schon immer noch ziemlich übergenau und manchmal etwas zwanghaft, aber er hat sein Leben im Griff ... war aber auch beim Psychologen.

Psychologe ist schon in Arbeit. Denke allerdings Verhaltenstherapeut wäre besser.Habe leider noch keine Mitentscheidung, da die KM noch das alleinige Sorgerecht hat.

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