Zusammenhang zwischen Borderline und Prostitution?

12 Antworten

Eine Selbstverletzung wäre Prostitution nur, wenn man sich dabei auch verletzt fühlt. Ich habe hier schon Fragen gelesen, da wollten Frauen unbedingt sich prostituieren. Wenn das quasi ihr Traumjob ist, dann kann man ihnen nicht einfach unterstellen, sie wollen sich selbst verletzen.
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Das andere, was ich sagen möchte ist, dass es verschiedene Möglichkeiten gibt, sich selbst zu verletzen und deswegen Borderline nicht zwingend zur Prostitution führen muss.
Borderlineexperte bin ich zwar nicht, aber ich lese viel öfter darüber, dass diejenigen sich lieber physisch schaden wollen als psychisch.

ich kann es mir durchaus vorstellen.

borderline hat nicht immer was mit körperlicher selbstverletzung zu tun, sondern ganz oft spielt das seelische leiden noch größere rolle.

auch kann es sich zb dadurch äußern, das sich jemand bewusst für eine "unglückliche" beziehung entscheidet, oder zb die sexualpraktik - cuckolding gehört teilweise auch dazu. (ich betone - teilweise! - nicht wenn das seelische leid dabei gespielt ist)....

bordeerline hat ganz viele gesichter.

Ich glaube viel eher, dass das wieder sone Erfindung von den Psychologen ist, die nerven mich schon lange mit ihren angeblichen sogenannten Störungen und Krankheiten, echt ey!

Am liebsten würden diedoch alle Menschen, die psychische Probleme haben, mit Tabletten zuschütten, oder aber einfach wegsperren und dafür kommen denen diese ,,Krankheiten" nur recht. Jetzt wollen sie auch noch Prostituierte ausgrenzen und dissen mit solchen ,,Zusammenhängen", echt ey!

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Die von Dir zitierte Theorie setzt voraus, dass Sexarbeit etwas mit "verletzt werden" und "beschädigt werden" zu tun hat - was ein typisches Klischee über die Paysex-Branche ist. Die allermeisten Männer gehen respektvoll und zärtlich mit den Frauen um und im Gegensatz zu vielen anderen Berufen kann eine Sexworkerin einen unangenehmen, unhygienischen, groben, oder unverschämten Kunden einfach ablehnen. Eine Krankenschwester oder Altenpflegerin hat diese Option nicht!

Da viele Menschen es sich allerdings nicht vorstellen können, dass man mit wildfremden Menschen Sex für Geld hat, wird den Dienstleisterinnen gerne unterstellt sie wären nicht normal, grundsätzlich als Kind missbraucht, psychisch gestört, geisteskrank, krankhaft geldgierig oder würden von brutalen Zuhältern gezwungen.

Wie meist, wenn es um Prostitution geht, reden zwar Alle ÜBER die Prostituierten - aber die Wenigsten MIT ihnen - und das ist schade! Lies mal "Wir sehen uns im Puff!" (Amazon), wenn Du wissen willst wer und warum als Prostituierte arbeitet. Natürlich gibt es auch Frauen, die mit seelischem Ballast wie Missbrauchserfahrungen und Magersucht die Prostitution als Beruf wählen - aber dies ist keineswegs typisch. Im Buch "Splitterfasernackt" von Lilly Lindner wird ein solcher Fall autobiographisch beschrieben.

Seid nett aufeinander!

R. Fahren 

Nein, da kann ich dir ausnahmsweise nicht zustimmen. Es ist sogar sehr wahrscheinlich das dies eine gute Form für Borderliner "der psychischen Selbstverletzung" ist. Es muss nicht immer mit irgendwelchen vorangegangenen Missbräuchen zu tun haben, aber zumindest können Frauen das trotz großem ekel vor sich selber machen, was im Nachhinein zu einer Abwertung des eigenen Ich führt, und somit sogar ganz typisch für Borderliner ist. Das hat nicht wirklich was mit den Kunden etc. zu tun. 

 

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@Filou2110

Eine Frau, die mit "großem Ekel vor sich selber" arbeitet, wird im Paysex nicht lange Geld verdienen - denn die wenigsten Männer buchen eine Frau, die eine solche Ausstrahlung hat.

Man sollte Einzelfälle nicht als "typisch" für eine ganze Branche nehmen und eine Borderline-Störung ist weder typisch noch Voraussetzung für eine Tätigkeit als Sexworkerin!

Auf die ursprünglich gestellte Frage nach einem "Zusammenhang zwischen Borderline und Prostitution" muss man daher mit "nicht grundsätzlich" antworten, denn weder arbeiten alle Borderline-Persönlichkeiten im Paysex noch hat jede Prostituierte eine solche Störung!

Seid nett aufeinander!

R. Fahren

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Das was R.Fahren schreibt entspricht in KEINER Weise der Realität. Es ist in der Wissenschaft hinlänglich bekannt, dass es einen sgnifikanten Zusammenhang zwischen borderline, kindesmissbrauch / misshandlung und prostitution gibt. Das zeigen Studien WELTWEIT.
- Über 60% aller Prostituierten leiden unter einer Posttraumatischen Belastungsstörung.
- Freiergewalt ist alltäglich. Einfach in die Freierforen schauen. in Protland Oregon hat man herausgefunden, dass jede Prostiuierte mindestens einmal pro woche vergewaltigt wird.
- in Deutschland gibt es ca. 3-4 Millionen Borderliner. 20% prostituieren sich davon. Das entspricht ungefähr der Anzahl an Prostiuierten in DE
- die meisten prostiuierten in DE sind zwangsprostituierte
- die weitere große gruppe an Prostiuierten ist die Drogen-Beschaffungsprostitution.
- Prostituierte die einen Freier ablehnen, erfahren meist gewalt des zuhälters. dem geht ja kohle flöten

auf all das kann man auch mit einfacher logik kommen. als ob eine hübsche 20ig jährige frau es toll findet sex mit einem 55 jährigen familien vater mit bierbauch zu haben.

prostituion wird nicht umsonst immer mehr mit neuen gesetzen von der bundesregierung belegt. in norwegen hat man ein sexkauf verbot erteilt. in deutschland gibt es den Verein Sisters E.V. der von ehemaligen gegründet wurde um ein Sexkaufverbot durchzusetzen.

Soviel dazu!

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@manuelas666

@manuelas666:

Mir scheint Du hast Deine Argumentation direkt aus der Emma und von anderen feministischen Gruppierungen unreflektiert übernommen und noch nie persönlich mit einer freiwillig und selbstbestimmt arbeitenden Prostituierten gesprochen. Frauen im Allgemeinen und Frauenrechtlerinnen war und ist Prostitution ja schon immer ein Dorn im Auge - unter anderem, weil die Möglichkeit jederzeit schnell und unkompliziertt Sex kaufen zu können, den Frauen ein wichtiges Belohnungs- und Steuerungsinstrument entwertet... ;-)

Die von Dir verlinkte Quelle ist mehr als fraglich. 9 Länder bezüglich Prostitution zu mischen ist ungefähr so sinnvoll wie Textilarbeiterinnen aus Kambodscha, Bangladesh, Vietnam, China und Deutschland in einen Topf zu werfen und dann zu behaupten, dass Näherinnen überwiegend unter menschenunwürdigen Bedingungen als Arbeitssklaven missbraucht würden!

Unter Sexworker .at findet sich eine interessante Meldung über die Verfasserin Deiner "Studie":

Prostitutionsgegnerin Melissa Farley, die falsche Studien verbreitet, soll aus dem US-Berufsverband ausgeschlossen werden: 

Complaint to the American Psychology Association (APA www.apa.org ) lodged by Dr Callum Bennachie from the New Zealand Prostitute Collective (NZPC www.nzpc.org.nz ) against Dr. Melissa Farley, asking the APA to rescind her membership. 

In his complaint, he highlights the problems with her methodology of diagnosing Post-Traumatic Stress Disorder (PTSD) in 15min interviews, and not seeking ethics approval for some of her studies. 

Over the years, Dr Farley has published a number of papers and documents about sex work, making claims that all sex work is a form of violence against women. 

She has used several of her studies to back this up. In 2008 Dr Farley published the paper What Really Happened in New Zealand after Prostitution was Decriminalized in 2003? on her website www.prostitutionResearch.com critiquing the Report of the Prostitution Law Review Committee. This critique contains several errors of fact that appear to be deliberately designed to mislead people. Many of the false allegations made by Dr Farley in this paper have been repeated by her in her efforts to stigmatise sex workers and keep them criminal. Dr Farley appears to have read the complete report, but has only reported or critiqued those parts that match her ideology. In investigating her comments on this paper further, it was discovered that Dr Farley had completed research in New Zealand in 2003 without seeking ethical approval from the New Zealand Psychological Society (NZPsS). It was also discovered that during the course of this research, she claimed to be able to diagnose sex workers as having post traumatic stress disorder, despite using a flawed questionnaire, and not doing in depth interviews. 

It is noted that Dr Farley has also completed other studies overseas, and investigations this year indicate that she never sought ethical approval, and sought to deliberately deceive the groups who facilitated the research for her. She has also been cited as an expert witness, yet the testimony given is false or misleading. Finally, the Canadian courts have found Dr Farley to be a less than reliable witness, finding her evidence “to be problematic”. For the reasons in the text below, I believe her work is unethical, unbecoming of a psychologist, and is in breach of at least sections 5.01 and 8.10of the APA’s Code of Ethics, perhaps more. I believe that because of these breaches, Dr Farley should be removed from the membership of the APA. 

Dr. Calum Bennachie

Das mit den 60% Gestörten kannst Du so nicht wirklich belegen - ich kann Dich gerne mal einigen Prostituierten vorstellen, dann kannst Du das mit denen gerne mal durchdiskutieren - wird bestimmt eine lustig Runde...

Die deutschen "Opfer" wurden in dieser "Studie" auch nicht nach repräsentativen Kriterien ausgewählt, sondern überwiegend aus (siehe Seite 38) "Einer Einrichtung für Drogensüchtige". Dies ist NICHT die typische deutsche Sexworkerin, sondern in erster Linie ein Drogenopfer, welches Prostitution zur Geldbeschaffung nutzt und in seriöse Bordelle auch gar nicht eingelassen wird!

Ein Freier, der sich daneben benimmt und etwas macht, mit dem die Dienstleisterin nicht einverstanden ist, hat schnell mehr Ärger an der Backe, als er sich vorstellen kann. In Deutschland in Prostitution legal, Gewalt gegen eine Sexworkerin dagegen nicht. Ein Mann, der eine Sexarbeiterin schlägt oder Leistungen erzwingt, die diese nicht erbringen mag (Anal, Verkehr ohne Kondom...) enden daher gerne mal durch Festsetzen durch die Hauseigene Security bis zum Eintreffen der Polizei. Dass dies auf dem Drogenstrich oder in Ländern, wo Prostitution strafbar ist, anders aussieht, ist ein Thema für sich...

Fortsetzung unten...

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@RFahren

...Fortsetzung von oben:

Für Deine Berechnung des Borderliner-Anteils sowie der Gesamtzahl der Prostituierten würden mich mal SERIÖSE Quellen interessieren. Nicht einmal die Behörden kennen die genaue Anzahl der Prostituierten in Deutschland!

Deine Aussage "die meisten Prostituierten in Deutschland sind Zwangsprostituierte" stimmt nur dann, wenn man der Argumentation der Ultra-Feministinnen folgt, die bereits die Notwendigkeit Geld verdienen zu müssen, als "Zwang" auslegt. So gesehen bin ich auch "Zwangsarbeiter", denn ich gehe nicht ins Büro weil mir zuhause langweilig ist! Die allermeisten Prostituierten arbeiten freiwillig und selbstbestimmt - manche gerne, andere weniger gerne - wie in jedem Job auch und bei einem Millionengewinn im Lotto würden wohl die meisten ihren Job an den Nagel hängen...

Die Drogen-Beschaffungsprostitution ist lange nicht die größte Gruppe in der Gesamtheit der Prostituierten - wohl aber die Gruppe, die am meisten auffällt, da sie ihrer Tätigkeit gut sichtbar in der Öffentlichkeit nachgehen und am Straßenrand der Ausfallstraßen oder in der Bahnhofsgegend vieler Großstädte stehen/gehen. Der allergrößte Teil der Sexarbeiterinnen arbeitet in Wohnungen, als Escort und in Clubs. Diesen würdest Du ihre Tätigkeit nicht ansehen, wenn Du neben ihnen in der Straßenbahn sitzt. Seriösen Bordellbetreiber lassen sich nicht auf Drogensüchtige ein, da dies bei den regelmäßigen Kontrollen meist automatisch Ärger mit sich bringt. Darüber hinaus sind Drogenabhängige unzuverlässig und unberechenbar, was weder für Gäste, noch Kolleginnen von Vorteil ist.

Sexworkerinnen können Freier ablehnen und tun dies auch. Nur sehr verzweifelte (weil z.B. drogensüchtige) Frauen lehnen Betrunkene, ungewaschene oder grobe Freier NICHT ab. Da die allermeisten Frauen auch keinen Zuhälter haben, wie dieser in Hollywood-Krimis gerne dargestellt wird, erfahrend sie deswegen auch keine "Gewalt des Zuhälters".

In Deutschland werden Prostituierte auch nicht aus "fernen Ländern eingeschmuggelt" und von "verbrecherischen Banden" mit "Schlägen und Drohungen zur Prostitution gezwungen in dem man ihnen "Ausweis und Handy abnimmt", die Frauen "isoliert" und "einsperrt" wo sie den "perversen Praktiken brutaler Freier hilflos ausgeliefert" sind!

Fakt ist, dass die meisten Sexworkerinnen derzeit aus Rumänien, dicht gefolgt von Bulgarien. Beides sind EU-Länder aus denen die Frauen jederzeit einreisen und hier problemlos eine Tätigkeit aufnehmen können. In den Clubs und den meisten anderen Geschäftsmodellen können sie ohne gültigen Ausweis überhaupt nicht einchecken und eine Dienstleisterin OHNE Handy im Handtäschchen habe ich noch nie kennengelernt. Die Frauen können die Clubs, Wohnungen und Laufhäuser nach belieben betreten bzw. verlassen und welche Leistungen sie wem anbieten bestimmt alleine die Frau.

Gefährlicher sind da die sog. "Loverboys", die einem Mädel die große Liebe vorgaukeln, aber "leider" einen "Berg Schulden" haben, die sie helfen soll abzutragen damit man endlich heiraten kann... . Wenn solchen Typen ein Mädel mal ein paar Jahre ihr Geld anvertraut hat, lässt dieser sie fallen und sucht sich das nächste Opfer... Diesen Subjekten ist allerdings schwer beizukommen, denn oft ist nicht mal den Frauen klar, dass ihr "Freund" eigentlich ihr Zuhälter ist, weil sie ihn ja "lieben" und im "freiwillig" ihr Geld geben.

Mit "Logik" kann man auch nicht ausschließen, dass eine 20jährige einen 50jährigen (mit oder ohne Bierbauch) toll findet, denn solche Paarungen gibt es zur Genüge auch in der "freien Wildbahn": Ältere Männer sind meist finanziell abgesichert, stehen mit beiden Beinen im Leben, sind Selbstbewusst, wissen was sie wollen und verfügen über ein "gerüttelt Mass" an Lebenserfahrung. So strahlen sie eine Sicherheit aus, welche der Frau die Geborgenheit und Beständigkeit vermittelt auf die sie (unbewusst) Wert legt.

Den meisten 20jährigen Sexworkerinnen ist ein netter, zärtlicher Mittfünfziger, der weiß, wie auch eine Frau Spaß im Bett hat, lieber, als ein 20jähriger "Sportficker" der glaubt er müsse es einer Frau "mal so richtig besorgen" und zeigen was für ein "toller Hecht" er ist...

Wer will sich zum Richter darüber aufschwingen wo die Versorgungsehe, bei der das Vermögen des (älteren?) Ehemanns der Frau wichtiger ist, als die "wahre Liebe" oder wo das "Aushalten" des arbeitsscheuen Mannes durch den Beruf (egal ob als Sexworkerin oder bei Aldi an der Kasse) beginnt? Du etwa?

Du siehst: Mit Schwarz/Weiss-Malerei kommt man beim Thema Prostitution nicht weiter - und mit dem Nachplappern der Argumente irgendwelcher Extremisten schon gar nicht. Redet doch mal endlich MIT Prostituierten und nicht nur ÜBER sie!

Seid nett aufeinander!

R. Fahren

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