zwangseinweisung oder wie?

13 Antworten

Lieber angelito289!

Zwangseinweisung ginge nur, wenn Deine Tante auf der Straße mit dem Brotmesser schreiend hinter Deinem Cousin herliefe - also wenn wirklich alles zu spät ist. Denn bei Zwangseinweisung "marschiert" eben keiner mehr raus aus der Psychiatrie!

Außerdem ist dann völlig klar, dass Deine Tante mit Euch nichts mehr zu tun haben will. Wenn Ihr ihr zu sehr auf den Pelz rückt, zieht sie vielleicht sogar weg, und Ihr könnt Euren Cousin nicht mehr unterstützen. Am besten ginge natürlich alles, wennIhr Eure Tante vorsichtig überzeugen könntet...Aber sie hat ja schon klargemacht, dass das nicht so einfach ist. In diesem Fall kann Dein Cousin nicht mehr ewig lange auf ihre Einsicht und auf Hilfe warten, und das Amt müsste eigentlich Deine Tante einfach übergehen...

Eure Tante tut mir echt leid mit ihrem Problem. Aber letztendlich ist sie erwachsen. Derjenige, um den es hier gehen sollte, ist der 10 Jährige Sohn!!!

Dem Jugendamt ist völlig klar, dass hier gleich zwei Umstände das Kindeswohl gefährden: Einmal der Alkoholismus. Dann die Depressionen, aber nur dann, wenn die Tante ihre Antidepressiva eben NICHT mehr nimmt! (Ich bin selbst depressiv und arebeite seit 9 Jahren sehr erfolgreich mit Tageskindern. ABER MIT TABLETTEN, weil man dann eben "Normal" ist! ) Ohne diese Tabletten würde mir das Jugendamt sofort die Erlaubnis entziehen!!! Und zwar zu recht. Denn das depressive Verhaltensmuster wird auf das Kind übertragen. Von den seelischen Verletzungen (nicht wahrgenommen werden usw.) mal ganz abgesehen!

Der Junge muss so schnell wie möglich aus der Situation raus. Da gibt es mehrere Möglichkeiten. Ich meine, dass der ASD (Allgemeiner sozialer Dienst) dem Jugendamt sozusagen vorgeschaltet ist. So dass dieser sich erst mal ein Bild machen und dann über weitere Maßnahmen entscheiden kann. Den allgemeinen Sozialen Dienst gibt es vielleicht nicht in jeder einzelnen Stadt, aber im Kreis (im zweifelsfalle Landeshauptstadt). Fragt doch erst mal da nach, das Jugendamt würden diese dann wohl einschalten.

Ich hatte mal einen Pflegesohn, der wohnte für dieses eine Jahr bei mir, damit seine abhängige Mutter genug Zeit hatte, in der Klinik und ReHa gesund zu werden und ihr Leben wieder auf die Reihe zu bekommen. In dieser Zeit hatte ihr Sohn ein vergleichsweise normales Leben bei mir - mit zuverlässiger Versorgung, Schule und Schularbeitenhilfe, Nachhilfe, Teilnehmen an kulturellen Veranstaltungen, Urlaub, Kontakte mit anderen Jugendlichen, normale Freizeitaktivitäten usw. Was er vorher eben alles nicht so hatte. Nur, dass er natürlich seine Mutter schrecklich vermisste!

Aber er durfte sie regelmäßig dort besuchen, das war Bestandteil unseres Pflegevertrages.

Und es hat funktioniert! Nach dem Jahr hat seine Mutter ihn wiederbekommen, und sie können nun ihr Leben unter ganz anderen Bedingungen fortsetzen. Sie wusste: Wenn ich nicht durchhalte, sehe ich mein Kind noch nicht wieder...

Vielleicht ist so etwas ja eine Möglichkeit für die beiden? Es gibt aber betimmt noch andere. Eure Familie wird sich an diesem Fall die Zähne ausbeißen und der Cousin auf der Strecke bleiben. Bitte, holt Euch professionelle Hilfe!!!

Ich drücke Euch ganz fest die Daumen.

Ja, der sozialpsychiatrische Dienst des Gesundheitsamtes ist die richtige Adresse. Es geht ja primär um das Kind, was wohl automatisch in die Rolle des Co-Abhängigen gedrängt wird. Das ist eine viel zu starke Belastung.

Das jugendamt würde ich auch auf jedenfall kontaktieren. Falls du dich nicht traust gleich voll und ganz in die offensive zu gehen kannst du zuerst auch telefonisch u d auch anonym und rat fragen. Es klingt fast ein bisschen danach dass du evtl bisschen angst vor der reaktion deiner tante hast wenn du zum jugendamt gehst?! Die zwangseinwrisung darf nur durch einen arzt erfolgen. Ein arzt darf jemanden aber nur zwangseinweisen mit einem FFE (führsorglicherfreiheitsentzug) wenn eine fremd und oder selbstgefährdung vorliegt. Dieser bleibt dann 24 h aufrechterhalten und die ärzte in der psychiatrie können diesen dann verlängern. Ich wünsche dir viel glück...es ist ein schwerer weg aber ich finde es schön dass du die augen nicht verschliesst und deinem cousin helfen willst!

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