Zurück vor den Urknall

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3 Antworten

Also diese Frage hat jetzt zum Glück wenig mit LQG zu tun, sonst würde ich wahrscheinlich scheitern =D

Dass der Erde-Mond-Abstand wächst liegt an der Gezeitenreibung. Das Anheben des Wassers und minimalst auch der Erdkruste kostet Energie, die Rotation der Erde wird dadurch verlangsamt, die Taglänge wächst.

Dadurch verliert die Erde an Drehimpuls.

Wegen der Drehimpulserhaltung muss der Mond in gleichem Maße Drehimpuls gewinnen. Er wird auf eine höhere Bahn gehoben. (Also im Gravitationspotential höher gehoben). Dass er dabei trotzdem langsamer rotiert tut nichts zur Sache, das folgt aus der Gravitationsformel.

Hier ist auf Seite 3 das Ganze noch einmal durchgerechnet, wenn Du Formeln sehen willst:

http://www.adonges.de/attachments/File/publikationen/Mond-Erde-Drehimpuls-PdN-Physik.pdf

Grüße

Mannimanaste 04.07.2013, 18:17

Mir scheint ich bin dem Missverständnis auf der Spur: Du (@Ute) schreibst:

[...] Dass er dabei trotzdem langsamer rotiert [...]

Der Fragesteller schreibt in den Details:

[...] da er wegen der Gezeiten Energie verliert und dadurch langsamer wird. [...]

Es ist in beiden Fällen von "langsamer" die Rede. Aber geht es dabei um die Eigenrotation des Mondes, die durch den Gezeiteneffekt ja schon soweit abgebremst wurde, dass er sich nur noch in einer gebundenen Rotation um sich selbst dreht (also einmal bei jedem Erdumlauf), oder geht es um die Drehung des Mondes um die Erde? Ebenso ist bei Dir (@Ute) und bei @Pflanzengott die Rede von Drehimpuls des Mondes. Auch hier ist die Frage, welche Drehung hier betroffen, bzw. gemeint ist. Die Drehung um sich selbst, oder die Drehung um die Erde.

Dein Link (@Ute) ist hervorragend. Allerdings nicht in durchgängig verständlich in Alltagsdeutsch verfasst. ;) So wie ich es verstehe, hebt sich die Umlaufbahn des Mondes konstant um den Energiebetrag, um den die Eigendrehung der Erde durch die Gezeitenkräfte des Systems abgebremst wird. Die Erde dreht sich also durch den Gezeiteneffekt zunehmend langsamer um sich selbst, der Mond ist aber jetzt schon in gebundener Eigenrotation, und kann sich daher durch die Impulsenergieübertragung nicht schneller um sich selbst drehen, sondern wird auf eine höhere Umlaufbahn gehoben (unabhängig der Zentrifugalkraft).

Dadurch dass der Mond sich in gebundener Rotation befindet, muss er entsprechend der langsamer werdenden Eigenrotation der Erde mit der Zeit langsamer und langsamer um die Erde kreisen, bis sich auch die Erde in gebundener Rotation mit dem Mond befindet. Laut dem verlinkten Artikel wäre das bei einer Eigenrotationsdauer der Erde von 49 (jetzigen) Tageslängen. Ebenso lange wird der Mond dann für einen Umlauf um die Erde brauchen, und sich dann auch nicht mehr weiter entfernen.

Gruß, Martin

Denn nur die Drehung des Mondes um die Erde ist für die Zentrifugalkraft verantwortlich, nicht seine Eigenrotation.

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uteausmuenchen 04.07.2013, 20:06
@Mannimanaste

Ja, genau, so war es gemeint. Langsamer bewegt sich der Mond um die Erde, weil er auf einer höheren Umlaufbahn um die Erde eine geringere Gravitationsanziehung spürt.

Und @ Herbyone:

Und danke für das Sternchen, ich freu mich =)

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Mannimanaste 04.07.2013, 23:19
@uteausmuenchen

Hallo Ute,

dann ist mir jetzt alles klar:

Der Mond entfernt sich nicht durch höhere Umlaufgeschwindigkeit und einer in diesem Fall höheren Zentrifugalkraft, sondern er entfernt sich durch die Übertragung von Impulsenergie, die auf Grund der Gezeitenkräfte von der Erde auf den Mond übertragen wird. Und weil er danach weiter von der Erde entfernt ist, sinkt (!) seine Orbitalgeschwindigkeit auf Grund des höheren Erdorbits (je niedriger der Orbit, desto höher die zugehörige nötige Geschwindigkeit für eine stabile Umlaufbahn).

Es ist also ein Missverständnis bezüglich Ursache und Wirkung, was der Frage des Fragestellers zugrunde liegt:

Die zunehmende Entfernung des Mondes von der Erde ist nicht Folge der verlangsamten Umlaufgeschwindigkeit des Mondes um die Erde, sondern die verlangsamte Umlaufgeschwindigkeit ist Folge der zunehmenden Entfernung des Mondes von der Erde. Und diese zunehmende Entfernung des Mondes ist wiederum Folge der Übertragung von Impulsenergie von der Erde zum Mond auf Grund der Gezeitenkräfte zwischen Mond und Erde, und des noch nicht erreichten Zustands gebundener Rotation beider Himmelskörper.

Wenn mir jetzt kein Denkfehler unterlaufen ist, sollte dies eine (weitere) allgemeinverständliche Erklärung des in der Frage beschriebenen Phänomens sein. :)

Gruß und danke allseits für's dazu-Lernen, Martin

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herbyone 15.07.2013, 09:01
@uteausmuenchen

Danke @uteausmuenchen

Deine Antworten sind gut verständlich, noch eine Frage dazu, Eigentlich müsste sich dann das auch auf alle Planeten die die Sonne umkreisen genauso auswirken, ich meine das sie sich langsam von der Sonne entfernen, oder wirkt sich das nicht aus weil die Masse aller Planeten nur ein kleiner Bruchteil der Masse der Sonne ist ?

Und noch eine Frage zum Urknall ?

Wieso Urknall ?? Wieso Knall, wieso Explosion und wieso zeigt man im Fernsehen in jedem Beitrag einen riesigen Feuerball ? Ist alles nur Show um den Zuschauer zu beeindrucken !

All das kann doch nicht so gewesen sein, falls es den "Urknall" wirklich gab. Ganz am Anfang als sich die Singularität auszudehnen begann, aus welchem Grund auch immer, kann es doch nur eine lautlose, vollkommen dunkle "Expansion" gewesen sein Weil der Raum in dem etwas explodieren kann entstand ja gerade erst Auch Materie, Plasma, Gase die ev. Schallwellen transportieren können und Licht konnte doch diese Materiesuppe erst 300 Mio.Jahre später durchdringen. Ich hoffe ich strapaziere Dich nicht zu sehr

Aber ich freue mich das Du dich auch mit Fragen eines Laien beschäftigst.

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Hallo herbyone! :)

Dass sich der Mond von unserer Erde entfernt, liegt daran, dass beide Körper jeweils Drehimpuls übertragen. Laut des Impulserhaltungssatzes geht Impuls ja nie verloren, sondern kann innerhalb eines Systems immer nur auf andere Körper übertragen werden. Der Mond zieht an der Erde und die Erde zieht am Mond, beide Körper bremsen sich ab, damit geht aber ein Teil des Drehimpuls verloren.

Damit dies jetzt nicht passiert, muss der Impuls übertragen werden! Dies geschieht auch und zwar in Form einer Kräftewechselwirkung. Die Impulsübertragung sorgt allerdings dafür, dass sich der Impuls erhöht und damit auch die Zentrifugalkraft, sodass sich beide Körper allmählich voneinander wegstoßen. Nebenbei bremsen sich die Rotationsgeschwindigkeiten beider Himmelskörper aber auch minimal, sodass ein Tag auf der Erde in mehreren Tausend Jahren wahrscheinlich um ein paar Millisekunden langsamer vergehen wird.

LG Pflanzengott! :)

Mannimanaste 04.07.2013, 03:15

Sorry, das versteh ich noch nicht. Warum erhöht sich die Zentrifugalkraft durch die Impulsübertragung, wenn der Mond letztlich immer langsamer um die Erde kreist?

Gruß, Martin

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pflanzengott 04.07.2013, 14:14
@Mannimanaste

Verstehe ich auch nicht! Ist eben so :) Impuls ist bekanntlich m*v also Masse mal Geschwindigkeit. Die Umlaufbahn des Mondes um die Erde ist elliptisch nicht rund, sodass die Geschwindigkeit v nicht konstant ist. Die Natur sagt nunmal, dass sich der Mond von der Erde entfernt, weil beide Körper Kräfte austauschen. Wie alles im Detail funktioniert, weiss kein Forscher auf der Welt.

LG! ;-)

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Mannimanaste 04.07.2013, 23:23
@pflanzengott

Hi Pflanzengott,

wenn mein letzter Kommentar zur Antwort von @Uteausmuenchen keine Denkfehler enthält, hat es sich (für mich) geklärt. :)

LG, Martin

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Mannimanaste 04.07.2013, 23:32
@Mannimanaste

Und Deine Ausführung:

Die Impulsübertragung sorgt allerdings dafür, dass sich der Impuls erhöht und damit auch die Zentrifugalkraft, sodass sich beide Körper allmählich voneinander wegstoßen.

wäre dann übrigens nicht richtig. Die Zentrifugalkraft erhöht sich nicht durch die Übertragung der Impulsenergie. Die Zentrifugalkraft resultiert aus der Umlaufgeschwindigkeit des Mondes um die Erde, und nach dem er nach der Impulsübertragung von Erde zu Mond in einen höheren Orbit gehoben wird, verringert sich die Zentrifugalkraft entsprechend dem höheren Orbit.

Gruß, Martin

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Darüber rätseln die Weltall-Wisserschaftler auch. Das All läßt sich nicht mit seinen Geheimnissen erforschen:-)

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