Zur Literaturtheorie: Reale Personen kommen in einer Erzählung vor.

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2 Antworten

Der Begriff der Metareferenz ist mir nicht bekannt, Intramedial würde ich das von der Beschriebene Verfahren allerdings nicht nennen, auch nicht intermedial, was du wahrscheinlich eher meinst. Stattdessen würde ich hier wohl von einer narrativen Metalepse (also einem "Crash" verschiedener Fiktionsebenen) sprechen. Dabei treffen sich innerhalb der Erzählung Figuren, die nicht der selben Seinswelt angehören, also eine der extradiegetischen und eine der intra- oder metadiegetischen Ebene oder eben eine reale und eine fiktionale Figur (Italo Calvino führt das in "Wenn ein Reisender in einer Wintersnacht" beispielsweise sehr hübsch vor). Wird ein Autor zur Figur seines eigenen Werkes könnte man auch einfach von einem literarischen alter ego sprechen. Für meine Begriffe fällt das auch unter den Begriff der narrative Metalepse, ich bin mir in diesem Fall aber nicht hundertprozentig sicher, da Gerard Genette, von dem der Begriff stammt, diesen Fall nicht beschreibt. Hoffe, das hilft dir trotzdem weiter.

danke für die ausführliche antwort, ich werde mich mit der metalepse nochmal eingehend befassen! vllt. sollte ich ein bisschen konkreter werden: die figuren existieren real und werden mit vor-und nachnamen genannt. die kurzgeschichte ist jedoch eher action-sci-fi, mit zombies etc., sprich: die realen figuren haben zwar auch in der histoire dieselben berufe etc, verhalten sich aber nicht wie im realen leben. ein buch des autors, dem die kurzgeschichte gewidmet ist, wird in der histoire erwähnt- ist das dann einfach nur ein Verweis auf den paratext? ein selbsreferentieller verweis? manchmal wird auch der leser direkt angesprochen, von wegen: "wenn ich das kann, könnt ihr das auch".. gibt es dafür einen eleganten begriff?? danke im voraus!

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@ladylockenlicht

Werden die realen Figuren tatsächlich nur genannt oder sind sie handelne Personen? Ersteres würde ich dann einfach als Verweis auf außertextuelle Gestalten bezeichnen; die narrative Metalepse impliziert, dass die realen Figuren zur Handelnden auf Ebene der Histoire werden. Das Einbeziehen des Lesers in die Handlung ist auch ein Fall der narrativen Metalepse. Wenn ein Buch eines realen Autors innerhalb eines Romanes eines a n d e r e n Schriftstellers erwähnt, zitiert, oder paraphrasiert wird, dann ist das ein intertextueller Verweis (Schlagwort zum googeln: Intertextualität). Handelt es sich bei dem in der Histoire erwähnten Roman um ein Werk des s e l b e n Autors, spricht man von einem intratextuellen Verweis. (Schlagwort zum googeln: Intertextualität; wenn du dich auch vertiefend damit beschäftigen möchtest, kann ich dir nur Genettes "Palimpseste" empfehlen). Was liest du denn da für ein Buch? Klingt nach ner interessanten Konstruktion!

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danke für die ausführliche antwort, ich werde mich mit der metalepse nochmal eingehend befassen! vllt. sollte ich ein bisschen konkreter werden: die figuren existieren real und werden mit vor-und nachnamen genannt. die kurzgeschichte ist jedoch eher action-sci-fi, mit zombies etc., sprich: die realen figuren haben zwar auch in der histoire dieselben berufe etc, verhalten sich aber nicht wie im realen leben. ein buch des autors, dem die kurzgeschichte gewidmet ist, wird in der histoire erwähnt- ist das dann einfach nur ein Verweis auf den paratext? ein selbsreferentieller verweis? manchmal wird auch der leser direkt angesprochen, von wegen: "wenn ich das kann, könnt ihr das auch".. gibt es dafür einen eleganten begriff?? danke im voraus!

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