Zivilrechtliche Klage gegen Versicherung, Situation für Verursacher?

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8 Antworten

Da kann aber etwas nicht stimmen, denn es gibt keinen 1. bzw. 2. Angeklagten. Bist Du dir sicher? Und wenn die Anspruchstellerin Klage einreicht bei Gericht, kommt ja der dicke gelbe Umschlag mit allen Inhalten und Hinweisen und gut ist. Und ob das Gericht überhaupt lädt zur Verhandlung, wird sich doch zeigen. Viel Glück und beachte die Fristen.

Es wird der Unfallhergang vor Gericht nachvollzogen. Das Dein Bekannter recht rasant gefahren ist sollte er besser für sich behalten.

Das seine Versicherung bei dieser Unfallschilderung die Zahlung verweigert ist vollkommen klar, wenn es sich so abgespielt hat wie von Dir geschildert trifft die Radfahrerin ein erhebliches Mitverschulden!

Der Haftpflichtversicherer Ihres Bekannten hat den Anspruch abgewehrt. Er wird auch für die Vertretung vor Gericht sorgen, indem er einen Anwalt Ihrem Bekannten beiordnet.

Ihr Bekannter wäre gut beraten, sich unbedachter Äußerungen zum Sachverhalt zu enthalten und sich unbedingt an die Anweisung seiner Versicherers bzw. der Anwälte halten.

Vor Gericht treten Experten auf, die den Unfallhergang rekonstruieren.

Als Unfallbeteiligte sollte man die Situation skizzieren oder fotografieren und das Protokoll von beiden Beteiligten unterschreiben lassen. Nur bei kleinem Sachschaden kann man auf die Polizei verzichten und dann den Unfallort verlassen.

In diesen Fall hätte ich aber die Polizei gerufen, denn der Velofahrer ist ja gestürzt und viele Menschen bemerken in der Aufregung nicht eine körperliche Verletzung.

Für mich stellst sich aber die Situation so dar, dass der Autofahrer als Linksabbieger die Vorfahrt des Fahrrad nicht beachtet hat. Daher kann man nicht von einer Mitschuld der Fahrradfahrerin ausgehen.

Beide haben also nicht aufgepasst

Ist das so? Man muss nicht mit dem verkehrwidrigen Verhalten von anderen Leuten rechnen, das besagt der Vertrauensgrundsatz. Aus der Fragestellung könnte man fast herauslesen, dass dem Fragesteller nicht bekannt ist, dass er Fußgängern den Vorrang bei der Straßenüberquerung vor dem Abbiegen zu gewähren hat, vgl. § 9 Abs. 3 S. 3 StVO.

nersd 25.06.2014, 10:00

Radfahrer sind aber keine Fußgänger ;) Fahrradfahrer haben nur Vorrang, wenn sie sich ordnungsgemäß verhalten. Also auf dem Fußweg das Fahrrad schieben (und dann als Fußgänger gelten) oder sich auf der Straße oder einem Radweg befinden. Vor nicht allzulager Zeit wurde einem Radfahrer sogar eine erhebliche Mitschuld zugeschrieben, der fahrend einen Fußgängerüberweg überquerte und von einem nicht anhaltenden Autofahrer angefahren wurde. Ein "FUßGÄNGER"überweg ist eben kein Radweg ;)

Es wird also am Ende vermutlich darauf hinauslaufen, dass das Gericht den Anteil der Schuld festlegen wird. Vorausgesetzt der Unfall ist so passiert, wie geschildert. Das hängt aber auch von Zeugenaussagen ab und wenn der Beklagte tatsächlich unangemessen ("rasant") gefahren ist, wird sich das sicherlich nachteilig auf seinen Schuldanteil auswirken.

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Haglaz 25.06.2014, 13:35
@nersd

Ausnahmsweise habe ich mir mal erlaubt, eine Frage nicht juristisch zu beantworten. Wer Fahrradfahrer in einer solchen Situation nicht sieht, überfährt auch Fußgänger.

Vermutlich wird dies tatsächlich auf eine Teilschuld hinaus laufen, wobei je nach konkretem Sachverhalt die Schuld des Autofahrers überwiegen kann, insbesondere beim Vorliegen einer Nummer des § 315c Abs. 2 StGB. Dies würde dann doppelt gewichtet werden. Genaueres hängt natürlich vom konkreten Sachverhalt ab, der sich hier nicht gänzlich aus der Fragestellung ableiten lässt. Im übrigen möchte ich darauf hinweisen, dass es sich vermutlich nicht um einen Fußgängerüberweg gehandelt hat, sondern dieser Vorrang jedesmal besteht, wenn man in eine Straße einbiegt. Diese Tatsache scheint dem Fragesteller unbekannt.

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Wenn er eine Rechtsschutzversicherung hat dann wird der Anwalt von der Versicherung bezahlt. Wenn man einen Unfall hat und man selber schuld war, greift die Haftpflichtversicherung ein. Ich glaube mal das Fahrrad hat keinen so großen Schaden am Auto gemacht. Aber soweit Ich weiß, wird alles von der Versicherung bezahlt aber die wird dann halt teurer.

-Assyrianking

Buerger41 24.06.2014, 11:50

Die Abwehr eines Haftpflichtanspruchs fällt nicht in den Leistungsbereich eines RS-Versicherers.

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bzw. der Fahrradfahrer ist hinterm hinteren Reifen in sein Auto gefahren.

Wie geht denn bitteschön das? Ist der Radfahrer rückwärts gefahren?

Sorry dass ich nichts zur eigentlichen Frage beitragen kann, aber da sinteressiert mich jetzt.

Karl37 23.06.2014, 22:33

Man muss das auf dem Papier aufmalen, das Auto hat als Linksabbieger dem Fahrrad die Vorfahrt genommen und das Rad hat den hinteren rechten Reifen getroffen.

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jottlieb 24.06.2014, 12:13
@Karl37

Das ist dann aber eine andere Aussage. Ich verstehe die Aussage so, dass der Fahrradfahrer mit dem hinteren Reifen in das Auto gefahren ist.

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Er sollte sich einen Anwalt nehmen.

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