Zusammenhang zwischen Evolution und den ökologischen Rahmenbedinungen des jew. mensch. Lebensraumes?

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Es ist schwer zu sagen, was genau gemeint ist.

Natürlich hat es diese ökologischen Rahmenbedingungen gegeben. Bei der Menschwerdung hält sich massiv die These, dass es vor ca. 8 Mio Jahren aufgrund des Anwachsens des Himalaya-Gebirges zu einer Klimaveränderung in Afrika gekommen sei. Weite Bereiche entwaldeten sich. Hierdurch mussten die Affen hinunter in die Steppe, wo sie wenig Schutz fanden. Dies habe den aufrechten Gang zur Folge gehabt (man konnte dann z. B. besser sehen, was da kommt). Ferner seien die ersten Hominiden Aas-Fresser gewesen. Selber konnten sie noch nicht jagen. Aber mit einfachen Steinen waren die klügsten unter ihnen wohl in der Lage, übrig gelassene Knochen aufzubrechen und das fette, nährstoffreiche Knochenmark und das Gehirn zu fressen. Eine Folge des Steinaufschlagens war die Werkzeugentwicklung auf Steinbasis (= Steinzeit). Die Früchte, die man vorher aß, gab es ja nicht mehr.

Später hat man sich über die Welt ausgebreitet. In vielen Lokationen ist es wohl zu einem Verschwinden größerer Säugetiere gekommen, die man vorher gejagt hatte. Diese ökologische Änderung initiierte Ackerbau und Viehzucht (die sog. neolithische Revolution), vermutlich zuerst in Mesopotamien. Man wartete also nicht mehr auf die Natur, dass die einem die Nahrung kostenfrei lieferte, sondern man baute sie selbst "im Schweiße seines Angesichts" an.

Das Ausweichen in immer nördlichere Gebiete (dort wo es noch große Pflanzenfresser gab, die anderen hatte man wohl schon niedergemacht), führte zu einer Veränderung der Hautfarbe (wegen besserer Vitamin D-Verwertung), außerdem weiteren Entwicklungen wie Pfeil und Bogen.

Für Ackerbau und Viehzucht waren klare Eigentumsverhältnisse erforderlich, auch an Boden. Das brachte Schrift und Mathematik hervor, also wesentliche Elemente unserer Kultur.

Bei Jared Diamond liest man noch eine andere ökologische Rahmenbedingung: Es war wohl einfacher, die gelernten Techniken bei Ackerbau und Viehzucht in der gleichen Klimazone auszubreiten. Deshalb hat es eine rasche kulturelle Ausbreitung des Menschen von West nach Ost und von Ost nach West gegeben, weniger aber von Nord nach Süd und umgekehrt. Diamond erklärt damit, warum die Entwicklung in Amerika viel langsamer war: Man muss dort fast immer verschiedene Klimazonen überwinden, denk einmal daran, wie schmal Mittelamerika ist. Da kannst du nicht rechts und links gehen.

Die Savannen-Hypothese ist schon widerlegt worden auf Grund von Fossilienfunden und funktioniert auch in der Hinsicht nicht, das der Gang auf zwei Beinen viel langsamer ist als vier. Ich sympathisiere eher mit der Wasser-Affen-Hypothese, aber auch nur eine Hypothese derzeitig, was ist deine Meinung zu dieser?

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Danke für das Sternchen. LG

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Um die Sache noch unnötig zu verkomplizieren: es gibt schon seit längerer Zeit einen Disput in der Geographie. Formt die Umwelt den Menschen oder formt allein der Mensch seine Umwelt?

Dass die Wahrheit irgendwo in der Mitte ist, liegt nah. Trotzdem tendieren die sog. Geo-Deterministen dazu zu sagen, dass der Entwicklungsstand eines Menschen bzw einer Kultur fast ausschließlich an die natürlichen Ressourcen gebunden ist. Das würde für dich bedeuten, dass die ökologischen Rahmenbedingungen über der Evolution stehen. Die Gegner sehen es eher so, dass jeder Mensch / jede Kultur die Möglichkeit hat seine Umwelt so zu formen, dass sie ihm zum Vorteil ist. Hier würde die Evolution die ökologischen Rahmenbedingungen überlagen.

Nur so als Gedanke.

also, besteht der Zusammenhang darin, dass sich die Evolution der Umwelt anpasst, um zu überleben?

ganz einfach: in gegenden, in denen grün nur auf bäumen wächst, haben menschen besonders lange hälse!

also, besteht der Zusammenhang darin, dass sich die Evolution der Umwelt anpasst, um zu überleben?

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@foreeverandmore

ne, die evolution passt sich nicht der umwelt an, die anpassung an die umwelt bzw. die sich verändernden umweltbedingungen heisst "evolution".

wobei - nach dem, was ich noch in erinnerung habe - umstritten ist, was warum passiert.

also das beispiel mit den langen hälsen:

einige forscher behaupten, dass evolution bedeutet, dass die hälse länger werden, DAMIT das tier besser an das grün kommt.

andere sagen, dass die, deren hälse durch evolution mehr oder weniger zufällig länger werden (denn das variieren der vorhandenen eigenschaften durch vererbung ist ein ständiger prozess), eben dann überleben und der art dauerhaft lange hälse verpassen, wenn das eben nützlich ist, zum beispiel, wenn das schönste grün ganz oben auf bäumen wächst ;)

zitier mich im unterricht auf keinen fall wörtlich:)

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@huibu01

Dementsprechend ist die Evolution die Anpassung der Lebewesen an die Umwelt. worin besteht aber nun der Zusammenhan mit der ökologischen Rahmenbedingung?

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@foreeverandmore

in welchem ökosystem lebst du - wie heiss ist es, wieviel wasser gibt es, welche hautfarbe hast du...

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@huibu01

Evolution ist die Veränderung der vererbbaren Merkmale einer Population von Lebewesen von Generation zu Generation. Quelle: Wikipedia

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@Meridan84

ja natürlich - die frage ist, wie, wann und warum passiert das. es gibt ja inzwischen verschiedene theorien, zum beispiel die, dass evolution erlernt wird.

muss ich mich immer nach dem frischen grün strecken, wird dies in der dna als information gespeichert - die folge: lange hälse (um bei dem beispiel zu bleiben).

wer nicht an das frische grün kommt, und sich keine andere futterquelle erschließen kann, der wird selektiert, der stirbt an hunger.

jetzt, wo die angeblich nutzlosen genschnippsel decodiert werden und nicht mehr als "müll" definiert werden, sondern als schaltzentrale dafür, welche gene an und aus geschaltet werden, wird man vielleicht des rätsels lösung näher kommen :)

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Es ist doch einfach:

Evolution erfolgt durch Mutation und Selektion. Beeinflussen die "ökologischen Rahmenbedingungen" die Häufigkeit von Mutationen? Na klar! Bei allen zivilisatorischen gentoxischen Effekten, zB Verschießen von Uranmunition und weltweite Verbringung (Wind) der glasartigen UO2-Nanopartikel, durch das Rauchen, Nitrit in der Wurst, usw.

Beeinflussen die "ökologischen Rahmenbedingungen" die Selektion? Kaum, da die natürliche Selektion beim Menschen weitgehend zivilisatorisch aufgehoben ist.

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