Zu schwer für die Bundeswehr?

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2 Antworten

Hier kursiert  wieder jede Menge Unfug. Um das mal ganz einfach auf den Punkt zu bringen: Alles was bis 27,5 geht hat die Chance T II (also tauglich) gemustert zu werden. Alles was drüber geht ist erstmal raus. Es liegt nun im Ermessen des Arztes eine Einschätzung über das Potenzial des Bewerbers verbunden mit einer Gewichtsreduktiom zu machen. Wenn er der Meinung ist, dass Sie das Potenzial haben, abnehmen zu können (gilt in der Regel für einen BMI bis 30, in Ausnahmefällen auch bis 35), dann wird er Ihnen eine Facharztauflage auferlegen. Das bedeutet aber noch lange nicht, dass Sie tauglich sind! Im Gegenteil: Der Arzt wird eine Deadline setzen. Bis zu dieser müssen Sie dann durch einen Arzt eine bestätigte Gewichtsreduktion nachweisen lassen. Es ist in diesen Fällen auch nicht unüblich eine Leistungsergometrie bis Maximalbelastung anzuordnen. Dadurch gewinnt der Arzt einen zusätzlichen Eindruck über eine adäquate Leistungsfähigkeit, die sich positiv/bestätigend auf das Urteil des Arztes auswirkt.

Wenn Sie also die Chance bekommen eine Facharztauflage zu erfüllen, dann haben Sie die Möglichkeit sich zu beweisen. Vom Fleck weg sind Sie aber dann im Moment der Untersuchung erstmal untauglich. Erfüllen Sie die Auflage nicht, bleiben Sie das auch. 

Um das noch mal zu unterstreichen: Es ist keinesfalls Pflicht des Arztes Ihnen die Chance zu gewähren Gewicht zu verlieren! Mit einem außerplanmäßigen BMI sind Sie erstmal einfach untauglich. Achten Sie also vielleicht drauf, was Sie für sportliche Leistung erbringen und erleichtern Sie dem Arzt die Entscheidung indem Sie zumindest so um (besser weit unter) einen BMI von 30 kommen.

An die ganzen Flachnasen die hier was von "BMI ist ja totaler Quatsch" predigen: Nein, das ist er nicht! Auch wenn landläufige Meinungen das behaupten. Er bietet dem Arzt ein sehr leichtes diagnostisches Mittel um eine Einschätzung über die Konstitution des Bewerbers machen zu können. Zu jeder Musterung gehört auch eine körperliche Musterung! Stellt der Arzt da fest, dass der Bewerber nicht fett sondern sehr trainiert ist, dann wird sich das natürlich positiv auf die Bewertung der Tauglichkeit auswirken. Der Rahmen ist schon sehr großzügig gewählt. Und alles was darüber hinausgeht ist entweder extrem ungesund oder mit Standards der Bundeswehr nicht mehr vereinbar (z.B.: EPA liefert eine festgeschriebene Anzahl an kcal und das sind keine 10 000 für einen "cheat day" / Bekleidung bei der Bundeswehr besitzt einen angenehmen Schnitt; Anzugsart "Schnürschinken" wird nicht in der Anzugsordnung für Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr erwähnt).

Das kommt auf die Verwendung (Stelle) an. Bei der Musterung erfährst du alles was du wissen mußt.

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