zuerst Steuernummer, dann die Gewerbeadresse. Kann das schon juristische Probleme mit dem Vermieter geben?

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2 Antworten

So einfach ist das wirklich nicht, aber mal als Idee: http://www.finanzen.net/nachricht/private-finanzen/Heimbuero-Mietrecht-Wenn-die-Wohnung-zum-Arbeitsplatz-wird-939517

"Im Juli dieses Jahres hat sich sogar der Bundesgerichtshof (BGH) als höchste richterliche Instanz des Themas teilgewerbliche Nutzung privat
angemieteter Wohnräume angenommen. Der für Mietsachen zuständige VIII.
Zivilsenat nutzte den Fall eines Mieters, der von seiner Wohnung aus ein
Immobilienbüro betrieb, und setzte mit einer Leitsatzentscheidung
aktuelle Normen.

Tenor des Urteils: Der Vermieter einer Wohnung muss geschäftliche
Aktivitäten seines Mieters freiberuflicher oder gewerblicher Art nicht
in der Wohnung dulden, wenn diese eine Außenwirkung haben. Das gilt
selbst dann, wenn der Mietvertrag keinen ausdrücklichen Vorbehalt für
die Wohnnutzung vorsieht. "

Arbeitest du nur für dich alleine im stillen Kämmerlein, dann ist das aus meiner Sicht zunächst prinzipiell erlaubt. Dennoch wäre es sehr klug, mit dem Vermieter darüber zu sprechen und auch deine Pläne zu erklären.

Wie er darauf reagiert und ob er sich darauf einlässt, kann ich nicht beurteilen.

Typischerweise wird auch nichts passieren, solange sich das im echt kleinen Rahmen hält, aber das Risiko besteht durchaus, dass einer deiner Kunden irgendwie den Vermieter kennt und neugierig und ohne jegliche böse Absicht beim Saunagang oder Golfen ;-) nachfragt, ob er denn nun auch Büros vermieten würde.

mikosh2 17.01.2017, 10:46

danke schonmal. der artikel war auf jeden fall schon mal hilfreich. den vermieter wollte ich allerdings nur ungerne kontaktieren, da dieser unsere wohnung bestimmt gerne etwas lukrativer an den mann bringen möchte und auch könnte. darum habe ich nach einer juristisch einwandfreien vorgehensweise gesucht. da hat mir das zitat vom rechtsanwalt hannemann weitergeholfen: 

Thomas Hannemann, Rechtsanwalt und Vorsitzender der AG Mietrecht des Deutschen Anwaltsvereins, begrüßt die Klarstellung des BGH: „Wer gewerblich oder freiberuflich tätig ist, kann dies unter zwei Vo­raussetzungen von seiner Wohnung aus tun: Es darf sich keine Belästigung für die Mitbewohner über das übliche Maß einer Wohnnutzung hinaus ergeben. Und die Wohnnutzung muss die gewerbliche Nutzung nach wie vor überwiegen, zum Beispiel im Hinblick auf die in Anspruch genommene Fläche.“

genau darauf wird es hinauslaufen.

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Hallo mikosh2, ich würde zuerst mal mit dem Vermieter sprechen und versuchen den Mietvertrag umzuschreiben. Ich habe Gewerbe angemeldet und darf an meinem Wohnort kein Gewerbe anmelden, weil ich leider in einem Gebiet wohne, in dem eine Gewerbeanmeldung nicht möglich ist. Es darf also nicht immer in einem Wohngebiet Gewerbe angemeldet werden. Dies hängt von der Kommune ab und ist auch zu klären. Sobald Post im Zusammenhang mit dem Gewerbe an diese Adresse gesendet wird, gilt die Wohnung als gewerblich genutzt. Dies hat nicht nur mit der Verwendung als Lager, etc. zu tun. Ich hoffe, dass dies für Sie hilfreich ist ;-) MfG Smiley75

mikosh2 17.01.2017, 11:39

danke smiley75. den vermieter würde ich aber nur ungerne kontaktieren. wir wohnen in einer gentrifizierungsgegend und da kann man davon ausgehen, dass die änderungen im mietvertrag sich nicht auf die nutzung beschränken würden, sondern auch auf die höhe der kaltmiete. was die kommune angeht, mach ich mir weniger sorgen, da hier in der nachbarschaft mehrere unternehmen ansässig sind. ich hatte nach einer festen juristischen vorgehensweise gesucht, nach der ich mich mit meinen gegebenen rahmenbedingungen richten kann, ohne irgendwelche konsequenzen erwarten zu müssen. da war auf jeden fall die aussage von einem rechtsanwalt in dem artikel den sirkermit geteilt hat ein schritt in die richtige richtung.

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