Zu viel Leckstein? (Pferde)

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Sagen wir mal so: Ein Leckstein mineralisiert ein Pferd nicht so gut wie ein Mineralfutter. Das heißt, wenn Du Dir die Präparate vom Tierarzt zum Auffüllen irgendwelcher Mängel nach Blutbildern ersparen willst und Deinem Pferd Befindlichkeitsschwankungen ersparen willst, nimm ihm den Leckstein wieder weg und kauf stattdessen ein Mineralfutter. Das sind so zusammengestellte Mineralien etc., die auch in einer Form vorliegen, in der die Pferde sie gut aufnehmen können. Davon gibt man so 60 bis 100 Gramm (je nach Pferd und gewähltem Mineralfutter) täglich. Wird leicht verwechselt mit "mineralisierten" Pellet-Kraftfuttern oder Müslis, die mehr schaden als nutzen, daher der Hinweis auf die Dosierung.

Lecksteine rufen bei den meisten Pferden Durchfallerkrankungen hervor, weil sie hauptsächlich aus Salz bestehen und die Pferde nur wirklich ganz, ganz wenig lecken dürften, um das zu vertragen. Selbst in Aktivställen, wo normal nicht aus Langeweile geleckt wird, sieht man, dass die, die viel dran hängen, darauf Durchfall bekommen. Lustigerweise beobachtet man dann, dass man den Leckstein aus dem Stall nimmt, damit es nicht schlimmer wird und Pferdebesitzer her gehen und ihren Pferden dann eben während des Putzens außerhalb des Offenstallbereichs einen Leckstein reichen, eben WEIL die Pferde Durchfall haben, d.h. es kursiert immer noch die gegenteilige Meinung, bei Durchfall würden sie einen Leckstein brauchen.

Vermutlich kommt das daher, dass Pferde, die viel stehen müssen (Boxenhaltung, nur wenig Weidegang ...) zu zu festem Stuhl neigen und es in Kombination mit der Durchfallneigung durch Lecksteingabe zu eben normaler Konsistenz der Pferdeäpfel führt. So entstand wohl die Meinung "Lecksteingabe bringt die Verdauung in Ordnung".

Aus meiner Sicht als Besitzerin zweier Pferde sage ich: Als Akutmaßnahme bei zu festen Äpfel ist es sicher nicht ungesund. Langfristig möchte ich mein Pferd nicht übersalzen, um es halbwegs zu mineralisieren. Meine Tierärzte (sowohl die Ärztin, die sich auf Fütterung spezialisiert hat als auch die Mitarbeiter meiner "Hausarzt-Klinik") raten definitiv vom Leckstein ab, geben auch ihren eigenen Pferden keinen.

Es ist aber kein Salzleckstein, sondern ein Mineralleckstein! Gilt das dann immer noch was du sagst, also dass ich dieses andere Futter geben soll?

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@KleineEidechse

Ja, es gilt.

Ein Salzleckstein besteht zu 100% aus Salz, eben mit dem, was grad im Salzstock so vorkommt.

Einen Mineralleckstein kannst Dir vorstellen als würdest Du in die Menge Salz zwei bis drei Esslöffel Mineralzusatz einrühren (soviel wie von einem Mineralfutter ein Pferd täglich bekommen soll etwa).

Dies jedoch nicht in der gut aufgeschlossenen Form, die sie gut verarbeiten können, wie es bei einem hochwertigen Mineralfutter ist, sondern in der einfachsten und billigsten Form, die bestenfalls so gut verwertet wird wie bei einem sehr billigen Mineralfutter - also wo mehr davon ausgeschieden wird als sinnvoll im Pferd ankommt. Es macht einen gewaltigen Unterschied, ob Eisen als E1 Eisenaminosäurechelat vorliegt oder als Eisen-ll-fumarat. Und auch da kann man nicht sagen "so muss es vorliegen", denn es kommt drauf an, in welcher Form und Menge die anderen Elemente vorliegen, also auf die Gesamtzusammensetzung. Billige Mineralfutter hingegen sind aus dem zusammengemischt, was grad günstig her ging ... und im Leckstein ist schon erst recht das billigste drin, was aufzutreiben ist ungeachtet dessen, ob es mit den anderen Sachen noch funktioniert oder nicht.

Was da auf alle Fälle funktioniert ist, dass der Pferdebesitzer ein gutes Gewissen hat, weil ja mineralisiert wurde und der Umsatz in Ordnung ist. Und die Dinger kosten ja auch nichts, jetzt so im Vergleich, also geht der Umsatz über die Menge Absatz, nicht über die Qualität und den damit verbundenen Preis.

Aber wenn man überlegt, wieviel Salz man für die paar billigen Mineralstoffe gibt, steht das einfach in keinem Verhältnis. Man weiß um die Schäden, die unsere relativ salzreiche Ernährung beim Menschen anrichtet (Bluthochdruck). Das gilt sinngemäß auch für's Pferd, wobei man da nicht einfach über's Gewicht hochrechnen darf, sondern auch das komplett andere Verdauungssystem beachten muss. Aber im Großen und Ganzen tut denen das auch gar nicht gut. Klar kennt man die weißen Krusten auf verschwitzten Textilien, aber das bisschen, was da an Salz drin ist, kann man anders wieder auffüllen, z.B. ist in den guten Mineralfuttern auch eine entsprechende Menge drin und man dosiert die nach dem Arbeitspensum. So wie man beim Menschen den Salzhaushalt auch über ganz normale, nicht besonders gesalzene Ernährung locker geregelt bekommt und nicht löffelweise Salz dazu essen muss.

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@Baroque

Es gibt verschiedene Lecksteine

Himalaya Salzlecksteine sind natürlich abgebaut, sind grüne Schlieren oder Adern drin finger weg das sind dann Ablagerungen von Kupfer

Viehsalzleckstein weiß - nur Salz

Mineralleckstein - meist rotliches braun - weniger Mineralien als zB Mineralfutter

Lecksteine mit Kräuterauszügen zB Eukalyptus - naja ... was der Mensch nicht alles kauft ;-)

Wie Baroque schon schreibt: Blutuntersuchung beim TA ist am Aufschlußreichsten

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@reiterhexe

Ja, ich ging mal davon aus, dass wir hier von einem der üblichen bräunlichen Mineraldinger sprechen.

Aber "was der Mensch nicht alles kauft" trifft es so schön. Und ich sag mal, woher haben wir Pferdebesitzer das Wissen? Wir wissen alle das, was uns vor dem Pferdebesitz erzählt wurde plus das, was wir zwangsläufig dazu lernen mussten, der eine vielleicht auch, weil er aus eigenem Interesse weiter recherchiert, der andere, weil sein Pferd was hatte, was eben kuriert wurde.

Aber was uns vor dem Pferdebesitz erklärt wurde, kann so verschiedene Qualität haben, dass es nahezu unfassbar ist. Der eine hatte als "Berater" einen befreundeten, auf Fütterung spezialisierten Tierarzt, dessen Pferd er vielleicht als RB ritt, der andere durfte die Pferde des Bauern nebenan putzen und reiten und bekam von dem erzählt, was zu tun ist, der dritte wurde von einem mehr oder weniger guten und wissenden Reitlehrer begleitet.

Also fällen die Menschen oft die Entscheidungen für ihren Einkauf einfach sehr subjektiv und wenn sie sich in der Erkältungszeit gerne mit Eukalyptusbonbons über Wasser halten, dann kaufen sie ihren Pferden auch sowas.

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@Baroque

Vielen Dank eure ganzen Beiträge waren sehr hilfreich! Ich werde erst 11 und bin deswegen manchmal unsicher was ich machen soll danke :)

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Stelle ausreichend Wasser zur Verfügung, dann ist das gar kein Problem. Es sind ja auch keine Mengen, die das Pferd ableckt.

Danke Wasser hat sie auch immer

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Hallo kleine Eidechse! Was für einen Leckstein hast du deinem Pferd denn gegeben? Wenn es ein normaler Salzstein ist, hatte sie wahrscheinlich einen akuten Salzmangel. Dann schmeckt das Salz einfach doppelt so gut! ;) Pass aber auf, dass sie keinen Durchfall bekommt! Wie hier schon erwähnt wurde, kannst du sie ja etappenweise an den Stein gewöhnen, bis sie sich nicht mehr so heisshungrig darauf stürzt. Meine Stute ist an die Industriesalzsteine nie dran gegangen (weiß) also nahm ich an sie bräuchte kein zusätzliches Salz. Bis ich ihr dann einmal einen Himalajasalzstein mitbrachte! Den hat sie innerhalb von 3 Tagen gefressen!!!! Also richtig gekaut! (war ein kleiner) Seitdem hat sie immer einen in ihrer Box hängen und sie geht regelmäßig aber nicht übermäßig dran. Solltest du einen "Lickit-Stein" haben (bunte Farben) musst du etwas mehr aufpassen: Die Dinger enthalten Geschmackszusätze und Zucker und die Pferde naschen ihn weils schmeckt, nicht weil sie ihn brauchen!!! GlG

Es war ein Mineralleckstein. Ich hatte ihn jetzt erstmal weggenommen und geb ihn vielleicht bald wieder aber Baroque hat geschrieben dass ich das gar nicht machen soll... Weiß jetzt nicht, ich guck halt mal wie gut es ihr tut oder? Durchfall hat sie bisher jedenfalls nicht.

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@KleineEidechse

Naja, Du musst ihn jetzt nicht zwingend vor'm Pferd verstecken meinetwegen. Wenn in unserem Stall mal einer hängt, lauf ich auch nicht gleich Amok, obwohl unser "kleiner" die Dinger göttlich findet und stundenlang dran hängt - obwohl Blutbild gut - und da durchaus immer Durchfall bekommt. Würde immer einer gegeben werden, würde ich den Stallbesitzer ansprechen, aber ich weiß aus Gesprächen, dass er selbst hier dieselben Informationen hat wie ich und er hängt da einen oder maximal zwei pro Jahr rein - für 35 Pferde, auch, um die Liegehalle mal wieder attraktiv zu machen, wenn sie die zu vergessen scheinen. Der hängt nämlich da drin.

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