Zusammenbrüche wegen Angststörungen was soll ich nur tun?

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6 Antworten

Hallo Demlbirtm,

setze auf jeden Fall Deine Therapie fort! Sie wird Dich sicher weiterbringen, wenn auch vielleicht nicht so schnell wir Du Dir es wünscht. Aber viele kleine Schritte bringen Dich schließlich auch ans Ziel! Nun möchte Dir hier gern einige Tipps geben, die Dir helfen können, Deine Depressionen und die damit verbundenen Ängste ein Stück weit zu überwinden.

Ein wesentlicher Schritt in die richtige Richtung ist, dass Du Dir zugestehst, krank zu sein und daher nicht wie ein Gesunder denken und fühlen kannst. Geh daher schonend und rücksichtsvoll mit Dir um und akzeptiere Deinen seelischen und evtl. auch körperlichen Zustand. Deine Erkrankung zu akzeptieren, heißt, Dir selbst nicht immer wieder Druck zu machen. Andernfalls verstärkst Du Dein Gefühl des Scheiterns und des Versagens. Sieh Dich selbst nicht als Versager, wenn Du nicht mehr so belastbar und leistungsfähig wie früher bist. Deine Erkrankung lässt es nicht zu, positive Gefühle in Dir zu erzwingen.

Leider bringen es die Depressionen mit sich, das Gefühl in Dir entstehen zu lassen, ein Versager zu sein, der von niemandem geliebt wird und völlig wertlos ist. Man gerät in eine Art gedanklicher und gefühlsmäßiger Abwärtsspirale. Das führt oft zu ständigen Selbstzweifeln und Versagensängsten. Du kannst hier jedoch mit den richtigen Gedanken entgegensteuern. Kann es denn sein, dass Du in allem versagst und wirklich nichts auf die Reihe bekommst? Kann es sein, dass Du Dich übertrieben negativ siehst und Dein Denken nicht immer mit der Wirklichkeit übereinstimmt? Es ist wichtig, dass Du verstehst, dass die Depression Dich daran hindert, Dich selbst objektiv zu sehen.

Ein Wendepunkt im Verlauf Deiner Krankheit kann sein, wenn Du Deine Depression nicht weiter als Schande oder Makel siehst. Das kann es Dir nämlich erleichtern, einen Arzt oder Psychotherapeuten aufzusuchen und ihn um Hilfe zu bitten. Dieser Schritt wird Dir sicher alles andere als leicht fallen und Dich eine Menge Überwindung kosten. Die Hilfe anderer anzunehmen ist kein Zeichen von Schwäche, sondern ist ein notwendiger Schritt in Richtung Genesung.

So notwendig eine ärztliche und auch psychotherapeutische Unterstützung ist, es gibt auch Hilfe aus einer Quelle, an die Du bisher wahrscheinlich noch nicht gedacht hast. Ich spreche von Gott, dem psychisch kranke Menschen alles andere als gleichgültig sind. Ich habe etliche Stellen in der Bibel gefunden, die zeigen, was Gott für diejenigen tun kann, die niedergedrückt und hoffnungslos sind. Sie sagt zum Beispiel:  "Herr, wenn du mir nicht geholfen hättest, dann wäre ich jetzt tot - verstummt für immer! Sooft ich dachte: "Jetzt ist alles aus!", halfst du mir in Liebe wieder auf.  Als quälende Sorgen mir Angst machten, hast du mich beruhigt und getröstet" (Psalm 94:17-19, Hoffnung für alle). Ein anderer Text lautet: "Gott aber, der die Niedergeschagenen tröstet,.  .  ."(2. Korinther 7:6)

Ich finde, aus diesen Texten geht deutlich hervor, dass Gott Menschen, die seelisch erkrankt oder sonstwie verzweifelt sind, sehr am Herzen liegen. Auch verspricht Gott, dass er allen, die sich im zuwenden, Hilfe und Unterstützung gibt. Vor allem ist er nicht unnahbar, wie viele glauben, denn er selbst lädt uns Menschen ein, ihn kennenzulernen und seine Freundschaft zu suchen. Ich selbst habe in meinem Leben schon oft die Erfahrung gemacht, dass Gott mir zur rechten Zeit die Kraft gegeben hat, einen schlimmen Zustand besser zu ertragen und Lösungen zu finden. Eine Beziehung zu ihm aufzubauen ist das Beste und Sinnvollste, was man im Leben überhaupt tun kann!

Ich wünsche Dir von Herzen, dass es Dir nach und nach gelingt, Deine Angststörungen bzw. Depressionen zu überwinden! Und schöpfe dabei alle Hilfen aus, die Dir zur Verfügung stehen. Alles Gute und viel Kraft!

LG Philipp

Die Angst vor Menschenmassen und weiten Plätzen nennt man Agoraphobie. In sehr starker Ausprägung von Agoraphobie wird bereits das Verlassen des Zuhauses ein Problem. Agoraphobie tritt seltener isoliert und meist im Zusammenhang mit einer Panikstörung (Panikattacken) auf.

Ich muss dir gratulieren, dass du dich überwunden hast professionelle Hilfe anzunehmen. Eine Psychotherapie ist elementar wenn es um die Behandlung von Angststörungen geht. Wichtig ist, dass man eine richtige Psychotherapie mit einem Konzept macht. Es gibt leider Ärzte und Psychologen, die nur oberflächliche Gespräche führen.

Im Falle einer Angststörung kommt meist eine Verhaltenstherapie in Frage. Dort lernst du dich dosiert und in geschützem Rahmen wieder den angsterzeugenden Reizen auszusetzen und so langsam deine Angst zu überwinden.

Da ich jedoch selbst davon betroffen war, weiss ich wie schwierig das ist. Es ist einfach zu behaupten "tue dies und das" wenns einfach nicht geht. Eine Psychotherapie ist ein sehr effektives Mittel, doch bis sie wirkt dauert es oft Monate.

In der Zwischenzeit werden desshalb oft Medikamente eingesetzt. Allen voran Antidepressiva der SSRI und SSNRI-Klasse. Diese müssen täglich eingenommen werden und wirken nach ca. 3-5 Wochen angstlösend. Das Problem dieser Medikamente ist, dass sie viele Nebenwirkungen haben (besonders zu Beginn der Einnahme). Ich hätte es damals nicht ohne Medikamente geschafft. Sie waren einfach das kleinere Übel. Jedenfalls waren meine Angstattacken nach 5 Wochen so gut wie vorbei. Bekannte Präperate sind z.B. Citalopram, Sertralin und Venlafaxin... http://deprimed.de/ssri-ssnri-sndri-nari/

Als Notfallmedikamente werden auch Benzodiazepine eingesetzt. Sie sind die mit Abstand effektivsten Mittel gegen Angststörungen und wirken bereits nach 20-30 Minuten. Zudem können sie einfach bei Bedarf eingenommen werden und haben fast keine Nebenwirkungen (augs. Müdigkeit). Bei einer Panikattacke sind diese Medikamente ein Segen. Mann muss jedoch höllisch aufpassen das der Segen nicht zum Fluch wird, denn Benzodiazepine machen bei längerer und regelmässiger Einnahme (nach ca. 4-8 Wochen) schwer abhänigig. Bekannte Benzodiazepine sind z.B. Lorazepam (Tavor/Temesta) , Alprazolam (Xanax/Xanor) und Diazepam (Valium)... http://deprimed.de/benzodiazepine-z-drugs/

Ich will damit nicht sagen, dass du Medikamente nehmen sollst. Ich will dich nur aufklären was auf dich zukommen könnte. Du musst selbst entscheiden was schlimmer ist: die Angststörung oder die Nebenwirkungen von den Medikamenten.

Du bist in Therapie, aber das bringt Dir nichts? Was sollen WIR Dir raten? Wir sind allesamt nur Laien! Mein Rat: Hör genau zu, was man Dir sagt. Ein Therapeut ist weder ein Wunderheiler noch kann er Deine Gedanken lesen. Du musst zuhören, Dir die Situationen im Geiste durchspielen und dann Fragen stellen, wenn Du etwas nicht begriffen hast. Sonst nützt eine Therapie wirklich gar nichts. Nur dasitzen und die Zeit vorbeigehen lassen ist nicht Sinn der Sache. Und wenn Dir Menschenmengen nicht gut tun, dann meide sie oder frag den Therapeuten, was er in Deiner Situation machen würde.

Stell dich der Angst, aber nur Stück für Stück, ich habe auch Angststörung und Angst mich mit Menschen zu treffen und überhaupt raus zu gehen in die Öffentlichkeit.
Ich schaff es nicht immer aber Stück für Stück wird es besser.
Früher hatte ich Angst vor dem telefonieren aber das wird langsam besser.
Also wie gesagt schön langsam.

Wenn dir die Therapie nichts bringt, was könnten WIR dir raten?

Such dir ggf einen anderen Therapeuten.

Dich der Angst schrittweise stellen. Hör dazu am besten noch deine Lieblingsmusik. Das müsste dir wirklich weiterhelfen:)

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