Zuckerbäcker schlecht bezahlt?

5 Antworten

Es gibt viele Berufe, die generell unterbezahlt sind - und Konditor ist da bei Weitem nicht die am schlechtesten bezahlte Option.

Ja leider, ich finde das ist eine Situation die unbedingt angegangen werden sollte von der Regierung. Was bringen irgendwelche Boni weil alles teurer wird wenn man mit einem Vollzeitgehalt beinahe als Armutsgefährdet eingestuft wird

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@mbeck

Dafür gibt es ja den gesetzlich geregelten Mindestlohn.

Aber insgesamt bei dem Thema gibt es einen Haken. Auf einfache Weise erklärt.

Steigen die Gehälter -> die Preise steigen (die Unternehmen müssen ja die Mehrausgaben auf der anderen Seite wieder reinholen).

Steigen die Preise -> so steigen die Ausgaben (und bei manchen Produken sogar nicht nur im linearen Verhälnis zur Preissteigerung. Beispiel: Spritpreise, da sie in jeder Stufe einer Warenkette eine Rolle spielen)

Steigen die Ausgaben -> kannst du dir am Ende von deinem gestiegenen Gehalt auch nicht mehr leisten als vorher.

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Handwerksberufe für Grundbedürfnisse der Menschen waren auch vor 30 Jahren schon in der Regel niedrig entlohnt , denn essen + trinken + ggf. Körperpflege ( u.A. Haarschnitt ) waren historisch schon immer Traditionsgewerke des "kleinen Mannes" direkt vor Ort .

Deren Produkte und Dienstleistungen des absoluten Grundbedarfes sollte sich jeder Bürger einer Ansiedlung immer leisten können sollen .

Die kleinen , traditionellen Familienbetriebe lagen aber auch vor 4 Jahrzehnten schon recht massiv unter entsprechendem Preisdruck durch großindustrielle Massenherstellung zum Abverkauf in damaligen Coops und Kaufhäusern mit gemischtem Sortiment .

Handwerk im kleinen Kreise bietet aber auch heute noch durchaus den "familiären" Charakter , was trotz viel körperlicher Arbeit für wenig Geld erheblich angenehmer als Akkordarbeit in einem Großbetrieb mit hoher Automatisierungsrate und Wechselschichten sein kann.

Nicht selten gibt es bei den "Krautern" dann auch noch gewisse Mitarbeitervergünstigungen , aber manchmal ist auch in solchen Betrieben ganz einfach das kollegiale und gute Betriebsklima immer noch ein massiver Vorteil beim "Krauter" gegenüber dem "Großen" .

Man muss es halt mögen , denn eine Arbeit mit Freude ist immer noch besser als Ausbeutung mit Stress für ein paar Euronen mehr , aber krankmachenden Arbeitsbedingungen .

Selbst aber auch der Gas-Wasser - Installateur ist inhaltlich längst nicht mehr DAS , was uns mit den "Wernersens" da mal zuletzt dargestellt wurde . Die Drecksmaloche und Schlepperei machen heutzutage Leihsklaven , die Gesellen beaufsichtigen , und die Lehrlinge müssen nebst allggemeiner Gewerbsbasispraxis die digitale Steuerungstechnik mit ihren immer wieder eintrudelnden Neuerungen büffeln in der Berufsschule und der Betriebspraxis .

In manchen Gewerken kommst Du mit dem Ziel höherer Entlohnung nur noch über kontinuierliche Steigerung des Wissens und Qualifizierung über Meister , Techniker bis Betriebswirt & Ingenieur weiter , wenn man nicht ( unverschuldet ) irgendwann einmal als "Überschuss" ins Heer der Leihkeulen mit Basisausbildung für einen Euro mehr als die unqualifizierten Hiwis , aber 2 - 3 Euro weniger als festangestellte Gesellen antreten müssen will .

Da bestimmen leider Angebot und Nachfrage die Preise. Die Menschen sind leider nicht bereit einen angemessenen Preis zu bezahlen, weil Geiz ist geil. Dadurch haben viele Branchen das Problem, dass keine anständigen gehälter gezahlt werden können.

Ich persönlich finde, dass diese Konditorei irrsinnig teuer ist. Teilweise kosten die Sachen dort fast das doppelte von dem was man bei anderen Konditoreien zahlen würde. Bei den Mitarbeitern kommt nur leider nicht so viel davon an. Dabei sind laut einem Artikel den ich vor kurzem erst gelesen habe "nur" 350 Leute bei dem Unternehmen angestellt was für 11 Restaurants und eine Produktionshalle eigentlich nicht besonders viel ist. Bekäme jeder Angestellte gleich viel bzw wenig, könnte der Umsatz des Größten Lokals in einem guten Monat die kompletten Gehälter bezahlen. Und die restlichen 10 Standorte bringen dann das Geld für die Rohstoffe, Mieten, Energiekosten und was weiß ich noch ein.

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weil für die Produkte die du herstellst, der Kunde auch nicht soviel bezahlen möchte. Deine Kunstwerke findet er zwar sehr schön aber er will sie nicht durch viel Geld bezahlen wollen und dein Chef muss den Grundstoff für die Herstellung nach abziehen und die Backstube bezahlen und dann will er auch noch etwas zum Leben haben. Du solltest in der Berufsschule auch etwas über Kalkulation gelernt haben.

Natürlich hab ich das in der Schule gelernt, deshalb wundere ich mich ja auch warum für den Mitarbeiter so wenig überbleibt (wir haben damals ein Beispiel aus unseren Betrieben durchgerechnet). Mit Einberechnung der Energiekosten, der Miete für die Produktion und den Verkaufsstandort, die Sprittpreise und Lohnkosten für die Auslieferung, den Rohstoffen und sogar den Lohnkosten für die Person im Verkauf für Ein Stück Sachertorte kamen wir auf einen Preis von knapp 2,50€, verkauft wurde sie für 5,20€. Als Konditor habe ich von den 2,7€ "Gewinn" ca 20cent bekommen, folglich ist damit zu rechnen, dass der Großteil der restlichen Kosten auf dem Firmenkonto bzw dem Gehaltskonto der Leitung gelandet sind.

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@mbeck

davon ist auszugehen und wenn du das deinem Chef auch so erklärst, wird er dir zustimmen oder er wird die Rechnung anders aufmachen, letztendlich wird er am längeren Hebel sitzen. Da hilft nur eines, sich selbstständig machen und dann seinen Mitarbeitern etwas gutes tun und sie fairer bezahlen. Wieviel Stück Sachertorte werden denn bei euch so verkauft, oder wie viele Torten baust du denn pro Tag?

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@Powerbubi492

Das ist schwer zu sagen, ich kann mich erinnern dass wir etwa 2 Mal in der Woche Sachertorte gebacken haben (je nach Saison mehr oder weniger) was in etwa 1000 Stücken entspricht. Was ich aber weiß, ist, dass die größte Filiale in einer durchschnittlichen Woche über 100.000€ Umsatz macht

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@mbeck

Dann rechne mal alle Kosten dagegen, dann wird von den 100 tausend nicht mehr viel übrigens bleiben. Aber egal wie du oder deine Lehrer gerechnet haben, solange du das Gefühl hast nicht korrekt bezahlt zu werden, wird deine Frage bestehen bleiben.

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Warum du oder allgemein ein Zuckerbäcker nicht mehr verdient, wurde dir bereits beantwortet.

Was ich nicht verstehe: Du hast spätestens mit dem Beginn der Ausbildung gewußt, was du später verdienen wirst. Wieso hast du den Beruf erlernt, wenn du ihn nicht ausüben wolltest?

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Damals war ich noch sehr jung, 15 Jahre alt um genau zu sein und konnte somit schwer einschätzen wie viel Geld man tatsächlich zum Leben braucht. Weiters habe ich den Beruf aus dem Grund gewählt weil er mir einfach Spaß macht und leider nicht wirklich darauf geachtet wie die Finanzielle Lage ist. Erstmals bin ich draufgekommen als ich mit Lehrlingen aus ganz unterschiedlichen Bereichen in der Maturaschule war. Dort hab ich dann gemerkt, dass fast alle Berufe (Einzelhandel, Buchhaltung, Hotelfachmann/Frau,...) Im dritten Lehrjahr mehr verdienen als ich als Geselle. Als ich dann aber angefangen hatte musste ich es fertig machen da ich am Programm Lehre mit Matura teilgenmen habe. Hätte ich die Lehre abgebrochen hätte ich auch keine Matura gehabt die ich unbedingt für meine angestrebte Ausbildung gebraucht habe.

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