Zinsvorteil durch falsche Versprechungen bei Wohnungskauf: Werden wir als Mieter verarscht?

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4 Antworten

Kündigungsmöglichkeiten für Vermieter ergeben sich ausschließlich aus § 573 BGB. Hier kann also nur gekündigt werden, wenn der Vermieter einen Eigenbedarf geltend macht, oder Du die vertraglichen Verpflichtungen erheblich verletzt. Eine Kündigung wegen mangelnder wirtschaftlicher Verwertung ist auch möglich, sollte hier aber grundsätzlich nicht in Frage kommen.

Ansonsten gilt der § 566 BGB, wonach bestehende Mietverträge immer auf einen Käufer übergehen.

Das würde den Wert steigern und Zinsvorteile schaffen. Und dies sei in der Branche ganz üblich.

Es kommt darauf an. Bei einer geplanten Eigennutzung des Käufers wirkt sich eine bewohnte Wohnung eher negativ auf den Kaufpreis aus. Er muss den Mieter dann ja erst einmal kündigen, was mit Arbeit verbunden ist.

Anders sieht es jedoch aus, wenn die Wohnung als Kapitalanlage genutzt wird, sprich kein Eigenbedarf geltend gemacht wird. Hier kann eine bewohnte Wohnung den Kaufpreis erhöhen, da der Käufer keinen Mieter suchen muss

Ein "Aber" gibt es dennoch. Je höher die Jahresmiete der Wohnung ist, desto höher auch der Kaufpreis.

Wenn also ein Immobilienunternehmen ein Objekt erwirbt und dieses gleich weiter verkaufen will, dann sicher nur, wenn hierbei ein entsprechender Gewinn zu erzielen ist. Was liegt hier also näher, als die Miete zu erhöhen?

besteht die Gefahr, dass wir bei einem Käufer des Hauses rausgeschmissen werden können?

Er kann ggfs. Eigenbedarf geltend machen und fristgemäß kündigen. Es kann aber auch sein, dass hier die Regelungen nach § 577a BGB zur Geltung kommen. Wird das Gebäude erstmals in Wohnungseigentum umgewandelt, kann der Käufer erst nach 3 Jahren kündigen.

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Der neue Besitzer tritt automatisch in euren Mietvertrag ein. D.h. für euch ändert sich nix. Wegen Eigenbedarf kann auch jetzt gekündigt werden und konnte es schon immer.

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Grundlos rausgeschmissen wird hier keiner. Der neue Käufer könnte Eigenbedarf anmelden und dann dauert die Gerichtsveranhdlung meist noch mindestens zwei Jahre und dann kann es sein, dass ihr eventuell ausziehen müsstet. Aber einfach rausschmeißen kann euch da keiner.

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Kommentar von Bitterkraut
11.11.2015, 10:52

Welche Gerichtsverhandlung?

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Ihr als Mieter könnt da überhaupt keinen Einfluss nehmen. (höchstens selbst ein Kaufangebot abgeben). Ein Erwerber kann natürlich Eigenbedarf anmelden. Wenn dieser allerdings nur vorgetäuscht wird, ist er schadensersatzpflichtig.

Mit euren Mietverträgen hat das ganze überhaupt nichts zu tun. Die bleiben voll inhaltlich bestehen.

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