Zoohaltung der Tiere? Immer wieder Anlass für Kritik?Berechtigt? Oder ist es der einzig weg, Arten zu erhalten?

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Dass es heute moderne Tiergärten gibt, ist ein großes Glück. Selbstverständlich wären manche Tierarten heute vollkommen von der Bildfläche verschwunden, hätte es die Zoos nicht als Rettungsstation gegeben. Zum zweiten hätten die meisten Menschen kaum ein Bewusstsein für eine notwendige Artenerhaltung entwickelt, hätten sie diese Tiere nicht einmal mit eigenen Augen im Tiergarten gesehen. Das europäische Wisent z.B., das inzwischen wieder in großen Gehegen gehalten wird, wäre ohne Zoos heute unwiederbringlich ausgerottet.

Weiterhin sind die meisten Tiergärten jetzt und heute überaus modern in ihrer Ausstattung, was aber mehr dem ästhetischen Bedürfnis des Besuchers geschuldet ist als dem des Tieres. Für Tiere sind helle und großflächige Panzerglasscheiben oft irritierend, doch der Besucher wünscht keine Gitterstäbe mehr zu sehen (was für die meisten Tiere früher jedoch einfacher war, denn sie zeigten eine klare Grenze des zur Verfügung stehenden Reviers).

Wichtig ist: Tiere sind keine Menschen - und der erste Fehler, den man machen kann, besteht in der naiven Vermenschlichung von Tieren. Ein Großraubtier wie ein Löwe oder eine Hyäne haben in der Natur nicht deswegen einen so großen Platzbedarf, weil sie so gerne ausgedehnt lange Spaziergänge machen, sondern weil es nur in diesem großen Jagdrevier genug jagdbare Beute gibt. Dieser Revierbedarf fällt in den Zoos logischerweise weg. Ein Löwe schläft in der freien Natur (beinahe wie eine Hauskatze) rund 16 Stunden. Er ist keinesfalls der "Action-Man" unter den Raubtieren, lässt sich dagegen am liebsten von seinen "Mädels" bedienen, frisst denen die besten Brocken weg - und findet in einem modernen Zoo beinahe Idealbedingungen für seinen Lebenswandel vor. Das nur als Beispiel für viele andere. Das Panzernashorn ist übrigens auch offiziell seit dem vergangenen Jahr ausgerottet - doch in Zoos gibt es immerhin noch eine Handvoll davon. Viellleicht klappt ja damit die gleiche Erfolgsgeschichte wie mit dem Wisent. - Ich würde mich freuen - .

Tja .. da müssen wir uns erst mal fragen warum wollen wir die Arten erhalten ?

Für uns Menschen denke ich... wir wollen doch im Grunde unseren Kindern einen Eisbären zeigen und einen Löwen, Tiger, Elefanten und die ganzen "wichtigen" Tiere (die halt irgendwie imposant und Exotisch sind).

Um die Tiere (Arten) selbst gehts doch eigentlich gar nicht.

Und selbst wenn.. was bringts wenn die letzten ihrer Art in ein paar Quadratmetergroßen Gehegen ihr Dasein fristen, hat mit den ursprünglichen Wesen nix mehr zu tun finde ich.

Trotzdem muss ich zugeben das wenn ich Kinder hätte oder mal habe sollte ich warscheinlich auch gerne in den Zoo gehen würde, nehm mich da nich aus auch wenn ichs generell ablehne.

Denn seien wir uns ehrlich.. eine Artgerechte Haltung in Gefangenschaft gibt es nicht.



Die einzelnen Zoos sind Teile eines weltweiten Programms zur Arterhaltung. Natürlich erhält man unter diesen Bedingungen nur den Genpool, da die Arten sich nicht an den Lebensraum anpassen müssen (sondern umgekehrt), aber weg wäre weg,unwiederbringlich für alle folgenden Generationen "as dead as Dodo", wie es auf englisch heißt. Haben wir das Recht, das zu entscheiden, weil wir aufgrund unserer Befindlichkeiten nichts gegen die Konsequenzen unserer Lebenweise tun wollen? Mir tun die hospitalismusgestörten Tiere in öden Gehegen auch leid, aber zum Glück geht die Zoohaltung wieder weg von den sterilen 70er Jahren hin zu Beschäftigung der Tiere, um natürliche Verhaltenselemente zu ermöglichen.

Z. B. die Wiederansiedlung der Przewalskipferde wäre ohne Zoos nicht möglich gewesen.

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