Zurück zur Kleinunternehmerregel

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3 Antworten

Du kannst Dich nicht zurückstufen lassen, Du wirst automatisch zurückgestuft. Du könntest, wenn Du willst aber auf Regelbesteuerung optieren. Dann wärst Du 5 Jahre gebunden.

Hauptsache, Du hast in diesem Jahr noch keine Rechnungen mit Steuerausweis ausgestellt. Die Steuer würdest Du auf jeden Fall schulden. Egal ob Kleinunternehmerregel, oder nciht.

Um Klarheit zu haben würde ich eine Mitteilung an das Finanzamt schicken. Daraus sollte hervorgehen, dass Du im Rahmen der Kleinunternehmerregelung dieses Jahr keine Umsatzsteuer mehr in Rechnung stellst und damit auch keine Meldungen abgeben brauchst. Denn wenn auf Seiten des Finanzamtes nicht darauf geachtet wird, dann kommen die üblichen Erinnerungen usw. In der Regel hat man dann mehr Aufwand. Den kann man vermeiden ;-)

Aber lieber Werner: Ich bin ein erklärter Gegner von der Kleinunternehmer-Regelung. Nicht weil ich ihren positiven Effekt bei Erträgen nicht begreifen würde, sondern wenn jemand an der Grenze der 17.500 arbeitet, dann ist das nach Bezahlung von Krankenkasse und Betriebsausgaben ganz stark an der Grenze zum Hartz-4-Niveau. Damit kann man keine Rücklagen bilden oder ähnliches.

Passiert also etwas und sei es wie bei der letzten Bankenkrise, als viele sich ihr Einkaufsverhalten überdacht haben, dann ist man schnell in großen Problemen. Deshalb solltest Du überlegen, ob Du dieses Jahr insbesondere durch die Umsatzsteuer-Ersparnis nicht eine Rücklage bildest und diese für eine Expansion nutzt.

Kommst Du mit den 17.000 Euro gut über die Runden ist das natürlich schön. Fallen aber als Beispiel 20% weg, dann könnte es ja eng werden. Würdest Du aber im Gegenteil Deine Einnahmen in den nächsten Jahren steigern, dann wäre für Krisenzeiten gesorgt. Denn wenn von 21.000 Euro diese 20% weg fallen, dann würde es Dir noch ausreichen und Du hättest eine gewisse Sicherheit.

Was allerdings bei der Kleinunternehmerregelung häufig auch nicht passiert ist eine Altersabsicherung. Auch hier wäre es vielleicht ganz gut zu reagieren. Das meine ich übrigens auch, wenn Du das Gewerbe im Nebenerwerb betreibst. Schließlich gewöhnt man sich an eine bestimmte Ausgabenhöhe ganz schnell und wenn dann diese Einnahmen ausbleiben ob durch Erwerbsunfähigkeit oder durch Alter...

Wobei Erwerbsunfähigkeit ein immer größeres Problem wird. Ich denke da an die Frühverrentungen wegen Depressionen. Da sieht man schnell wie leicht man getroffen werden kann.

Zum Wachstumspotential: In der Regel sind diese Potentiale so groß, dass man Erträge durchaus durch wenige Vorbereitungsmonate (zwei oder drei Monate - nicht länger) vervielfachen kann. Es liegt häufig nur an der Angst diese nicht zu nutzen. Mehrarbeit ist dabei auch nicht immer nötig, nur in der Umstellungszeit und die ist überschaubar. Also Vorbereitungszeit und Umstellungszeit. Der Witz ist, dass auch bei solchen Umstellungen sogar effektiver gearbeitet werden kann. So lohnt in Deinem Bereich vermutlich die bisherige Marketingstrategie nicht einmal oder sie kann ohne Mehraufwand umgestellt werden.

Wie gesagt, es gibt verschiedene Stellschrauben. Wenn man diese nutzt, dann kann man richtig was veranstalten.

Viel Erfolg.

Ich bilde mir ein, dass Du dich zurückstufen lassen kannst, sofern absehbar ist, dass Du im aktuellen Jahr nicht mehr als 50.000 Umsatz+Steuer haben wirst.

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