Zucker im Blut viel zu hoch und geht auch nicht runter, Sehstörungen?

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9 Antworten

Alles Grundsätzliche hat Lirin schon geschrieben, nur noch mal zum Verständnis, was da gerade passiert.

Unser Körper produziert in den Betazellen der Bauchspeicheldrüse Insulin, ein Hormon das wir benötigen, um Zucker aus dem Blut ins Gehirn (der grösste Zuckerverbraucher) und in unsere Zellen zu transportieren, da dies der "Brennstoff" ist, mit dem sie arbeiten.

Damit wir de genug davon bekommen, wandelt der Körper Kohlehydrate in Zucker um und verwertet natürlich auch schon als Zucker vorliegende Nahrung (Süsses, Zucker aus Obst und Säften, etc.).

Typ 2 Diabetes beginnt in der Regel mit einer leichten Insulinresistenz, d.h. das die Zellen mehr Insulin benötigen um Zucker aufzunehmen, als bei einem Nichtdiabetiker.

Also produzieren die Betazellen mehr Insulin. Die Resistenz steigt aber nach und nach an und die Betazellen erhöhen darauf jedes mal ihre Insulinproduktion.

Anfänglich kann man mit Tabletten dafür sorgen, das nicht zu viel Zucker ins Blut kommt und der Körper mit dem vorhandenen Insulin den verfügbaren Zucker in die Zellen schafft.

Allerdings ist dann irgendwann der Punkrt erreicht, wo die Zellen so viel Insulin produzieren müssten das diese Höchstleistung sie zerstören würde. Das ist der Punkt an dem die Betazellen zum Selbstschutz die Insulinproduktion auf ein Minimalwert zurückfahren.

Und das ist dann natürlich auch der Punkt, wo dann zuviel Zucker im Blut bleibt und die Blutzuckerwerte in derartige Höhen schiessen, wie das gerade bei Deinem Vater der Fall ist.

Die Sehstörungen hängen direkt damit zusammen und werden sich bei sinkendem Blutzucker bessern. Ein Besuch beim Augenarzt ist aber dringend anzuraten, allerdings erst, wenn der Blutzucker sich wieder im Normalbereich bewegt, nüchtern zwischen 80 und 120.

Ausserdem ist ein weiterer Facharzt empfehelnswert, ein Podologe. Die Füsse eines Diabetikers sind hochgradig gefährdet und sollte deshalb regelmässig geprüft und bei Bedarf behandelt werden. Das diabetische Fusssyndrom ist ein häufiges Problem bei Diabetikern und kann durchaus verhindert werden.

Dein Vater sollte bei der Insulintherapie auf eine ICT bestehen, falls dies nicht sowieso angeboten wird. ICT ist die erweiterte konventionelle Insulintherapie.

Das funktioneiert so - man misst vor dem Esse seinen Blutzuckerwert, rechnet die Kohlehydrate die man konsumieren möchte dazu, errechnet daraus da benötigte Insulin und injiziert es sich mit einem Insulin-Pen. Das ist im Prinzip eine Mehrfachspritze mit auswechselbarer Nadel (wird nach jeder Injektion getauscht, man benutzt immer eine neue Nadel).

Die Nadel hat nichts mit einer normalen Spritze gemein. Meine z.B. ist 4 mm
 lang und nur 0,23 mm dünn. Der Einstich ist absolut schmerzfrei und durch diese Therapie kann ein ganz normales Leben führen und essen und trinken was man möchte - wie ein gesunder Mensch.

Alles andere Wichtige hat Lirin Dir schon ausführlich geschrieben.

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Hallo!

Offenbar braucht der Körper deines Vaters sehr viel mehr Insulin als er herstellen kann und wenn der Blutzucker erst mal hoch ist, dannbraucht der Körper noch viel mehr Insulin.

Ein Krankenhausaufenthalt oder vielleicht sogar eine Kur wäre sicherlich die beste Möglichkeit um den Blutzucker deines Vaters neu einzustellen. Vielleicht geht es ja nochmal mit Tabletten aber ich denke er wird wohl um die Insulinspritzen nicht herumkommen.

Er sollte sich auf keinen Fall dagegen wehren, denn mit den Spritzen wird es für deinen Vater viel leichter, denn er muss dann voraussichlich viel weniger auf seine Mahlzeiten achten und wird trotzdem besser Werte haben.

Außerdem sollte sich dein Vater unbedingt einen guten Diabetologen suchen, denn nur ein Facharzt kann ihm helfen in Zukunft bessere Werte zustande zu bringen! Er könnte auch eine Kur veranlassen, dort wird er sicherlich gut geschult werden. Wenn nicht, dann fragt den Facharzt oder im Krankenhaus danach!

Was deine Frage nach dem schlechten Sehen betrifft, könnte das schon mit den sehr hohen Werte zusammenhängen. Dein Vater müsste das mal mit einer Augenhintergrunduntersuchung abklären lassen! Aber erkundigt euch, ob euer Augenarzt die Untersuchung auch machen kann, denn nicht jeder kann das.

Ich wünsche deinem Vater baldige Besserungn und allzeit gute Blutzuckerwerte!

Lg Lirin

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Kommentar von Artus01
24.03.2016, 07:04

Das schlechte sehen derzeit ist eine Folge des hohen Glukosewerts. Durch das fehelende Insulin können die Muskeln (ja, auch Augen haben Muskeln) die Glukose nicht aufnehmen, daher kommen dann Sehstörungen. Andere Beschwerden sind Schwächegefühl, unsichere Gang etc.

Wenn der Kranke erstmal in einer Klinik ist und eine entsprechende Behandlung bekommt, werden diese Erscheiningen nach zwei Tagen verschwunden sein.

Schäden die durch den hohen Zuckerwert auf dauer entstanden sind können dann erst festgestellt werden. Es kann was passiert sein, muß aber nicht. Kommt eben auch drauf an wie lange der Wert schon erhöht war.

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Es sieht so aus, als ob der Diabetes mit den Medikamenten nicht mehr ausreichend kontrolliert werden kann. Ich schätze mal, er wird auf Insulin umgestellt werden müssen, aber das entscheiden die behandelnden Ärzte.

Sehstörungen kommen bei Diabetes vor, das muss auf jeden Fall auch untersucht werden!

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Kommentar von CocoKiki2
23.03.2016, 18:18

gut zu wissen.

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Mit diesen Werten gehört dein Vater sofort in eine entsprechende Klinik. Der Weg zu einem hyperglykämischen Koma ist sonst nicht mehr weit. Ob die Sehstörungen bereits auf eine diabetische Retinopathie zurückzuführen sind, kann nur ein Augenarzt beurteilen.

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An eurer Stelle würde ich bei solchen Werten sofort ins Krankenhaus fahren! D: achtet er nicht auf seine Ernährung? Viele Lebensmittel enthalten Zucker ..nicht nur Süßigkeiten, sondern auch Kohlenhydrate. Setzt euch mal mit einer gesunden, diabetikerfreundlichen Ernährung auseinander. Das schlechte Sehen kann von überhöhten BZ-Werten kommen und man sollte dies ernst nehmen. 

Hier ein kleiner Link dazu:

http://www.diabsite.de/themen/komplikationen/augen/diabetes-und-augen.html

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Also die normalwerte vom BZ sind bei 80-120 mg/dl. Die Insulinausschüttung bei deinem Vater ist schon so gestört das der BZ nicht mehr von selbst reguliert werden kann. Entweder er spritzt sich Insulin oder er nimmt Tbl. Zu sich die den wert senken. Wenn nicht ist das lebensgefährlich. Und das dein Papa schlecht sehen kann kann natürlich mit der Erkrankung zusammenhängen. Der Zucker in den Gefäßen schädigt vor allem Augen und Nieren. Denn dort sind mit die kleinsten Gefäße. Er muss dringend zum Arzt!

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Es mögen hier ja alle Ratschläge gut gemeint sein. Aber:

Dein Vater gehört in eine entsprechende Klinik und das relativ schnell.

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Hallo!

Natürlich kommt es darauf an, wie lange schon die Werte derart hoch sind.

Dies kann sich klarerweise auf dei Augen auswirken (ich bin Typ 1, spritzen) gehe aber alle halbe Jahr zum Augenarzt, zum Nachschauen (aber auch wegen der MS)

Gruß

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Diabetes hat Einfluss auf den Augendruck und demzufolge auch auf die Sehkraft. Der Augendruck muss regelmäßig überprüft werden. Wenn dein Vater eine so schwere Krankheit hat, muss er alle drei Monate zum Arzt und seine Werte kontrollieren lassen sowie seine Medikamente einstellen lassen. Wenn er da nicht hingeht, ist das schon mehr als unverantwortlich. 

Ihn in so einer Situation Auto fahren zu lassen, ist grob fahrlässig. Man kann dadurch sogar den Versicherungsschutz verlieren, wenn er wegen seiner nicht eingestellten Diabetes einen Unfall baut. Damit gefährdet er nicht nur sich sondern auch andere Verkehrsteilnehmer.

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