Zuverlässiges Auto für Schüler/Student?

5 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Hallo!

Bezüglich dem Mercedes C180 kann ich nur zustimmen, da ich so einen Wagen fahre. Ich bin nie besser und billiger Auto gefahren, all die genannten Punkte kann ich exakt so unterstreichen.

Außer Rost, gelegentlich klemmenden Zündschlössern (ab Mopf 2 von 1997 defekte Elcode-Schlüssel) oder ausgeleierten Spurstangenköpfen sowie Ölverlust am Differenzial droht beim W202 kein Problem -----> was nicht dran ist, geht nicht kaputt, das fast gänzliche Fehlen sinnloser Elektronik reduziert mögliche Fehlerquellen drastisch. Die Ersatzteile sind im Vergleich zu anderen Fahrzeugen preiswert.

Rost am Unterboden ist selten & auch die Wagenheberaufnahmen sind hier anders als beim W124 oder dem 190er kein großes Thema. Der W124 von meinem Opa (230E von 1989) war übrigens bei fast identischer Behandlung des Fahrzeugs mit 20 Jahren schon mehrfach geschweißt worden und das an unterschiedlichen Stellen, mein W202 ist nach ebenfalls 20 Jahren ungeschweißt und inzwischen auch wieder rostfrei. 

Die in Bremen gebauten Modelle sind aber besser, meine Limousine ist auch ein Bremer & die in Sindelfingen gebauten C-Klassen sind definitiv schlechter. Man sollte bei der Fahrzeugnummer aufpassen: "WDB2020181A..." weist auf das Herstellerwerk Sindelfingen hin, "WDB2020181F..." weist auf Bremen-Sebaldsbrück hin. Bremer sind definitiv besser! 

Die Bremer haben lt. meinen Infos etwas später auf die Wasserlacke umgestellt & außerdem die Autos intensiver eingewachst.. deswegen war es mir bei der Suche nach einem 202 damals auch wichtig einen Bremer zu finden & einen Sindelfinger hätte ich mir auch nicht gekauft. 

Wenn du einen findest, der noch nicht stark angeknabbert ist, und so etwas gibt es durchaus, kannst du hier einen Freund fürs Leben haben. Gerade die Modelle der früheren Jahrgänge (bis zur Modellpflege Mitte 1997, die vieles anders und nicht alles besser machte) sind oftmals erstaunlich rostarm trotz hohen Laufleistungen & gerade den C180 kann man sehr günstig kriegen. 3500 Euro sind sehr teuer bzw. utopisch für solche Autos & bei einem silbernen 180er mit wenig Kilometern aber einem modernen Radio, das sich kein Senior einbaut, denke ich immer -----> der Enkel will Opas Benz, den er geschenkt bekam, für teuer Geld verkaufen.. sorry! Mit 1700-1800 Euro kommt man gut hin!

Eine andere Option wären typische für die meisten "langweiligen" und daher günstigen Rentnerlimousinen der späten 90er, die sind technisch durchweg solide und haltbar. Da ist es bei passender Vorgeschichte fast egal, ob man sich einen Opel-Vectra B, Mazda 626, Citroen Xantia, Audi A4 (B5 Baureihe) oder Mitsubishi Charisma kauft.

Diese Details kannte ich z.T. noch gar nicht.

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@Hamburger02

Ich beschäftige mich in meiner Freizeit gern & ausgiebig mit alten Mercedes der 80er/90er, vorallem mit W202, W210 und W140. Ist ein großes Hobby von mir!

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@rotesand

Klar, so hat jeder sein Spezialgebiet. Mich darfst du z.B. zu NSU oder Alpine ausfragen. ;-)

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Hi, danke euch beiden für die ausführlichen Antworten.

Habe mir den W202 auch schon angeschaut, find den auch optisch sehr ansprechend. Ein echter Klassiker eben. Meine Vater hatte so einen früher auch - bloß hatten wir ziemliche Rostprobleme leider.

Allerdings habe ich halt echt doch bedenken dass bei einem über 20 Jahre alten Auto viele Reperaturen übers Jahr gesehen anfallen - vorallem Verschleissteile. Oder meint ihr bei gepflegten aus 1. Hand werde ich damit keine Probleme haben?

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@BSSK91

Gerne!

Ein W202 dürfte dank seiner robusten Auslegung sogar unterm Strich weniger Ärger machen als bspw. ein zehn Jahre jüngerer VW-Konzernkompakter -----> klar steckt man nie drin, aber die W202 sind jetzt auch in dem Alter, in dem echt üble Exemplare schon lang sonst wo sind^^ da hat sich die Spreu vom Weizen längst getrennt!

Außerdem sind die meisten C180 bei sehr seriösen Menschen unterwegs, die ihre Autos nicht vergammeln lassen und das Geld haben, alles ordentlich machen zu lassen, was ansteht.

Klar steckst du nie drin, aber das Risiko bei einem halbwegs gewarteten W202 ist berechenbar & geringer als bei deutlich jüngeren Kleinwagen. Außerdem sind die Ersatzteile durchweg günstig.

Ich gebe meinen stets zu Mercedes, habe in den letzten vier Jahren und gut 50000 Kilometern lediglich den Luftmassenmesser (ca. 300 Euro) und einmal die Bremsbeläge und -scheiben reihum außer der Reihe gehabt, ebenso einen Satz Reifen - ansonsten eben die Inspektion jedes Jahr. Da kann man echt nicht meckern finde ich :)

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@BSSK91

Was Verschleißteile betrifft, spielt das Alter keine Rolle sondern nur die gelaufenen KM. Wenn der allerdings stets bei Mercedes pünktlich gewartet wurde, sollte es da auch keinen Wartungsstau geben. Und gerade der W202 ist berühmt dafür, sehr solide gebaut zu sein und auch im fortgeschrittenen Alter seine Zuverlässigkeit zu behalten. Wenn evtl. einer angeboten wird, wo die wichtigsten Verschleißteile vor kurzem gemacht wurden, womit gerade bei dem auch oft geworben wird, hast du da nicht mehr zu erwarten, als bei einem neueren, der womöglich ordentlich geheizt wurde. Da kann man dann auch gerne etwas mehr hinlegen.

Das Alter spielt beim Rost eine Rolle. Daher auch der Tipp, darauf ganz besonders zu achten. Es gibt fast rostfreie Exemplare, wenn die in der Garage standen und gut gepflegt wurden.

Eine Überlegung ist auch, lieber einen älteren mit nicht allzuviel Kilometern für billiges Geld zu kaufen und den gesparten Betrag für mögliche Reparaturen zurückzuhalten.

Weil der W202 trotz hohen Alters, was den Preis drückt, dennoch ein sehr zuverlässiges Auto ist, wird er ja als geheimtipp gehandelt.

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@Hamburger02

Dem kann ich nur zustimmen.

Meinen 202er habe ich im April 2013 von einem älteren Lehrer abgekauft, der ihn 1997 als Vorführwagen übernahm und immer wirklich alles machen ließ - vom ersten bis zum letzten Tag bei Mercedes. Ich bekam neben der ganzen Bordmappe noch einen dicken Leitzhefter mit allen Belegen inklusive Kaufrechnung von 1997 und sogar diversen originalen W202 Verkaufsprospekten und Kaufangeboten einiger Frankfurter Mercedeshändler für C-Klasse Vorführmodelle und Jahreswagen mit..!

Da waren auch die Verschleißteile im Wesentlichen alle gemacht, einzig die beide Reifensätze waren etwas älter & wurden von mir nach zwei Saisons ausgetauscht ------> das hat der Mann mir aber auch gesagt, dass man darüber nachdenken sollte, mittelfristig neue Reifen zu kaufen. Ansonsten war nix, außer dass das Wartungsheft trotz noch lang nicht erreichter Laufleistung (ca. 175000 Km, Wartungsheft geht bis 300000) bis auf zwei Inspektionsfelder voll war, weil der ältere Lehrer immer mehr als nötig hat machen lassen. Eine meiner ersten Investitionen war dann ein originales Ergänzungs-Wartungsheft von Mercedes :)

Das ist ein hervorragendes Auto, ich bin sehr zufrieden damit und hoffe, dass ich den noch lang fahren kann. Aktuell habe ich ca. 225700 Km runter und bin mehr als zufrieden damit.

Das mit der Garage kann aber durchaus auch nach hinten losgehen ------> auf meiner Suche habe ich 2012/2013 auch einige sogenannte "Garagenwagen" besichtigt & der traurige Höhepunkt war ein innen neuwertiger aus erster Hand stammender weinroter C180 Elegance von 1997/98, der keine 100000 Km plus Scheckheft von Mercedes zu bieten hatte, aber sein Leben in einer unbelüfteten alten Garage zubrachte und deswegen vollkommen verrostet war.. der hatte alle neuralgischen W202-Stellen in einem solchen unvorstellbaren Ausmaß, dass das selbst für einen 202 der vllt. schlechteste war, den ich je gesehen habe... was kein Einzelfall war, die besseren Benze waren die aus belüfteten Garagen oder gar die "Draußensteher". Meiner hatte null Rost und verbrachte die ersten 16 Jahre in einer Art Halle/Unterstand. 

Eine unbelüftete Garage, in die ein Auto nass gestellt wird das vllt. auch sonst kaum Behandlung genießt, ist für ein Auto das Todesurteil. 

Anderes Extrem ist ein Opel-Askona C von ca. 1988, den in erster Hand recht betagte Freunde von mir fahren --------> der steht schon immer im Carport vor dem Hochhaus und zeigt bis heute null Rost, absolut nix, wurde auch nie geschweißt und außer der Hohlraumversiegelung beim Kauf nie nachträglich behandelt! Und diese alten Opels waren noch rostanfälliger als so ein 90er Jahre Benz ;)

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@rotesand

Sonderfälle gibts natürlich immer. Im Sommer bei warmem Wetter einen regennassen Wagen in eine unbelüftete Garage zu stellen ist für jedes Auto schlimm.  Das ist genauso schlimm, wie ein Auto von der Küste, der der stark salzhaltigen Luft ständig ausgesetzt war. Das gute ist aber: man muss kein Fachmann sein, um zu erkennen ob man eine Rostbeule besichtigt oder nicht. 

In den 1990ern war ja alles in Mode, was sich "light" nannte. So wurde der Ascona nicht selten als "Manta light" bezeichnet.

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@Hamburger02

Stimmt, dazu rostet der W202 zu offensichtlich, wenn er rostet. Das sieht jeder - die Stellen, an denen er anfängt zu gammeln (Türen über und unter Plastikstoßleisten sowie an Kanten, Radläufe, Kofferdeckel rund ums Schloss und Griffleiste; bei Modellen mit Seitenblinker geht es rund um diesen los) sind immer präsent.

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@Hamburger02

Also fahr ich wahrscheinlich mit einem W202 billiger als mit einem 10 Jahre alten Ford Focus MK2?

Falls dem so wäre steht dem W202 nichts im Wege :)

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@BSSK91

Ouh, ausgerechnet den Focus nennst du^^ einen der besten Kompakten seiner Zeit ----> mit dem kann's der W202 aufnehmen, aber welcher besser ist kann man schwer sagen. Die sind beide sehr gut :)

Günstiger in der Wartung ist jedoch der C180, auch da er technisch einfacher ist & etwa ein deutlich billigeres Öl (15W40) eingefüllt werden darf. Die Versicherung wäre zu prüfen :)

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@rotesand

Okay, dann werde ich mich zwischen den beiden entscheiden. Vielleicht mal beide Probefahren:)

Danke für eure/deine Hilfe!

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Was du auch ins Auge fassen könntest wäre ein Mercedes W202 C180

Der gilt sozusagen als Geheimtipp unter günstigen Gebrauchten. Das ist fast der letzte Mercedes, dessen Mechanik äußerst stabil und zuverlässig war und der auch noch kein PC auf Rädern ist, was Reparaturen immer ziemlich teuer macht. Häufig sind die bis heute scheckheftgepflegt und hohe Laufleistungen sind die Regel.

Die große Schwäche ist die Rostanfälligkeit. Hier muss also drauf geachtet werden, dass du einen ohne Rost erwischst, was bei Garagenfahrzeugen noch gut möglich ist. Soweit ich weiß, sind die auch in der Versicherung nicht so teuer.

Habe mal ein beliebiges Beispiel rausgesucht:

https://suchen.mobile.de/fahrzeuge/details.html?id=245055683&ambitCountry=DE&damageUnrepaired=NO_DAMAGE_UNREPAIRED&isSearchRequest=true&makeModelVariant1.makeId=17200&makeModelVariant1.modelDescription=w202&pageNumber=1&scopeId=C&sortOption.sortBy=searchNetGrossPrice&sortOption.sortOrder=DESCENDING

Toyota Starlet und Nachfolger. Technisch top und anbsolut solide, optisch neutral. Einen Starlet kriegst du auch für einen Bruchteil deines Budgets.

Man muss die Dinger zwar mittlerweile echt suchen, weil Starlets wie alte Kleinwagen generell oft mitleidslos zerschlissen werden und wurden, die letzten Modelle in Deutschland auch veraltet und als Neuwagen zu teuer gewesen sind, also selten gekauft wurden ----> aber es sind brutal robuste Kleinwagen.

In der selben Klasse und ähnlich gut sind der Nissan Micra K11 und der Mitsubishi Colt ab 1996. Gute Autos, für anspruchslose Leute die sich aus Autos nix machen eine immernoch ernsthafte Empfehlung!

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