Zwangsbehandlung in der Psychiatrie

7 Antworten

Das ist überhaupt nicht illegal. Liegt nach dem Gutachten eines Arztes eine akut Fremd- oder Eigengefährdung vor, dann kann man Eingewiesen werden. Allerdings muss spätestens am nächsten Tag ein richterlicher Beschluss erfolgen.

Zur Zwangsbehandlung ist es so, dass sie nur auf richterliche Anweisung erfolgen darf, wenn der Betroffene aufgrund seiner Erkrankung keine Einsicht in die schwere seiner Krankheit hat und sie darf nur zur Wiederherstellung seiner Einsichtsfähigkeit dienen. Ist ein Erkrankter in der Lage seine Krankheit zu erkennen und lehnt trotzdem eine Behandlung ab, dann darf diese nicht erfolgen, auch wenn es nach Meinung der Ärzte besser für ihn wäre. Zudem müssen vorher versuche unternommen worden sein die Einsichtsfähigkeit auf anderem Wege zu erreichen und sie müssen gescheitert sein.

In Deutschland kann ein Mensch gegen seinen Willen mit Hilfe von zwei Gesetzen in eine psychiatrische Einrichtung eingewiesen werden: zum einen durch die Ländergesetze zur Behandlung psychisch Kranker (PsychKG) und zum anderen nach dem bundesweiten Betreuungsrecht. Nach letzterem werden schätzungsweise rund 100.000 Menschen zwangseingewiesen – aus vielen Bundesländern fehlen aber verlässliche Daten. Das Betreuungsrecht wird von Patienten-, Ärzten- und Betreuerverbänden kritisiert. Zu willkürlich und vorschnell würde den Betroffenen die Freiheit entzogen. Es gibt aufgrund der Zahlen aus dem NRW-Gesundheitsministerium ein Ranking für betroffene Menschen: Männliche Großstädter, alte und behinderte Menschen und Personen aus niedrigen sozialen Schichten werden häufiger eingewiesen als etwa Vermögende. Auch eine Studie der Universität Siegen aus dem Jahr 2006 weist auf subjektiv motivierte Einweisungen hin: So würden manisch-depressive Chefs eher als cholerisch eingestuft, wohingegen arme Menschen mit denselben Symptomen schneller als psychisch krank eingeschätzt würden.

Quelle: http://www.zeit.de/gesellschaft/familie/2011-08/betreuung-psychiatrie

Nirgendwo in Europa! Allerdings braucht man ein Attest von zumindest einem?, möglicherweise mehreren Fachärzten.

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