Zivilrechtfrage, Unfallopfer und Gericht

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8 Antworten

Habe keine Lust, die 1600€ zu versemmeln, weil die Trulla sich nen super Anwalt nimmt.

Dann solltest du es lassen.

Recht haben und recht bekommen sind zweierlei, und das Prozesskostenrisiko ist hoch.

Zunächst stehst du schon mit außergerichtlicher Tätigkeit bei deiner Anwältin in der Kreide. Vor Gericht zum doppelten Kurs.

In zwei von drei denkbaren Ausgängen zahlst du das weiterhin: der Richter urteilt einen Vergleich aus oder bei der Beklagten ist mangels Einkommen nichts zu holen. Und die vollen Kosten des Prozesses, wenn der Richter deine Klage abweist.

Deine Chnacen auf Obsiegen stehen also 1:4 - darauf wetten nicht mal die Angezocktesten.

Hohes Risiko.

Denn: Unterstellt, du bist nicht kleinwüchsig oder es handelt sich um eine dänische Dogge, hat wohl jeder begründetet Zeifel, das deine Verletzungen nun allein dem Hund geschuldet sind.

Wer wegrennt und stolpert, dem Hund zu nahe kam, der irgendwie erschreckt wurde usw. hat eben niemand Schuld im rechtlichen Sinne und auch keine Haftung zu tragen. Oder eben nur anteilig, was dich im Ergebnis dennoch draufzahlen lässt.

Die einzigen, die damit gut verdienen, sind die Anwälte.

G imager761

vanida 24.08.2012, 17:04

OK, vielen Dank. Ist auch etwas blöd, da die Anwältin 150km von mir entfernt wohnt und mich persönlich treffen will. Dann müsste ich auch noch schön Benzingeld zahlen. Ärgerlich ist es aber wirklich, da ich 3 Wochen außer Gefecht war damals und der Hundehalter laut Polizei versichert war. :(

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imager761 13.09.2012, 07:58
@vanida

Klar ist das ebenso ärgerlich wie es schmerzhaft war - aber nicht jeder Schaden hat eben auch einen Verursacher oder Haftenden :-(

Schuldzuweisungen sind menschlich, aber eben nicht immer justitiabel.

Danke für HA :-)

G imager761

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wenn möglich, solltest Du versuchen, den Weg über das Gericht zu meiden. Du musst hier alles vorfinanzieren und gehst das Risiko ein, auf Kosten sitzenzubleiben. Die Voraussetzungen (Polizei eingeschaltet, Zeugen vorhanden) für einen positiven, außergerichtlichen Ausgang sind aber gut.

Der Halter des Hundes ist verantwortlich. Für Schäden, die ein Tier anrichtet, hat der Tierhalter einzustehen. Auch wenn ihm im Schadenfall kein eigenes Verschulden anzulasten ist, sagt das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB), dass schon die Haltung eines Tieres eine Gefahr darstellt. Diesen Umstand nennt man Gefährdungshaftung. Der Tierhalter haftet deshalb für alle Sach-, Personen- und Vermögensschäden, die das Tier verursacht in unbegrenzter Höhe.

Versteife Dich nicht allein auf Schmerzensgeld. Deine Schadenersatzansprüche sind unter Umständen:

  • Arzt- und Heilbehandlungskosten, Zuzahlungen
  • Haushaltsführungsschaden
  • Ansprüche wegen vermehrter Bedürfnisse
    • Erwerbs- und Verdienstausfallschaden
    • Kinderbetreuungskosten
    • Haustierbetreuungskosten
    • Überziehungszinsen, wenn durch verzögerte Regulierung von unfallbedingten Kosten das Konto überzogen werden muß....

Das Schmerzensgeld ist nur eine der Schadenersatzpositionen!

Du musst jede Position nachweisen. Also ganz wichtig: Alle Belege sammeln, medizinische Befunde über die unfallbedingte Verletzung, Fotos usw.. Gebe nie die Originale heraus, immer nur Kopien. Und ganz wichtig: Erteile KEINE Schweigepflichtsentbindung. Sollte das schon geschehen sein, sofort widerrufen. Du hast das Recht, die benötigten medizinischen Berichte, die sich ausschließlich auf die Unfallfolgen beziehen, selber einzureichen. (Beispiel: eine unfallfremde Diagnose, wie eine möglicherweise vorhandene Diabetes hat nichts auf diesen Unterlagen verloren)

So wie Du es schilderst, dürfte die Geltendmachung Deiner berechtigten Ansprüche gar nicht so problematisch werden.

Selbst wenn Du der Meinung bist, die Hundehalterin hätte schuldhaft gehandelt (oder unterlassen) - ein Richter kann das durchaus anders sehen. Ich würde den Prozess nicht unbedingt riskieren. Eventuell hast Du den Hund kommen sehen? Und bist nicht zur Seite getreten, damit er an Dir vorbeilaufen kann? Dann trägst Du möglicherweise eine Mitschuld und schon ist das Theater groß. Frag Deine Anwältin um Rat!

sunblossom 24.08.2012, 16:12

es ist egal, was sie getan hat

solange er nicht schuld war, haftet sie, alleine aus dem grund, dass es ihr hund war

der halter haftet für den hund einfach, ist so und finde ich auch sehr gerecht

er bringt die gefahr(den hund) unter die leute, also haftet er immer

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vanida 24.08.2012, 16:14
@sunblossom

Sie hatte den Hund an einen nicht verschraubten Fahrradständer angebunden, dort hat er sich losgerissen. Das finde ich schon sehr fahrlässig..

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Zyogen 24.08.2012, 16:20
@sunblossom

Im Prinzip durchaus richtig - das Stichwort heißt "Gefährdungshaftung". Mir stellt sich allerdings die Frage, ob möglicherweise ein Mitverschulden des Geschädigten vorliegen könnte? Dafür ist die Frage ja sehr knapp gehalten. Wir sollten aber bedenken, daß ein Geschädigter nicht selten (besonders im Nachhinein) eine selektive Wahrnehmung der Vorkommnisse hat.

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vanida 24.08.2012, 16:28
@Zyogen

Hm :( Ich habe ihn erst sehr spät gesehen, da vor mir eine Frau mit Kinderwagen lief, die dann noch rechtzeitig zur Seite gerannt ist. Außerdem.. Selbst wenn ich ihn vom Weiterm schon gesehen hätte, was würde das ändern? Der Hund hat nicht unkontrolliert herumzurennen und auf Menschen loszuspringen. Meine Meinung.

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vanida 24.08.2012, 16:34
@vanida

Ach mann jetzt bin ich verunsichert. Wenn ich dabei nicht so viel Geld verlieren könnte würd ichs ja machen. Aber diese nicht ganz klare Schuldigenfrage macht mich total wuschig.

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Ich verstehe nicht, wieso du nicht deiner Anwältin die Frage der Erfolgsaussicht einer etwaigen Klage stellst. Sie sollte dir dies ehrlich beantworten können.

Sollte der Hund, wie gewöhnlicherweise der Fall, ganz normal im Haushalt als "Schmusetier" gehalten werden, also nicht als Jagdhund etc., dann handelt es sich um ein Luxustier. In diesem Fall haftet der Tierhalter verschuldensunabhängig, daher es käme gar nicht darauf an, ob die Tierhalterin ein Verschulden trifft.

Hattest Du seinerzeit die Polizei eingeschaltet? Wenn nicht siehts evtl. schlecht aus.

vanida 24.08.2012, 16:13

Ja, am gleichen Tag im Krankenwagen Anzeige erstattet. Zeugenaussagen ginbts auch.

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Sie ist so eindeutig schuld, das geht doch kaum noch schuldiger.

Was will ein Superanwalt bei dieser Rechtslage ausrichten?

ist der normale weg

du kannst dir fürs nächste mal eine rechtsschutzversicherung besorgen

ja, ich würds machen, die chancen stehen sehr gut

es reicht, dass es ihr hund war, damit haftet sie, sie kann alles getan haben, wenn der hund schuld war, haftet sie

das ist vollkommen ausreichend

vanida 24.08.2012, 16:12

Das war ja gerade der Schlamassel, angeblich war es nicht ihr Hund, sie wäre nur Gassi mit ihm gegangen. Der eigentliche Hundehalter wies aber auch alle Schuld von sich. Und so ging das immer hin und her, wer denn jetzt Schuld habe. Ich kann mich da echt nur noch aufregen..

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sunblossom 24.08.2012, 16:13
@vanida

der halter haftet dann

ein hund ist eine sache, für sachen, die schäden verursachen, haftet der besitzer

oder sie halt, die gassi führt, wenn sie ein fehlverhalten macht, sonst der halter einfach

einer haftet schon, der richter klärt wer

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Diese Frage solltest du deiner Anwältin stellen...

vanida 24.08.2012, 16:28

Na die sagt natürlich: Machen Sies, verdient ja auch was dran.

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ratzenlady 25.08.2012, 07:06
@vanida

Naja, auch Anwälte sind verpflichetet über die "Risiken" und mögliche Ausgänge aufzuklären. Unsere Anwältin hat uns damals zum Beispiel davon abgeraten den Weg zum Gericht zu gehen, weil die Erfolgsaussichten je nach Richter bei 0 liegen würden.

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