Zu viele Überstunden, was tun?

4 Antworten

Eine nur vordergründig "blöde" Frage vorweg:

Warum arbeitest Du überhaupt so lange, dass Du an Deine gesundheitlichen Grenzen stößt?!?!

Aber zu den rechtlichen Aspekten Deiner Frage (unter der Voraussetzung der Anwendung deutschen Rechts):

Nach dem Arbeitszeitgesetz ArbZG § 3 "Arbeitszeit der Arbeitnehmer" darfst Du werktäglich 8 Stunden arbeiten (also 48 Stunden wöchentlich); die Arbeitsdauer darf vorübergehend auf 10 Stunden verlängert werden, wenn es einen Ausgleich gibt, so dass innerhalb von 6 Monaten/24 Wochen im Durchschnitt 8 Stunden werktäglich nicht überschritten werden.

Um dem Gesetz Genüge zu tun, müsste der Arbeitgeber sich entsprechend dem Gesetz und seiner Fürsorgepflicht folgend also sehr darum bemühen, dass Du in der nächsten Zeit erheblich weniger arbeitest!

Tut er das nicht, handelt er ordnungswidrig und kann mit Bußgeld bis zu 15.000 € belegt werden (§ 22 "Bußgeldvorschriften"). Wenn er "beharrlich" wiederholt vorsätzlich oder fahrlässig gegen diese Bestimmungen verstößt und damit Deine Gesundheit gefährdet, macht er sich im strafrechtlichen Sinne strafbar, was mit einer Freiheitsstrafe bis zu 1 Jahr (oder Geldstrafe) geahndet werden kann.

Warum leistest Du so viele Überstunden? Waren sie angeordnet, freiwillig erbracht oder ergaben sie sich aus der Arbeitssituation?

Sehen wir einmal von der Beteiligung eines Betriebsrats - den es hier offensichtlich ja wohl nicht gibt (sonst dürfte es nicht zu einer solchen Situation gekommen sein!) - ab. Der Arbeitgeber ist zur Anordnung von Überstunden nur dann berechtigt, wenn es dazu eine dringende betriebliche Notwendigkeit gibt (z.B. muss ein für den Betrieb wichtiger Auftrag unbedingt erledigt werden) oder wenn ein konkreter Notfall vorliegt (z.B. muss ein Lager wegen Überschwemmung geräumt werden). Ohne solche Voraussetzungen musst Du keine Überstunden leisten. Auch freiwilligen Überstunden hat der Arbeitgeber gegebenenfalls unter Beachtung seiner Fürsorgeverpflichtung zu widersprechen! Wir sprechen hier allerdings nicht von dem Fall, dass es sich bei Deiner Arbeit um Führungsfunktionen und/oder eine solche mit einem "herausgehobenen" Einkommen (oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze zur gesetzlichen Rentenversicherung) handelt.

Das sind grob die rechtlichen Aspekte zu Deinem Problem. Eine andere Frage ist jetzt, wie Du damit gegenüber Deinem Arbeitgeber/Vorgesetzten umgehst.

Deine Frage "Was kann ich tun?" kannst nur Du selbst beantworten, weil die Antwort auch davon abhängt, was zu tun Du bereit bist. Denn offensichtlich gibt es eine Lösung nicht ohne Auseinandersetzung mit Deinem Arbeitgeber/Vorgesetzten, und wenn Du eine solche Auseinandersetzung scheuen solltest, helfen hier Ratschläge alleine nicht. Vor allem solltest Du Dich nicht mit einem "Ich habe meinem Vorgesetzten schon mehrmals darauf hingewiesen, jedoch ohne Erfolg." abfinden! Vielleicht hilft ja schon ein deutlicher Hinweis auf die gesetzlichen Bestimmungen (einschließlich der Strafbewehrung bei Verstößen); denkbar ist auch eine Hinweis (der auch anonym erfolgen kann) an die zuständigen Überwachungsbehörden: Gewerbeaufsicht, Amt für Arbeitssicherheit usw. Besonders aber hilft, keine Überstunden mehr zu leisten!

Ohne Initiative Deinerseits, etwas zu ändern, gilt erst recht der Spruch, dass es einen Unterschied gibt zwischen "Recht haben" und "Recht bekommen"!!

Das sind soviele Überstunden, dass sie unmöglich durch eine kurzfristige Sonderaufgabe noch durch eine Vertretung oder sonstige Umstände zu rechtfertigen sind. Was sagt denn Dein Chef - dass das ein Dauerzustand wird? Kannst Du die Überstunden wenigstens abbummeln? Was sagt Dein Arbeitsvertrag?

Es gibt in Deutschland immer noch, auch, wenn viele Arbeitgeber das nicht wahrhaben wollen, ein Arbeitszeitgesetz. Und da drin ist die Mehrarbeit geregelt. Wenn Dein Chef sich nicht einsichtig zeigt , würde ich ihn auf das Gesetz hinweisen. Kommt daraufhin immer noch nichts, wende Dich an einen Anwalt für Arbeitsrecht ( oder, falls Ihr sowas habt, den Betriebsrat bzw. Mitarbeitervertretung). Du brauchst keine Krankschreibung - Du brauchst einfach nur die Erholungszeiten, die Dir gesetzlich zustehen. Und dafür ist der Arbeitgeber verantwortlich, NICHT der Arzt!

Ich nehme an, dass du das Arbeitsgesetzt kennst..

Wie ist es in deiner Firma mit Überstunden geregelt? Musst du sie leisten, oder sind diese freiwillig..

1 Wird gegenüber dem zeitlichen Umfang der Arbeit, der verabredet oder üblich oder durch Normalarbeitsvertrag oder Gesamtarbeitsvertrag bestimmt ist, die Leistung von Überstundenarbeit notwendig, so ist der Arbeitnehmer dazu soweit verpflichtet, als er sie zu leisten vermag und sie ihm nach Treu und Glauben zugemutet werden kann.

2 Im Einverständnis mit dem Arbeitnehmer kann der Arbeitgeber die Überstundenarbeit innert eines angemessenen Zeitraumes durch Freizeit von mindestens gleicher Dauer ausgleichen.

3 Wird die Überstundenarbeit nicht durch Freizeit ausgeglichen und ist nichts anderes schriftlich verabredet oder durch Normalarbeitsvertrag oder Gesamtarbeitsvertrag bestimmt, so hat der Arbeitgeber für die Überstundenarbeit Lohn zu entrichten, der sich nach dem Normallohn samt einem Zuschlag von mindestens einem Viertel bemisst.

Das ist ja durchaus richtig.

Du solltest die Aufzählung allerdings kenntlich machen als Zitat aus dem Internet (Seiten aus der Schweiz) und die Quelle dabei angeben!

Es handelt sich hierbei um Art. 321c IV. "Überstundenarbeit" des "Bundesgesetzes betreffend die Ergänzung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (Fünfter Teil: Obligationenrecht)".

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Vor und Nacharbeiten im Arbeitsvertrag

Hallo liebe Leute , ich habe gegoogelt und gegoogelt ,aber so ne richtige Antwort habe ich nicht gefunden. Es handelt sich um den Passus im AV : Als Uberstunden gelten nicht arbeiten, die zur Erledigung dringender Vor- und Abschlussarbeiten , Aufräumungsarbeiten und sonstiger Arbeiten geleistet werden. es handelt sich um einen Arbeitsplatz an der Tanke und die Überstunden werden hier auch nicht gesondert geregelt.

Ist das rechtens ,wenn man dafür ne viertel Stunde vor und nach der eigentlichen AZ noch arbeitet ohne dafür bezahlt zu werden. Es handelt sich hier um Stundenlohn und kein Festgehalt.

Vielen Dank erst mal.

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Vergütung Überstunden?

Guten Tag,

der Tarifvertrag und Arbeitsvertrag sagen folgendes aus:

39 Arbeitsstunden / Woche
5% Mehrarbeit, falls nötig (2. Std)

Sachverhalt:
1. Es werden grundsätzlich 41 Std. / Woche laut Schichtplan eingeplant. Ist dieses ohne weiteres möglich? Es gehen keine Überstunden auf das Zeitkonto.
Besteht ein Recht auf Vergütung? Ist es rechtlich in Ordnung, dass der Arbeitgeber dies für jede Woche anordnet, unabhängig davon, ob dies notwendig ist?

2. Darüberhinaus ist im Wechsel jeder Arbeitnehmer ca. 1x im Monat an einem Samstag hier. Überstunden gehen auf das Zeitkonto. Kann man dieses verneinen?

Vielen Dank für die Antworten.

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Arbeitszeit - Anwesenheit - Überstunden - Mehrarbeit?

Hallo zusammen,

wie ist folgender Passus aus dem Arbeitsvertrag eurer Meinung nach zu werten?

"Der Arbeitnehmer verpflichtet sich, auch über die betriebsübliche Arbeitszeit hinaus zu arbeiten sowie im zulässigen Rahmen Mehr- und Überarbeit auch an Sonn- und Feiertagen zu leisten. Diese wöchentliche Arbeitszeit von bis zu XXX Stunden wird nicht gesondert vergütet und ist mit der genannten Vergütung abgegolten."

Folgende Frage hätte ich auch noch dazu: Wenn die Arbeitszeit lt. Arbeitsvertrag 40 Stunden beträgt (Feste Zeit von 7-16 Uhr incl. 1 Std. Mittag) wann muss ich dann am Arbeitsplatz sein. Kann der Chef verlagen, dass ich XX Minuten vorher am PC sitze? und auch XX MInuten länger bleibe? Wenn ja wie lange vor- bzw. nachher?

Gibt es hier jeweils einen Absatz im Arbeitsrecht wo das geregelt ist?

Danke.

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Habt Ihr ein Problem mit Überstunden?

da ich meine Tagesmission erreichen will, um zu wissen was ich dann gewonnen habe, frage ich euch ob Ihr ein Problem mit Überstunden habt?

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Ich hoffe hier kennt sich jemand aus und kann mir evtl auch einen Passenden Auszug aus dem Gesetzbuch nennen.

Ich hatte einen 450 Euro Job und hab dort einige Überstunden geleistet. Diese soll ich zum Ende des Arbeitsverhältnisses Abbummeln....leider stimmen die Überstunden meines erachtens nicht. Schuld daran ist eine Formulierung im Arbeitsvertrag, welche meiner Meinung nach nur mit viel Phantasie so zu deuten ist wie es mein Arbeitgeber jetzt vorstellt.

Und zwar steht hier, dass der Angestellte sich bereit erklärt in betrieblich fordernden Situationen monatlich 4 Überstunden zu leisten. Diese sind Zuschlagsfrei."

Ich verstehe 4 Überstunden monatlich ohne Zuschläge (sprich Nachtzuschlag etc.) .... noch dazu musste ich monatlich teilweise mehr leisten....

Mein Arbeitgeber sagt jetzt, dass ich monatlich 4 Überstunden leiste, welche bereits in meinem Grundlohn enthalten sind....er definiert Zuschlagsfrei mit grundsätzlich ohne ausgleich.

Ich bin eigentlich der Meinung, dass es bei 450 eurojobs gar keine unbezahlten überstunden geben darf, da es der Grundlohn gar nicht gerechtfertigt. noch dazu wäre dies ja eine verarsche des Mindestlohns. statt der veranschlagten 52h/Monat wären es ja dann 56h/Monat und damit unter dem Mindestlohn.

Sehe ich das Falsch bzw. kann mir jemand helfen?

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