Zusammenhang Attentat vom 28.Juni 1914 in Sarajewo und Ausbruch des Ersten Weltkriegs?

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4 Antworten

Das ist ein scheinbarer Zusammenhang.

Ein Attentat auf einen Thronfolger wäre nur dann ein Kriegsgrund, wenn es durch fremded, staatliche Organe ausgeführt wurde.

Der öst.Thronfolger wurde aber von einer Privatperson, einem Terroristen, ermordet.

Österreich-Ungarn hat das zum Anlaß genommen, die Situation zu eskalieren und hat Serbien ein unerfüllbares Ultimatum gestellt.

So weit ist Öst-Ung aber nur deshalb gegangen, weil das Dtsch.Reich signalisiert hatte, daß es sich unbedingt hinter Österreich stellen werde.

Zu den letztendlichen Auslösern: zum einen natürlich der öst. Angriff auf Serbien. Zugleich aber hat das Dtsch.Reich Rußland den Krieg erklärt, als Rußland mobil machte - was dann zu den bekannten Folgen führte.

Gruß

PS: du könntest gelegentlich auch mal selber recherchieren.

Der Zusammenhang ist nicht scheinbar. Er ist offensichtlich.

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@earnest

Ich bezeichne es deshalb als "scheinbar", weil ein Attentat nur dann zu einem Krieg führt, wenn der auch gewollt ist.

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@nax11

Natürlich wäre der Krieg nicht unvermeidlich gewesen. Dennoch ist der Zusammenhang ein tatsächlicher.

(In der Sache sind wir einig, was die Bedeutung des Wortes "scheinbar" betrifft, aber anscheinend nicht. Die Sache ist jetzt aber klar.)

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Ich gebe Dir hier zusätzlich zu den übrigen vorzüglichen Antworten noch einen weiteren kleinen Denkanstoß:

Am 28. Juni 1914 wurden Erzherzog Franz Ferdinand und seine Gemahlin [...] in Sarajewo von dem bosnischen Studenten Princip ermordet. Es war sofort erkennbar, daß die Hintermänner in Serbien zu suchen waren. Die Waffen der Attentäter stammten aus dem serbischen Heeresdepot, serbische Zöllner hatten den Mördern die Überschreitung der Grenze ermöglicht, ihre Tat wurde in der serbischen Presse verherrlicht. Österreich machte daher die serbische Regierung indirekt verantwortlich.

Karl Dietrich Erdmann: Der Erste Weltkrieg, S.77 (Handbuch der deutschen Geschichte Band 18, Stuttgart 1980)

Ist ja nun schon etwas angejahrt...

Aber auch sonst nicht ganz unproblematisch. Der konservative Historiker Erdmann gehörte schließlich zu denjenigen, die den Anteil der deutschen Schuld am Kriegsausbruch kleinredeten. 

Das hier fängt an wie eine "Entschuldigung" der österreichischen Politik, die, durch Deutschland unterstützt, darauf hinauslief, Serbien ein Ultimatum zu stellen, das eigentlich nicht akzeptiert werden konnte.

Serbien hat es trotzdem akzeptiert, worauf der Kaiser schriftlich festhielt, dass damit nun jeder Kriegsgrund entfallen sei.

Bekanntlich kam es anders: Die Kriegstreiber hatten sich durchgesetzt.

Vielleicht sollte man zu diesem Thema nicht nur Erdmann lesen.

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@earnest

Ich glaube Du hast meine Intention missverstanden. Zudem bin ich der Meinung, dass man aus dem von mir gewählten Ausschnitt gut erkennen kann, wie dünn eigentlich die Verbindung zwischen Österreichs Handeln und der Tat Princips ist. Dass der Anschlag einen Konflikt ausgelöst hätte steht meiner Meinung nach außer Frage, dass er allerdings nicht lokal geblieben ist, sondern zu einem Weltkrieg wurde, hat dann letztendlich nicht mehr viel mit Gavrilo Princip zu tun. Es tut mir leid, wenn ich mich missverständlich ausgedrückt habe und zu wenig Erklärung zum Zitat geliefert habe. Man möge es mir nachsehen, da ich ne tierische Erkältung habe und kaum geschlafen habe.

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@m16norecoilhax

Kein Problem.

Ich wollte nur darauf hinweisen, dass man bei manchen Historikern ein wenig vorsichtig sein sollte.

Gute Besserung!

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@earnest

Danke, danke! Ich bin vollkommen deiner Meinung, (nicht nur) aber vor allem bei Historikern ist es wichtig, das Geschriebene zu hinterfragen und gegebenenfalls verschiedene Historiker zu vergleichen. Die "Handbuch der deutschen Geschichte"-Reihe stand leider als einzige grade in Armreichweite und obwohl die Einordung doch manchmal anzuzweifeln ist, sind die enthaltenen Fakten doch meist recht solide.

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@m16norecoilhax

Solide FAKTEN schon.

Aber gerade in der Kriegsschuldfrage geht es um die Interpretation und Einordnung der Fakten.

Das vielbändige "Handbuch", bekannt auch als "der Gebhardt", hatte allerdings schon immer den Ruf, recht konservativ ausgerichtet zu sein.

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Ich stimme dir im groben und ganzen zu und schlage vor, die Diskussion an dieser Stelle zu beenden, da ich glaube, dass solche Diskussionen ein wenig über das übliche Level auf gutefrage.net hinausgehen.

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Das Attentat war der Auslöser, aber nicht die Ursache des 1.Weltkrieges. Alles weitere entnimmst du bitte deinem Schulbuch. Oder meinetwegen auch Wikipedia. Ist etwas zu lesen, aber so ist es nun mal.

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