Zu hohe Dosis bekommen?

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2 Antworten

Immer mit der Ruhe :-) . Ein normaler Mensch hat etwa 10000 Bequerel (hauptsächlich vom Kalium-40). Und da es bei Europium-152 um einen Beta-Strahler handelt, wird Deine aufgenommene Dosis wohl eher im esoterischen Bereich liegen :-) . Die Beta-Teilchen (Elektronen) werden wohl hauptsächlich in Deiner obersten Hautschicht stecken geblieben sein. Natürlich haben es auch einige ins belebte Gewebe geschafft. Rauchst Du halt mal eine Woche nicht, oder gehst nicht bei Berufsverkehr vor die Tür.

Generell hängt der körperliche Schaden von der aufgenommenen Dosis ab, wie auch bei anderen Giften oder krebserregenden Stoffen. Denn wie sagte schon Paracelsius "Die Dosis macht das Gift". Man fällt ja auch nicht gleich tot um, wenn man an einer Zigarette zieht, oder davon gleich eine ganze Schachtel pro Tag raucht. Es erhöht sich das Risiko an Krebs zu erkranken. Ab einer Strahlendosis (genauer Sofort-Dosis) von 1 Sievert erhöht sich das Risiko an Krebs zu erkranken um etwa 1%. Darunter ist bei Sofort-Dosen kein erhöhtes Krebsrisiko erkennbar. Bekommt man dann noch mehr ab, wirds recht schnell sehr gefährlich. Bestrahlt man z.Bs. 100 Menschen mit einer Sofort-Dosis (Blitzdosis) von 4,5 Sievert, werden 50 sterben. Das ist eine statistische Tatsache. Wie bei anderen Giften oder krebserregenden Stoffen (Dioxin, Furanen, ...) kann man nicht direkt sagen, ob der einzelne daran erkrankt oder sogar stirbt. Der eine bekommt vielleicht schon nach einem Jahr Rauchen Lungenkrebs, der ander raucht sein lebenlang und hat nur Husten. Jedoch schaut man sich eine Gruppe von Menschen an, wird man sehr wohl einen Zusammenhang zwischen Erkrankung und Dosis feststellen. Genau so kann man das auch bei der radioaktiven Strahlung sehen. Das trifft natürlich auch auf das so beliebte Sonnenbaden zu. Man bekommt nicht gleich Hautkrebs, wenn man mal einen Sonnenbrand hat. Jedoch erhöht sich mit jedem Sonnenbrand das Risiko zum Hautkrebs. Eine weit wahrscheinlichere Auswirkung ist verstärktes Altern der Haut. PS. Wie bei chemischen Giften weit bekannt, gibt es auch bei radioaktiver Strahlung einen Hormesis-Effekt. So wie die UV-Strahlung des Lichtes sehr wichtig für die Vitamin-D-Bildung ist, natürlich nicht im Übermaß!

tranger1337 07.03.2012, 19:17

Gut, vielen Dank für den umfangreichen Exkurs. =)

Die Geschichte mit: Die Dosis macht das Gift war mir ja auch schon bekannt.

Nur sind mir halt keine Quellen bekannt, wo man sich erkundigen kann aber welchen Mengen Strahlung bedenklich ist, bzw. wann genau man solch eine Menge abbekommen hat. Ich weiß zwar, dass man über die Aktivität die Organdosis berechnen kann, aber wie genau sowas abläuft ist mir schleierhaft. Das ist ja sowieso das Problem warum viele Leute panische Angst vor der Strahlung haben. Und irgendwo verständlich. Wenn jeder genau wüsste wieviel gefährlich ist und wieviel wodrin steckt, dann würde die Radioaktivität für den Normalbürger auch ihren Schrecken verlieren...

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ocin1 08.03.2012, 19:46
@tranger1337

Erst mal vielen Dank für Deine Bewertung. In der Tat, das Gebiet der Strahlenschäden ist recht schwer zu quantisieren, da man ja nicht einfach mal eine Gruppe von Menschen bestrahlen kann um an experimentelle Ergebnisse zu kommen. Also versucht man alle möglichen Infos um Strahlen-Unfälle, ungewollte Kontamination und die Folgen der Kernwaffenabwürfe über Japan systematisch zusammen zu tragen und daraus ein Modell zu erstellen. All diese Strahlenunfälle bieten jedoch nur Infos für Wirkungen im hohen Dosisleistungs-Bereich und dann auch nur für eine blitzartige Verabreichung (Kernwaffe). Der viel interessantere Bereich ist die niedrige Dosisleistung, wie sie z.B. beim Fliegen, in KKW , in der Natur oder beim Röntgen relevant ist. Schau doch mal unter http://www.novo-argumente.com/magazin.php/novo_notizen/artikel/0001071 oder bei Wiki unter "Dosis", "Dosisleistung", "Strahlenbelastung", "Strahlenschaden", oder eine sehr interessante Broschüre auf "ww.kernenergie.de/kernenergie/Service/Downloads/". Hier findest Du unter anderem eine Broschüre "Radioaktivität und Strahlenschutz" . Weiter gibt es ein Modell, welches einen linearen Zusammenhang zwischen der aufgenommene Dosis und dem Krebsrisiko erstellt. Dieses Modell ist jedoch sehr zweifelhaft, da das eine enorme erhöhung von Krebserkrankungen im z.B. Luftfahrtbereich oder eine höhere Krebswahrscheinlichkeit in Gebirgen. Es gibt nämlich Gegenden auf unserer Erde wo man einer um etwa der 100'fachen natürlichen Umgebungsradioaktivität ausgesetzt. Schau einfach mal im Netz :-)

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In Anbetracht der Zeit würde ich sagen: die Dosis ist sehr gering. Nach Tschernobyl waren die Menschen in Süddeutschland tagelang Böden mit mehr als 500000Bq/m3 ausgesetzt. Gut, auch hier sind jetzt immer mehr Krebsfälle zu beobachten - aber ich glaube das Risiko in deinem Fall ist klein.

tranger1337 06.03.2012, 19:54

Ok, vielen Dank.

Wie man die Organdosis für (in diesem Fall) die Hand berechnet, weißt du nicht zufällig, oder?

Rein interessehalber...

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23andi 07.03.2012, 18:46
@tranger1337

Nein. Aber ausschlaggebend ist natürlich auch, ob das Strahlungsmaterial direkten Hautkontakt hatte, mögliche Partikel so in den Körper gelangen konnten. Das wäre belastender als nur die Bestrahlung durch den Stoff. Verstrahlte Pilze haben teilweise auch Bq-Werte von 20000 Cs-137/kg - die fasst auch niemand mit Schutz an. Manche essen sie sogar.

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