Zu hohe Anwalts/Mahnkosten bei noch nie erhaltener Mahnung

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3 Antworten

Zwei Fragen solltest musst du dir stellen

  • Besteht der Anspruch auf Ersatz des Verzugsschadens dem Grunde nach?
  • Wenn ja, besteht er in der geforderten Höhe?

Ob Verzugsschaden dem Grunde nach zu ersetzen ist hängt davon ab ob du dich wirksam im Zahlungsverzug befunden hast. Um in Verzug zu geraten gibt es mehrere Möglichkeiten

  1. man schickt dir eine Mahnung. Die Zustellung muss der Absender beweisen. Ohne eingeschriebenen Brief schwierig bis unmöglich.
  2. Es handelt sich um eine Dauerschuldvepflichtung (z.B. Wohnungsmiete). Die Fälligkeit einer Rate ist kalendertechnisch bestimmt und das Datum ist verstrichen.
  3. Im Vorfeld wurde im Rahmen des Vertrages und auf der Rechnung eindeutig vereinbart, dass der Verzug nach Ablauf von 30 Tagen nach Rechnungsstellung automatisch eintritt.

Prüfe dies also.

Wenn die Forderung also dem Grunde nach besteht schaut man ob die Höhe angemessen ist. Rechtsanwälte rechnen nach RVG ihre Tätigkeiten ab. Dabei sind aber ein paar Dinge zu beachten.

  1. Für die gleiche Tätigkeit darf nicht ein Inkassobüro und ein Rechtsanwalt beauftragt werden.
  2. Inkassogebühren sind nicht erstattungspflichtig, wenn diese nicht zweckdienlich waren. Dies ist bei geschäftserfahrenen Gläubigern im Masseninkasso eigentlich immer der Fall, also nicht bezahlen.
  3. Kontofürhungsgebühren oder sonstiger Schmarn sind rechtswidrig.
  4. Pro Mahnung dürfen maximal 2,50 € verlangt werden, wenn keine höheren Kosten nachgewiesen werden.
  5. Verzugszinsen für Verbraucher betragen 5%-Punkte über Basis.
  6. Für eine Kontorücklastschrift dürfen auch nur 3-5,- € verlangt werden, wenn keine höheren Kosten nachgewiesen werden.

Der Höhe nach können wir deine Forderung nicht prüfen, weil du die einzelnen Punkte nicht benennst.

mepeisen hat unlängst einen schönen Tipp dazu geschrieben, dazu muss ich mir mal ein Bookmark setzen.

Hier ist der Link für deinen Bookmark ;-)

http://www.gutefrage.net/tipp/mahnung-inkasso-und-inkassogebuehren-teil-1

Und die weiteren teile einfach in der URL hinten die Zahl hochzählen. Es gibt hierzu vier Teile. Wegen dem Verzug, das befindet sich in Teil 1. Gerade was Anwaltskosten bei einem Umzug anbetrifft, habe ich ein urteil des BGH nochmal angegeben. Unten in den Kommentaren. Allerdings muss man hier bedenken, dass man die Adresse bei Umzug selbst hätte ändern können. Also: Ein Restrisiko gibt es hier. Das gibt es aber eigentlich immer.

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@mepeisen

Also kann ich die Kanzlei erstmal anschreiben mit der Forderung Ihre legitimierung zu beweißen das Geld für Click and buy einfordern zu dürfen? Und überweise direkt die 31,49 + Zinsen + 15 euro für 3 Rücklastschriften. Und ihre kosten sind nicht gerechtfertigt wenn ich das richtig verstehe da Click and buy mich nicht in Verzug gesetzt hat, auch nicht mittels Adressermittlung. Und man sich nicht an die schadensminderungspflicht gehalten hat?

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@kopfi1909

Bei Rechtsanwälten reicht es aus die Legitimation anwaltlich zu versichern.

Taucht diese Passage im Text auf ohne dass es tatsächlich eine Vertretungsvollmacht gibt, so kann der Anwalt ganz schnell die Zulassung verlieren.

Und überweise direkt die 31,49 + Zinsen + 15 euro für 3 Rücklastschriften.

Wieso 3 Rücklastschriften. Wenn es eine Forderung aus einem Monat ist, entsteht einmal die Gebühr. Wenn der Gläubiger dann noch 2 mal versucht die gleiche Forderung einzuziehen ist es seine eigene Schuld.

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@kevin1905

Hallo Kevin, ich meine die buchen Artikelgebunden ab. Also kauft man montags ne App geht mittwochs was ab kauft man donnerstags eine dann wohl Montags darauf usw. Also gehe ich auch aufgrund der Summen davon aus das esinsgesamt 3 Apps waren. Mit 3 Lastschriften. Dann wären wir ja bei den 15 bzw 45 Euro. Was schlägst du denn vor wie ich am besten verfahre?

Sie mahnt mich an das wenn ich nicht innerhalb von 10 Tagen bezahle sie kostenpflichtige einziehungsmaßnahmen gegen mich veranlasst.

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Inwiefern bennen ich habe leider nur so eine "Excel tabelle" von der Kanzlei bekommen wo die Kosten so drin stehen. Bei den verf. gebühren steht noch VV2300) in Klammern und bei den Auslagen vom 11.08 VV 7002)

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Also es gab eine Forderung von 8,99 dazu kamen 15 Euro für die Rücklastschrift + 7,50 Mahngebühren. Sie hat mir Kopien der Mahnungen an die alte/falsche Adresse geschickt. Die 45 Euro und die 9 Euro sind ja demnach "Spaßkosten" um nen Gewinn rauszuschlagen. Wie sieht es denn mit der Anwältin aus? Die wäre ja nicht nötig gewesen hätten die einmal an die richtige Adresse geschickt?! Und ich hätte halt die 10 Euro für die Anschriftenprüfung zahlen müssen was ich auch verstehen würde. Und wie antworte ich nun am besten der Anwältin. Um da nicht die 10 Tage verstreichen zu lassen? Kann mir da jemand bitte einen Tip geben

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Wirf das Schreiben am besten in den Mülleimer. Auch wenn ursprünglich eine Rechnung bestanden hat, so hat der Anwalt vor, sich an dir zu bereichern. Die Rechnung aus dem Jahr 2014 kommt vier Jahre nachdem du den Artikel bezogen hast, wenn ich das richtig erkenne. Ich meine du kannst tun was du möchtest, aber ich würde da nicht mehr drauf reagieren. Wenn er sich im gesetzlichen Rahmen befinden würde, wären die Nebenkosten nicht so horrend hoch. Er kann dir nicht mehr an den Karren fahren.

Der Kauf war wohl von Januar 2014, nicht von 2010. Aber du hast recht: Wenn es aus 2010 ist, ist es verjährt. Man sollte dann den Anwalt kurz per Einzeiler auf die Verjährung aufmerksam machen. War der Kauf aber von 2014 ist es nicht verjährt.

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Wenn die Hauptforderung berechtigt ist, solltest du die sofort bezahlen - direkt an den Gläubiger.

Bei den Gebühren kommt es drauf an, wie die sich zusammensetzen. Schreibmal die Details.

28.03. bearbeitungsgebühr 45 Euro 28.03 Auslagen 9 Euro 08.08. Ermittlkosten stpfl 4 Euro 11.08. Verf. Gebühr 58,50 Euro 11.08 Auslagen 11,70

  • die 31,49 und zinsen in 0,xy Centbereichen
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@kopfi1909

Ok, schau morgen nochmal hier rein - es gibt hier Leute, die genauer Bescheid wissen. Darum habe ich deine Themen ergänzt.

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@Georg63
28.03. bearbeitungsgebühr 45 Euro 28.03 Auslagen 9 Euro

Das sind die normalen RVG Gebühren. Zur Durchsetzbarkeit schaue mal in Kevins Antwort. Komplett streichen.

08.08. Ermittlkosten stpfl 4 Euro

Ist ggf. OK, die mussten deine neue Adresse herausfinden.

11.08. Verf. Gebühr 58,50 Euro 11.08 Auslagen 11,70

Klingt nach Unfug. Es gibt doch noch gar keinen gerichtlichen Mahnbescheid oder? Komplett streichen.

die 31,49 und zinsen in 0,xy Centbereichen

Sind natürlich OK. Zinsen nachrechnen bei www.basiszins.de/zinsrechner

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@mepeisen

Danke erstmal allen bis hierhin. Der Kauf fand im Januar 14 statt ist also nicht verjährt. Das verstehe ich ja auch und das will ich auch bezahlen natürlich. es gab wohl 1 oder 2 Rücklastschriften. da es halt nur "kleine" Beträge waren (Handyapps) ist das leider nicht aufgefallen. Und danach habe ich nie wieder etwas davn gehört und ein einloggen war nicht mehr möglich weil das Konto natürlich gesperrt war. Also ich vermute mal die 45 Euro und die 9 sind noch von Click and Buy in Rechnung gestellt. also gehe ich hier mal von 10 euro aus die berechtigt sind zum decken der Rücklastschriftskosten?! Statt der veranschlagten 54 Euro. Bei den Ermittlungskosten scheue ich mich etwas da Sie meine neue Adresse ebend nicht ermittelt haben.Sondern ich durch zufall an das Schreiben kam weil der Briefträger es dort auch nach über 4 Jahren noch immer einwaf und ich mich dann bei denen meldete. Also ich habe auf meine aktuelle adresse noch gar nichts erhalten bis halt jetzt das Anwaltsschreiben auf meine Adresse kam.

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@kopfi1909

Das steht wohl in den AGB`s von Click and Buy in der Gebührentabelle. Die haben ihren sitz wohl in London. Dürfen die dann mit mehrkosten rechnen?

"Diese Gebühr wird fällig, wenn eine Zahlung, die wir von Ihrer ausgewählten Zahlungsmethode angefordert haben, aus irgendwelchen Gründen fehlgeschlagen ist (es sei denn, durch unser Verschulden). Nutzer in GB: 25 GBP EU - Nutzer: 15 EUR US" - Nutzer: kostenlos

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@kopfi1909

Angeblich gab es wohl mal eine Email an eine inaktive Emailadresse. In den AGB`s von Click and Buy steht etwas von einer Mahnung per Mail oder schriftlich. Hätte dann nicht wenigstens 1-2 mal der Versuch erfolgen postalisch zuzustellen?

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@kopfi1909
Die haben ihren sitz wohl in London. Dürfen die dann mit mehrkosten rechnen?

Wer in Deutschland Rechtsgeschäfte mit Deutschen führt unterliegt deutschem Recht, wenn der Vertragspartner Verbraucher ist. Ist er Kaufmann kann es anders aussehen, muss aber nicht.

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