zu "Essen" oder zu "essen"?

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1 Antwort

Bei "zu essen" liegt keine Substantivierung vor, also klein.

"zum Essen" bedeutet ja dagegen "zu dem Essen", insofern Substantivierung und großgeschrieben.

Ich bin Linguist und wäre dafür, bei "zum Essen" die Kleinschreibung zuzulassen, genau so, wie sie auch in anderen Fällen "ausnahmsweise" akzeptiert wird (z.B. "etwas anderes" / "etwas Anderes", "alles" / "Alles" usw.) - und zwar aus dem Grund, dass in der Fügung "zum Üben/Trainieren/Essen/usw." die Infinitive kaum noch wirklich als Substantive empfunden werden.

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Gernotshagen96 31.05.2016, 22:39

achsoo, okke, danke, also alles mit zu danach ist klein, merk ich mir:)
jaa, naja also ich empfinde da irgendsowas, es fühlt sich bisschen so an wie eine tätigkeit, also das kann ich nicht beschreiben, egal:D
Mir war nur wichtig, dass ich weiß groß oder klein, weil ich in meinem abiaufsatz die ganze zeit überlegt habe wie man die verben nach zu und zum schreibt. Dann hab ich das immer mal abwechselnd gemacht, weil ich keine ahnung hatte:D. Komischerweise kamen diese konstellationen oft vor bei meinen 22 seiten, und vlt. hat es deshalb nur für 13 punkte gereicht, sogar im Vorabi waren es 14, beschämend:D. Aber danke schön, jetzt weiß ich es.

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laserata 31.05.2016, 22:41
@Gernotshagen96

Was ich gesagt habe gilt übrigens auch für die Konstruktion "am Reden/Warten/..." in Sätzen wie "Wir waren am Reden." Wer denkt denn bei "... am Reden" wirklich an ein Substantiv?... Auch hier fände ich die Kleinschreibung angebrachter.

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Larix 31.05.2016, 23:06
@Gernotshagen96

Jetzt weißt du es :) 13 Punkte sind im Deutschabitur doch in Ordnung, auch wenn du im Vorabi einen Notenpunkt mehr hattest.. Das war bei mir genauso.

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Larix 31.05.2016, 23:03

Gute Erklärung. Aber bitte nicht noch mehr Ausnahmen in der Rechtschreibung. Wenn eine Substantivierung vorliegt, soll das entsprechende Wort auch groß geschrieben werden. 

Das Hauptproblem der Änderungen ist u.a., dass die (Deutsch-) Lehrer sie nicht anerkennen und man mitunter erst ewig darüber diskutieren muss, ob jetzt "zu Hause" oder "zuhause" richtig ist oder ob es "mit Hilfe" oder "mithilfe" heißt. Leider ist sich der Online-Duden dessen auch nicht immer im Klaren, sodass entweder beide Versionen zugelassen sind oder eine, oft sogar die Alte, empfohlen wird. Da wird das Deutschabitur bei manchen Schülern und Lehrern echt zum Abenteuerkurs.

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laserata 31.05.2016, 23:14
@Larix

Ich hätte nichts dagegen, ALLE Substantivierungen groß zu schreiben, aber das galt ja weder früher noch jetzt: "Alles, Etwas" usw. usw. Trotzdem komme ich mir bei dem Großschreibgehampel eher wie ein grammatischer Zirkusaffe vor. Als Linguist hab' ich selbst natürlich keine Schwierigkeiten, Wortarten zu erkennen. Inwiefern es aber sinnvoll sein soll, den ersten Buchstaben einer substantivierten Wortform groß zu schreiben, konnte jedoch noch niemand ernsthaft plausibilisieren. Warum werden nicht auch Adverbien ("er spricht gut") von Adjektiven ("er ist gut") dadurch unterschieden, dass Adverbien z.B. mit großem Endbuchstaben geschrieben werden?... ("Er hat das guT gemacht.")

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RLandolt 09.06.2016, 14:48

wäre dafür, bei "zum Essen" die Kleinschreibung zuzulassen

«Die Frage, ob es möglich sei, das untragbare Prinzip der Großschreibung der Hauptwörter dadurch erträglich zu machen, daß man eine Freizone ohne Zwang zur Großschreibung schüfe, ist so alt wie die Reformbemühungen selbst. Es zeigt sich, daß mit Einzelbesserungen wenig zu erreichen ist, nicht nur, weil einleuchtende Begründungen schwer zu finden sind, sondern weil fast de Erleichterung an der einen Stelle an einer anderen Stelle Erschwerungen nach sich zieht. Die Unerträglichkeit der Folgen ist in der Unangemessenheit des Begriffs Hauptwort begründet; eine Besserung muß mit der Ausschaltung dieses Begriffes aus der Rechtschreibung beginnen.» (Leo Weisgerber, 1964)

http://www.kleinschreibung.ch

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