zulagen bei minijob im stundenlohn enthalten?

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3 Antworten

Nachtzeit

§ 2 Arbeitszeitgesetz - Nachtzeit im Sinne dieses Gesetzes ist die Zeit von 23 bis 6 Uhr, in Bäckereien und Konditoreien die Zeit von 22 bis 5 Uhr

Zuschlag für Nachtzeit

Nach § 6 Abs. 5 Arbeitszeitgesetz hat der Arbeitgeber dem Nachtarbeitnehmer für die während der Nachtzeit geleisteten Arbeitsstunden eine angemessene Zahl bezahlter freier Tage oder einen angemessenen Zuschlag auf das ihm hierfür zustehende Bruttoarbeitsentgelt zu gewähren. Das gilt nur soweit keine tarifvertraglichen Ausgleichsregelungen bestehen. Regelmäßig wird sowohl für den Nachtzuschlag als auch für den Freizeitausgleich ein Zuschlag von 25% als angemessen angesehen

Sonn- und Feiertage:

Nach § 9 Arbeitszeitgesetz dürfen Arbeitnehmer an Sonn- und gesetzlichen Feiertagen von 0 bis 24 Uhr nicht beschäftigt werden. Der § 10 Arbeitszeitgesetz lässt aber viele Ausnahmen zu.

Das Bundesarbeitsgericht hat am 11.01.2006 entschieden, dass es einen gesetzlichen Anspruch auf Lohnzuschlag für Sonn- und Feiertagsarbeit nicht gibt (BAG, Urteil vom 11.01.2006 - 5 AZR 97/ 05). Nach §11 Abs. 3 Arbeitszeitgesetz gilt folgendes: •Arbeitnehmer die an einem Sonntag beschäftigt werden, müssen einen Ersatzruhetag haben, der innerhalb eines den Beschäftigungstag einschließenden Zeitraums von zwei Wochen zu gewähren ist. •Arbeitnehmer die an einem auf einen Werktag fallenden Feiertag beschäftigt werden, müssen einen Ersatzruhetag haben, der innerhalb eines den Beschäftigungstag einschließenden Zeitraums von acht Wochen zu gewähren ist.

Sofern also nicht tariflich anders geregelt ca. 25% Nachtzuschlag oder "Freizeit" wegen der späten Arbeitszeit.

Für Sonntags- und Feiertagsarbeit gibt es keine Zuschläge, nur freie Ersatztage.

Hoffe das hilft.

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Kommentar von digger64
03.09.2014, 14:13

Super Info! Stellt mich jetzt natürlich vor ein Problem. Etwa 70 Mini Jobber arbeiten in dem Unternehmen, Wenn jetzt diese Info rumgeht... alle dagegen klagen... kann das Unternehmen mehr oder weniger die Türen schließen. Das beziehe ich weniger auf zukünftig zu leistende stunden sondern auf das was rückwirkend eingefordert werden würde. Ich weis zwar nicht wie lange man diese "Ungerechtigkeit" gegenüber Festangestellten im noch rückwirkend einfordern kann.. aber bei der Masse .... läppert sich das mit Sicherheit.

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Wenn das die allgemeine Regelung im Betrieb (auch für Vollzeitkräfte) ist, ist das rechtens.

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Jein, es gibt keinen Unterschied ob man Vollzeitjob oder Teilzeitjob/Minijob hat. Bekommen die anderen Vollzeitkräfte Zulagen für Nacht- oder Sonntagsarbeit, so muss der Minijober auch welche bekommen.

Eine einseitige Schlechterdarstellung vom Minijobern ist verboten.

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