zu sensibel/ was kann ich dagegen tun?

4 Antworten

Hi.

Nicht bös gemeint: kein Wunder, dass Du bei dem Vater nen Knacks weg hast. Was ist n das für n Mann, kontrollverlustig rumzuschreien, weil kein Klopapier da ist. Der hat Probleme!

Erst mal ist Sensibilität nicht schlimm. Im Gegenteil, wenn Du die in solchen Situationen im Griff hast, dann ist die n riesengroßer Vorteil. Schafft Dir Empathie und die ist im Umgang mit Menschen unschlagbar. Und Umgang mit Menschen wirst Du immer haben.

Gut, was war jetzt bei Dir das Problem? Ich vermute mal, dass Du die vielen "negativen Schwingungen" auf Dich bezogen hast. Dass Dein Dad seine Männlichkeit, seine Glaubwürdigkeit und seinen Führungsanspruch auf dem Altar der Jämmerlichkeit abgebrannt hat, weil Du ihn aus der Mitte gebracht hast. Oder zumindest n Teil davon warst. Aber das ist Unfug. Das ist n erwachsener Mann, Du bist Kind (juristisch, oder Teenie, macht hier keinen Unterschied), da hat der der Starke zu sein. Und Kontrollverlust ist Unsicherheit, Unsicherheit ist Schwäche. Ergo ist das nicht Dein Fehler. Der souveräne Mann hätte vor seinen Geschäften das Fehlen des Klopapiers bemerkt und hätte das Personal drauf aufmerksam gemacht. Er war zu blöd, mal nen Blick drauf zu werfen und hat dann den gerechten Zorn auf sein Versagen auf Andere projiziert, die Verantwortung abgegeben, dass er nicht schon wieder versagt hat. Ist der beste Weg zu erneutem Versagen, ist n Teufelskreis. Traurig, aber weder Deine Schuld noch Dein Problem!

Was kannst Du jetzt machen? Erstens brauchst Du nen moralischen Kompass, so dass Du urteilen kannst, ob Verhalten gut oder schlecht war. Kann ich auch sonst empfehlen, der gibt Dir im Sozialen Sicherheit, das gibt Souveränität und die macht Alles leicht. Ist heute in der werteindividualisierten Gesellschaft n langfristiges Projekt (das klappt nämlich nur, wenn der Kompass komplett fair, praktikabel und streng nach kantschem kategorischen Inperativ ist. Außerdem gilt er für Dich strenger als für alle Anderen). Ich selber habe viel aus dem Buch "Spielregeln" von Moritz von Knigge gelernt. Ist super! Außerdem sind die christlichen Werte auch nicht schlecht - waren schließlich jahrhunderte lang unsere Leitkultur und haben wir in der Muttermilch aufgesogen, auch die Agnostiker. Ich fand die Erklärung der 10 Gebote im katholischen Katechismus nicht schlecht (bisschen zu sozialromantisch für meinen Geschmack aber n super Anfang), die Bergpredigt ist zwar für Fortgeschrittene, aber n Ziel, das lohnt, drauf hin zu arbeiten.

Und dann brauchst Du Selbstbewusstsein, so dass Du nicht immer Alles auf Dich beziehst. Echtes, nicht das amerikanisch Eingeredete. Mein Weg dahin war und ist, mir Ziele zu setzen und mir die mit viel Mühe, Fleiß, Disziplin und stoischem Willen zu erarbeiten. Dann habe ich Lob bekommen und das hat mir Ego gebracht. Muss halt was sein, was Du gerne tust, weil Du wirst es oft und lang tun müssen, um Dich von der Masse abzuheben. War bei mir erst die Kampfkunst, dann die Gitarre, dann mein Job (also das Ergattern des Selben), und dann der gewandte Umgang mit den Damen (ist jetzt in der Endphase). Kann aber alles Mögliche sein. Das Einfachste wäre n Hobby, n Sport, soziales Engagement oder so. Und optimalerweise eine gerade angesehene Aktivität, weil das finden mehr Leute gut.

Früher war ich auch so, ich habe einfach immer geweint, obwohl ich das nicht wollte keine Schuld hatte aber trotzdem flossen die Tränen. Also kenne ich das Gefühl. Menschen sagen zu einem das es völlig in Ordnung ist zu weinen. Du siehst aber in ihrem Blick wie genervt sie sind. Ich habe auch Eltern, die sehr schnell ausrasten und auch wegen jeder Kleinigkeit. Ich glaube nicht wirklich das dir das hilft was ich ihr schreibe aber ich habe es gehasst so schnell zu weinen, ich hab mich als Schwach angesehen. Als ich umgezogen bin, habe ich mir geschworen anders zu werden. Ich habe es geschafft. Ich habe noch Momente wo meine Sensibel Seite zum Vorschein kommt, wenn es um meine Familie, Freunde und Tiere, selbst dann weine ich nicht vor anderen ich weine alleine. Ich lasse meine Tränen nur bei bestimmten Personen zum Vorschein bringen. Dieser Umzug war also der Ausschlagende Punkt weil ich mich gehasst habe und andere Menschen mich nicht kannten. Die anderen wussten ja das ich sehr schnell weine, da konnte ich mir eine eigene fast neue Persönlichkeit bilden. Um ehrlich zu sein war der Umzug das beste was mir passiert ist, ich bin endlich ich. Aber vielleicht bist du einfach Sensibel, wenn nicht probiere einfach nicht mehr zu schnell zu weinen indem du an etwas anderes denkst, deine Meinung sagst, das Thema auf ein schöneres Thema legst, aus dem Raum gehst. Was mir besonders hilft ist Musik hören oder das was ich am liebsten in diesem Moment zu sagen habe aufzuschreiben. Wenn all das nicht hilft bist du Sensibel was auch überhaupt nicht schlimm ist, wir brauchen auch Sensibel Menschen auf dieser Welt.

Zum einen sollte man Sensibilität niemals abstellen. Aus einer Sicht könnte auf diesen Planeten durchaus mehr mehr Menschen feines Gefühl haben. Zum anderen ist das was da gerade bei dir abgeht auch emotionale Grobmotoriker kein Zuckerschlecken. Einziger Fehler aus meiner Sicht: Zweifle nicht an Dir. Da ist nichts verkehrtes.
lg
Thomas

Du hast eben ganz schlechte Vorbilder! Deine Eltern sind daneben. Nein, das ist nicht Deine Schuld. Deine Eltern sind eben hilflos. So einfach.

Dein Vater hätte keinen Aufstand machen müssen! Er hätte nicht mal nach einem Taschentuch fragen müssen! Er hätte einen Kellner ansprechen können und dezent darauf hinweisen können, dass er Klopapier braucht. Punkt. Sicherlich ist es nicht schön, Klopapier vermissen zu müssen! Aber einen Aufstand muss man deswegen auch nicht machen! Mal angenommen, ein Gast hat "aus Spaß" sämtliches Klopapier eingesteckt - dann ist logischerweise nichts mehr da. Ist aber kein Beinbruch. Dein Vater macht einen Mord draus!

Und dass er im Auto weitertobt, zeigt nur, wie hilflos er ist. Im Auto hört ihn keiner der Verantwortlichen (die Leute im Restaurant), sondern nur ihr. Du kannst tatsächlich nichts dafür, dass das Papier fehlte! Warum - also - musst Du Dir das Getobe Deines Vaters antun? Weil er nichts anderes gelernt hat, außer Ausrasten. Schade. Mach Du es besser, wenn Du erwachsen bist!

Ich denke, Du wirst noch stärker werden, denn Du hast ein schlechtes Beispiel vor Dir: Deinen Vater. Du hast die Möglichkeit, alles besser zu machen!

Und bis dahin darfst Du auch weinen: Es erleichtert ein wenig.

ich reagiere so bei Sachen, für die ich eigendlich gar nichts kann, dann kannst du dir sicher vorstellen wie viel schlimmer es wird wenn ich dran schuld bin...

ich meine, ich bin mittlerweile 17 Jahre alt, und ich werde eher sensibler als härter (wenn du verstehst was ich meine)... ich will das nicht mehr...

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@schokoschake

Ja, ich weiß, was Du meinst.

Such Dir gute Freunde! Fange an, Dich von Deinen Eltern zu distanzieren. Sie und ihre Methoden sind eher schlecht für Dich: Du fühlst Dich ja ständig schuldig. Freunde geben Dir das Gefühl, richtig zu sein! Durch sie kannst Du innerlich wachsen.

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