Zutrauliche Katze?

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2 Antworten

Ich hatte eine Katze, die 10 Jahre gebraucht hat, bis sie sich anfassen und streicheln ließ. Da braucht man einfach Geduld. Manche Tiere mögen es einfach nicht, weil sie schlechte Erfahrungen gemacht haben oder in der x-ten Generation verwildert  und einfach mißtrauisch sind. Grundsätzlich würde ich ein Tier zu nichts zwingen. Wenn die Katze es als unangenehm empfindet, auf den Arm genommen zu werden, dann mußt Du das akzeptieren, Du magst es sicher auch nicht, wenn jeder Dich anfaßt.

Nur dann, wenn sie von allein kommt, hast Du Aussicht, daß sie zutraulicher wird, diese Zeit mußt Du ihr geben. Rede mit ihr, leise, erzähl ihr die Sportnachrichten, die Wetterkarte oder das Wort zum Sonntag, Hauptsache, sie verbindet Deine Stimme mit Futter oder Streichel-und Spielversuchen. Irgendwann, wenn Du nicht darauf fokussiert bist, daß sie etwas MUSS, wird sie ankommen, und wenn nicht? Dann ist das eben so, deshalb mögen wir ja Katzen so gern, oder?

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So wie es verschiedene Charaktere bei Menschen gibt, so hat auch jede Katzen einen ganz eigenen Charakter. Manche schmusen gern, andere weniger gern. Einige suchen die Nähe zum Menschen, andere halten sich lieber fern.

Ich bin im Sommer 2014 mit zwei Katzen (10jährige Mutter und 8jähriger Sohn) in eine alte Bauernkate gezogen. Auf dem Heuboden lebte eine Katze, die schon von der Vorvormieterin hier zurückgelassen worden war.

Die ältere Katze war dünn und abgemagert, äußerst scheu und sehr mißtrauisch. Zuerst stellte ich ihr Futter auf die Küchenfensterbank, welches sie sich nur abholte, wenn das Fenster geschlossen war. Dann akzeptierte sie das offene Fenster. Nach einiger Zeit setzte sich die Katz immer auf die Fensterbank, wenn sie Futter haben wollte und ließ es auch zu, daß ich ihr das Köpfchen kraulte. Eines Tages kam sie dann rein, um sich am Futternapf meiner beiden Katzen zu bedienen. Dann suchte sie von sich aus Körperkontakt, strich um meine Beine, maunzte mich an und forderte Streicheleinheiten ab. Als der erste Winter kam, suchte die Katze tagsüber die Küchenwärme, wollte abends aber wieder rausgelassen werden.

Nun ist der zweite Winter da, Minki ist eine proppere, wohlgerundete Katzendame, die in die kleine Katzenfamilie von Mutter und Sohn integriert wurde. Sie frißt mit den beiden zusammen am Napf, fordert sehr intensiv ihre Streicheleinheiten ab und liebt es mitterweile sogar gebürstet zu werden. Sie kommt sogar ab und an auf den Schoß und schmiegt sich in meine Arme. Der Nachbar meinte neulich, daß er nie gedacht hätte, daß aus dieser verwilderten Katze jemals ein Haustier wird, denn er hatte vergebens versucht, die Katze anzufüttern.

Ich halte es mit Tieren eigentlich immer so, daß ich es den Tieren überlasse, den Kontakt zu mir herzustellen und dränge mich ihnen nicht auf. Da haben sich schon manche Mitmenschen drüber gewundert, daß äußerst scheue Tiere den Kontakt zu mir suchen, sich neben mich legen oder auch streicheln lassen, obwohl die sonst nie zu Fremden gehen.

Meiner Meinung nach, spüren die Tiere genau, wer sie als Lebewesen achtet und nicht die Herrschaft über sie zu gewinnen sucht. Da können die Tiere dann Vertrauen aufbauen und unverbindlich Nähe suchen.

Vielleicht versuchst Du es zunächst damit, daß Du Deine Einstellung zum Tier modifizierst und dann wird sich alles andere ergeben. Mein Beispiel sollte Dir nur zeigen, daß sich auch eine alte Katze ändern kann. Also viel Geduld!

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