Zum buddhistischen Kausalitäts- und Karmagesetz

6 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

" wie ist es möglich logisch nach zu vollziehen, wiso unsere Gedanken Einfluss auf unser Karma haben soll? "

Weil das Karma nach strenger buddhistischer Definition im Geist "gespreichert" wird und unsere Gedanken unmittelbaren Einfluss darauf tragen.

"wie können wir Karma überhaupt ansammeln wenn wir dem Kausalitätsgesetz doch unterworfen sind, das würde doch bedeuten, dass alles was wir machen schon im vorherigen Moment determiniert bzw. festgelegt ist und somit können wir doch auch nichts schlechtes bzw. gutes tun."

Es wird nicht besagt, dass alles vorbestimmt ist, sondern lediglich, dass nichts ohne Ursache passiert und nichts keine Ursache hat und alles somit eine Folge. Alles beeinflusst sich gegenseitig, was aber nicht heißt, dass alles festgelegt ist (zumindest nicht nach buddhistischer Lehre).

mfg

48

Dem letzten Absatz kann ich ohne Widerspruch zustimmen, sehr schön formuliert. :-)

Die Frage nach dem "Wieso beeinflussen Gedanken unser Karma" würde ich genau mit der Aussage des letzten Absatzes beantworten:

Alles hat eine Ursache und eine Wirkung.

Ich denke da gerne an einen Auftritt des Komikers Otto Waalkes in dem es folgenden Dialog gibt (aus dem Gedächtnis zitiert)

  • "Großhirn an Faust, Großhirn an Faust - Ballen!!!!"
  • "Faust an Großhirn, Faust an Großhirn - bin geballt"
  • "Großhirn an Faust, Großhirn an Faust - Ausfahren!!!"
  • "Faust an Großhirn, Faust an Großhirn: ...ich trau mich nicht..."

Wer es spiritueller mag:

Es gibt die Geschichte von einem Yogaschüler und seinem Lehrer, die meditierten und dabei von einem Moskito gestört wurden.

Als sich der Moskito setzte und der Schüler die Hand hob, erinnerte er sich an das Gebot der Gewaltlosigkeit - und ließ den Arm wieder sinken.

"Wieso hast du ihn nicht erschlagen?" fragte sein Guru und der Schüler erklärte verwirrt, es sei doch verboten zu töten.

Sein Lehrer erklärte ihm dann, "es geht nicht darum nicht zu töten, sondern darum, das Bedürfnis töten zu wollen, zu überwinden"

Ob das überhaupt möglich ist, sei dahingestellt - beide Beispiele zeigen jedenfalls, dass der Gedanke schon eine Ursache ist die eine Wirkung hat - also das Potential hat, eine Tat auszulösen - und damit Karma ist.

Daher wird die Vorstellung überhaupt kein Karma zu erzeugen, in einigen buddhistischen Traditionen auch nicht weiter verfolgt - weil es schlichtweg nicht machbar ist.

Manche konzentrieren sich deshalb zumindest auf die Generierung von positivem Karma, nach dem Motto "wenn schon Karma, dann wenigstens gutes" ;-)

2

Es folgt natürlich jedem Augenblick der nächste Augenblick, doch wir können ununterbrochen entscheiden, ob wir gegen oder für uns handeln, ich etwa entscheide jetzt in diesem Augenblick, dass ich heute nichts mehr essen werde.

Ich muss der Versuchung nicht (zwingend) nachgeben.

Die Leerheit der Dinge sehe ich so, das es eines Bewußtseins bedarf, damit diese in Erscheinung treten können. So wie der Apfelgeschmack nicht inhärent im Apfel existiert, sondern erst in Erscheinung tritt, wenn du den Apfel isst. Der Apfel ist sozusagen leer von Apfelgeschmack. Die Dinge sind leer von Existenz. Denke das ist soweit klar.

Bewußtsein ist der zeitlose Punkt an dem sich Vergangenheit und Zukunft treffen. Unbewußte Handlungen erzeugen Leid und damit negatives Karma. Wenn du dein Bewußtsein änderst, wenn du es schaffen würdest nur noch bewußte Handlungen auszuführen, dann würde kein negatives Karma, keine negativen Auswirkungen für die Zukunft entstehen.

Das ist jetzt weniger theoretisch, es ist praktisch nachvollziehbar. Weiß nicht ob dir das weiterhilft?

Wie enstehen Serienkiller? Wie können wir uns ändern? Mord durch Egoismus? Philosophie des Mordens?

Hallo liebe Community! Ich möchte vorwarnen, diese Frage wird sowohl sehr tiefgründig als auch lang und ich möchte euch bitten, die ganze Frage zu lesen bevor ihr eine Antwort gebt und auch bitte sachlich und ernsthaft zu antworten. Es geht in dieser Frage nicht nur um eine Sache, sondern sie ist vorallem philosophisch und hat auch etwas mit Buddhismus zu tun.

Ich habe mich mit einigen Fällen beschäftigt von Serienmördern, weil ich wissen wollte, warum Menschen zu sowas schlimmes fähig sind und ich habe das Gefühl, dass der reine Grund des Tötens nur "Egoismus" ist.

Töten wir Menschen nur aus Gier, Egoismus? Aber was ist zum Beispiel mit diesen drei Jugendlichen, welche einfach mal 21 Menschen spontan getötet haben. Sie haben es weder aus Gier noch aus Hass gemacht, sondern nur weil sie Spaß am Töten hatten. Wie kann eine solche Ansicht enstehen? Mir will es nicht in den Kopf kommen und ich werde traurig. Ich muss leider sagen, dass ich momentan, nachdem ich mir das alles über "Ed Gein" angesehen habe wirklich traurig bin und ich mich frage, was das für eine kranke Welt ist... Die Art auf die er Menschen so gefoltert und abgeschlachtet hat...lebendig geköpft, augeweidet...und noch schlimmeres...

"Der Grundgedanke, dass ein anderes Leben weniger wert ist, ist die Wurzel allen Übels!"

Könnte man so alles zusammenfassen? Nur weil der Mensch "Egoismus" in sich trägt, sterben andere Menschen?

Weil ein anderer Mensch einen bestimmten Menschen als weniger ansieht? Wie kann man nur einen solchen Kreislauf des Hasses stoppen?

Wieso enstehen solche Menschen?

Ich selbst bin nun seit kurzer Zeit Buddhist bzw. ich beschäftige mich mit dem Buddhismus und dort glaubt man ja an Karma, doch ist greade dieses Karma nicht eine eher berechnende Ansicht, in der die Welt, bzw. das Karma Feuer mit Feuer bekämpft? Wenn er anderen was böses tut, passiert ihm auch etwas böses?

Ist Karma also nicht ein grausamer Kreislauf? Wenn Person 1 Person 2 tötet und Person 2 deswegen Person 1 tötet und Person 4 deswegen...und so weiter, ist das doch alles nur ein schlimmer Kreislauf, oder? Natürlich weiß ich, dass Karma nicht wirklich so funktioniert sondern eben sich deine Taten dann eben für das nächste Leben auswirkt oder eben der Mörder auf andere Weise das Karma spürt, aber genau das ist doch eigentlich eine Art von Strafe, die nur wir Menschen kennen, oder? Wenn auf der ganzen Welt Feuer mit Feuer bekämpft werden würde, dann würde doch die ganze Welt verbrennen, oder etwa nicht? Wenn es eine spirituelle Kraft gibt, warum würde sie so berechnend handeln?

Was ist eure Ansicht hierauf? Ich brauche vorallem Hilfe um dieses Aspekt im Buddhismus zu verstehen, denn ich habe mich noch nicht lange mit dem ganzen auseinander gesetzt und brauche deswegen Hilfe hierbei.

Bitte entschuldigt den langen Text, aber ich hoffe, ihr könnt mir hier weiterhelfen.

Danke für eure Hilfe! :)

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