zins in drei himmlische religionen

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5 Antworten

Hallo Drachenfels,

die interessante Frage beschäftigt mich bereits länger. Gern gehe ich auch auf einen anderen Aspekt ein, der sich aus dem Zins ergibt: Der Zinseszins. Die Antwort weist auf die große Weisheit des Autors hin.

Die zeitlich unbegrenzte Zins- und Zinseszinspolitik bringt grundsätzlich Schwierigkeiten. Zitat: „In einer 'endlichen Welt' ist 'unendliches Wachstum' unmöglich“. Und genau das verursacht der Zinseszins.

Hätte jemand im Jahr der Geburt Jesu auf für sein Grundstück 0,01 Euro (einen Cent) eingetragen um gemäß Darlehensvertrag die Gesamtschuld nebst Zinseszins nach 2012 Jahren durch seine Erben begleichen zu lassen, was hätten diese zu bezahlen?

Das kommt auf den Zins an:

Zins: zu zahlender Schuldbetrag gerundet:

3% 431615788317178000000000000 Euro

4% 235696214656502800000000000000000000 Euro,

5% 1129352795919760000000000000000000000000000000 Euro

Hoffentlich habe ich mich bei den Nullen nicht verzählt.

Umgekehrt gilt gleiches: Hätte jemand diesen Cent mit Zins „angelegt“, hätten die Erben heute diese Kapitalforderung.

Dies Rechenbeispiel ist sicher überzogen – aber es zeigt wie verantwortungslos es ist Folgegenerationen untilgbare Schulden zu hinterlassen. In dieser Situation befinden sich heute ganze Staaten, und stehen in der Verantwortung.

Schon vor über 3480 Jahren äußerte sich die Bibel zum Thema „Zins“ und „Schulden“. Auch Jesus Christus ging auf diese Thema ein.

Den Begriff „Zinseszins“ gibt es in der Bibel nicht. Aber die Bibel sie sagt etwas darüber aus, wie lange eine Finanzschuld aus der Sichtweise Jehovas/Jahwes/JHWSs längstens anrechenbar bleiben darf.**

Was das „Gesetz“, das Jehova Moses gab, in Bezug auf Schulden und Zinsen aussagt, wird im folgenden stark gestrafft erläutert. Wichtig zu wissen: Das Gesetz wurde in korrekter Art und Weise - wenn überhaupt - dann nur in Einzelfällen angewendet (Jesaja 61:1). Im großen und ganzen wurde es übergangen mit biblisch belegten allseits bekannten Konsequenzen .

Hier die Regelungen vom „Gesetz“:

Sabbatjahr: Das Sabbatjahr wurde „Erlaßjahr“ genannt (5Mo 15:9; 31:10), Ackerland sollte brachliegen (2Mo 23:11). Schulden sollten erlassen werden.

Wie ist das Gesetz formuliert:

(5. Mose 15:1-3) 15 Am Ende von je sieben Jahren solltest du einen Erlaß gewähren. 2Und dies ist die Art des Erlasses: Jeder Gläubiger erlasse die Schuld, die er seinen Mitmenschen machen läßt. Er sollte seinen Mitmenschen oder seinen Bruder nicht zur Zahlung drängen, denn ein Erlaß für Jehova soll ausgerufen werden. 3 Den Ausländer darfst du zur Zahlung drängen; aber was immer sich von dem Deinigen bei deinem Bruder befindet, sollte deine Hand erlassen.

Demnach gilt für jeden, der unter diesem Gesetz steht folgendes:

I) Alle Schulden werden in siebenjährigem Turnus „gestrichen“.

Auswirkung: Im Falle einer Zinserhebung (siehe Unten) wird die Zinslast beschnitten (Zinsesszinseffekt zeigt kaum Wirkung).

II) Der Schuldenerlaß ist seitens des Gläubigers gegenüber Allen zu erklären.

Ein „Mitmensch“ ist nicht nur ein Israelit. Entsprechendes findet sich im Gleichnis vom „Barmherzigen Samariter“. Dort zeigt Jesus, das seinerzeit die Juden in fehlerhafter Weise Andersgläubige nicht immer als „nächsten Mitmenschen“ betrachteten (Lukas 10:29-37).

III) Gläubiger durften keinen Schuldner zur Zahlung der Schuld drängen.

Wann könnte denn auf Zahlung „gedrängt“ werden? Entweder vom ersten Tag an – das wäre sicher nicht richtig. Oder ein- bis zwei Jahre bevor „Sabbat“ ist und die Forderung verfällt.

Dazu ein Beispiel wie jemand „drängen“ könnte: „Nächstes Jahr ist „Sabbat, dann verfällt meine Forderung!“ Also: „Im nächsten halben Jahr zahlst du gefälligst deine Gesamtschuld, sonst ...“

Der Ausländer durfte in diesem Sinne „gedrängt“ werden. Aber:

IV) Das Verbot auf die Begleichung der Schuld zu drängen setzt, juristisch gesprochen, die Bestimmung für den Schuldenerlass gegenüber dem Ausländer nicht außer Kraft da das Gesetz ist in sich widerspruchsfrei ist.

V) Auf die Mitverantwortung des Gläubigers wird eingegangen.

Der Gläubiger „läßt es zu“ das jemand sich bei ihm verschuldet. Der Gläubiger kann auch „Nein“ sagen oder das Erforderliche schenken. Seine Entscheidung. Eine mögliche Zahlungsunfähig hat der Gläubiger mitverschuldet.

Andere Gesetzesteile greifen zugleich, z.B. die Verpflichtung Schulden zu begleichen, was aber, wie ersichtlich ist, „gedeckelt“ ist. Ebenso die Verpflichtung Bedürftigen zu helfen.

→ Fortsetzung Teil 2

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Kommentar von JensPeter
20.01.2012, 02:05

→ Fortsetzung Teil 2

Das Jubeljahr:

Das Sabbatjahr hatte einen siebenjährigen Turnus. Sieben solcher Siebenjahrperioden (7×7=49) sollten gezählt werden, und das folgende Jahr, das 50., sollte ein Jubeljahr sein.

Das Jubeljahr hatte eine Ähnlichkeit mit dem Sabbatjahr. Das Land sollte wiederum vollständige Ruhe haben. Die gleichen Bestimmungen galten für den Ertrag des Landes (3Mo 25:8-12). Das bedeutete, daß der Ertrag des 48.Jahres jeder Fünfzigjahrperiode die Hauptnahrungsquelle für jenes Jahr, die zwei ihm folgenden Jahre und bis zur Ernte des 51.Jahres — des Jahres nach dem Jubeljahr — war. Jehova hätte das 6.Jahr gesegnete so daß der Ernteertrag für daß Sabbatjahr genügend Nahrung gebracht hätte (3 Mose 25:20-22). Auch im 48.Jahr hätte er für eine reiche Ernte gesorgt, so daß die Juden während des Sabbatjahres, des darauffolgenden Jubeljahres und des Jahres danach bis zur Ernte genügend zu essen hatten. Allerdings erforderte dies „Glauben und Vertrauen in Jehova“.

Weiteren Regeln:

Wenn am Sühnetag das Horn geblasen wurde, dann wurden alle hebräischen Sklaven freigelassen. Viele von ihnen hatten sich wegen Schulden verkaufen müssen. Normalerweise erfolgte die Freilassung jeweils im siebenjährigen Sabbatjahr. Doch im Jubeljahr wurden auch diejenigen freigelassen, die noch keine sechs Jahre gedient hatten.

Alle Landerbteile, die verkauft worden waren (gewöhnlich wegen finanzieller Rückschläge), wurden zurückgegeben, und ein jeder kehrte zu seinen Angehörigen und zu seinem Familienbesitz zurück. Keine Familie konnte für immer vollständig verarmen. Ehre und Selbstachtung jeder Familie wurden gewahrt. Selbst das Vermögen eines Verschwenders ging seinen Erben nicht für immer verloren. Letzten Endes gehört das Land in Wirklichkeit Jehova, und die Israeliten waren von seinem Standpunkt aus lediglich ansässige Fremdlinge und Ansiedler (3Mo 25:23, 24). Er sagte: „Es sollte ... keiner unter dir arm werden“

Weitere Folgen: Landerbteile konnte nicht für immer verkauft werden. Bei Landverkauf berechnete sich der Verkaufspreis danach, wie viele Jahre bis zum nächsten Jubeljahr noch fehlten. Dasselbe galt für den Rückkauf von Landerbteilen durch deren Besitzer. Landverkauf war daher in Wirklichkeit unter heutigen Gesichtspunkten eine Pacht für die bis zum Jubeljahr verbleibenden Jahre (3Mo 25:15, 16, 23-28). Unter diese Bestimmung fielen auch Häuser im Bereich des offenen Landes. Häuser in ummauerten Städten dagegen gehörten nicht dazu. Ausnahmen bildeten Häuser der Leviten. Weidegrund der Levitenstädte durfte nicht verkauft werden (3Mo 25:29-34).

Fazit: Das Sabbat - und Jubeljahr liefert dem Staat eine gesunde Basis. Die Wirtschaft bleibt stabil, die eine erdrückende Schuldenlast durch Zinseszins tritt nicht auf. Der Landwert ist stabilisiert. Eine Überschuldung der Privathaushalte ist verhindert, ebenso eine ungesunde Vermögensverteilung. Nebenerscheinungen wie Inflation, Deflation und Wirtschaftskrisen, Staatsverschuldung stellen kein Problem dar.

Sabbat - und Jubeljahr heute:

(Römer 10:4) 4 Denn Christus ist das Ende des „GESETZES“, ...

Die Grundsätze des außer Kraft gesetzten „Mosaischen Gesetztes“ sind im „Gesetz des Christus neu zusammengefasst worden und gelten in folgendem Sinn fort, wie Jesus es formulierte:

(Matthäus 22:36-40) 36„Lehrer, welches ist das größte Gebot im GESETZ?“ 37Er sprach zu ihm: „,Du sollst Jehova, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Sinn.‘ 38Dies ist das größte und erste Gebot. 39Das zweite, ihm gleiche, ist dieses: ‚Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.‘ 40An diesen zwei Geboten hängt das ganze GESETZ und die PROPHETEN.“

In Bezug auf Schulden und Schuldenzinsen sei dieser Grundsatz hier wie folgt formuliert:

Es ist eine eklatanter Verstoß gegen das christliche Gebot der Nächstenliebe wenn Schulden, Schuldumfang, Zinsen und Zinseszins unbegrenzt aufrecht erhalten werden und – schlimmer noch – im vollem Umfang und mit voller Absicht auf die nachfolgende Generation übertragen werden.

Christus Jesus führte in Bezug auf Zinsen folgendes aus:

(Lukas 6:35) ...Dagegen fahrt fort, eure Feinde zu lieben und Gutes zu tun und [ohne Zins] zu leihen, ...

Jemandem etwas zu leihen ohne darauf zu hoffen dafür etwas zu bekommen, das ist beispielsweise ein „zinsloses Darlehen“.

Somit bestätigt Christus Jesus, das die vor über 3480 Jahren festgehaltenen Grundsätze unverändert gelten.

Auf die weiteren prophetischen Bedeutungen dieser Dinge gehe ich im Rahmen dieser Antwort nicht ein. Auf folgendes sei noch hingewiesen:

→ Teil 3 und Schluss

3

Halo Mfy58,

mit Deiner Frage habe ich mich inzwischen intensiv weiter beschäftigt. Aber ganz sicher ist hiermit nicht das letzte Wort gesprochen.

Hier also zur ersten Antwort hier eine ergänzende Betrachtung vom Zins unter Betrachtung der Zinstheorie in Verbindung mit den Grundlehren von Jesus Christus. Am Ende des Beitrags wird der Zinseszins gesondert untersucht.

Die wesentlichsten Punkte der Zinstheorie (= finanzwirtschaftliche Begründung von Zins und Zinseszins) sind folgende (→ Wikipedia):


Beginn Zitat:

Zins: Entgelt für entliehene oder gemietete Sachgegenstände oder Geld als Darlehen bzw. Kredit

1 Vergütung des Rückgabe- oder Rückzahlungsrisikos (Risikoprämie)

2 Pauschalierung von Schadenersatz (Verzugszins)

3 Inflationsausgleich: Ausgleich für den Kaufkraftverlust des Kreditbetrags bei Inflation.

4 Opportunitätskosten: Der Gläubiger könnte mit dem verliehenen Kapital selbst wirtschaftlich tätig werden und Gewinne erzielen, für die er sich durch Zins entschädigen lässt. Die entgangenen Gewinne werden als Kosten verstanden. Opportunitätskosten können auch durch einen Konsumverzicht entstehen.

Ende Zitat


Für Christen sind biblische Lehren und Grundsätze vorrangig. Für Christen sollten biblische Lehren und Grundsätze vorrangig sein.

Folgende Grundsätze wurden in dem Gesetz, das nur für Israel galt, festgelegt:

  1. Mose 22:25 Wenn du meinem Volk Geld leihen solltest, dem Niedergedrückten neben dir, sollst du ihm gegenüber nicht wie ein Wucherer werden. Ihr sollt ihm keinen Zins auferlegen.

Interessant ist, das Zins hier mit Wucher in Verbindung gebracht wird. Jemand in Not neben den Schulden noch Zins aufzuerlegen ist somit gemäß der Bibel als Wucher anzusehen. Eine andere Interpretation ist an dieser Stelle nicht möglich.

  1. Mose 23:19 Du sollst deinen Bruder keine Zinsen zahlen lassen, Zinsen für Geld, Zinsen für Nahrung, Zinsen für irgend etwas, wofür man auf Zinsen Anspruch erheben mag. 20 Du kannst einen Ausländer Zinsen zahlen lassen, aber deinen Bruder sollst du keine Zinsen zahlen lassen, damit Jehova, dein Gott, dich segnet in all deinem Unternehmen in dem Land, in das du gehst, um es in Besitz zu nehmen.

Zinsen durften Israeliten nur von Ausländern nehmen. Israeliten betrachteten sich als eine „Familie“ die über Abraham, Isaak und Jakob ins Dasein kam.

Jesus lehrt das es eine „Glaubensfamilie“ gibt (eben „Christen“) in der sich alle wie Brüder und Schwestern verhalten. Eben so wenig wie man sich innerhalb einer Familie das Staubsaugen, Kochen oder sonst etwas in Rechnung stellt, genau so sollte man es beim Geldverleihen handhaben.

Es macht einen Unterschied was Israeliten seinerzeit taten und was „geschrieben“ steht. Es hat „Geldwechsler“ und bankähnliche Geschäfte gegeben. Geschrieben steht: „Du sollst deinen Bruder keine Zinsen zahlen lassen.“ Dabei spielt der Grund des Kredites, was diese Textpassage anbelangt, keine Rolle: Ob der Kreditbedarf aus Not oder einer geplanten Geschäftsinvestition besteht, ist gemäß 5. Mose 23:19, 20 unerheblich.

  1. Mose 25:35 Und falls dein Bruder verarmt und er somit finanziell schwach ist neben dir, so sollst du ihn unterstützen. Wie ein ansässiger Fremdling und ein Ansiedler soll sein Leben bei dir erhalten bleiben. 36 Nimm nicht Zins und Wucher von ihm, sondern du sollst Furcht haben vor deinem Gott; und dein Bruder soll bei dir am Leben bleiben. 37 Du sollst ihm dein Geld nicht auf Zins geben, und du sollst deine Nahrung nicht um Wucher geben.

Das dies öfter wiederholt wird, weist das auf die Wichtigkeit dieses Grundsatzes hin!

Das die Israeliten seinerzeit dennoch unzulässigen Zins erhoben geht beispielsweise aus Nehemia 5:6 folgende hervor. Deswegen nochmals der Hinweis: Nicht was getan wurde sonder welche Regelungen vorgesehen waren, steht hier im Vordergrund.

Psalm 15:1 O Jehova, wer wird Gast sein in deinem Zelt? Wer wird weilen auf deinem heiligen Berg?  2 Wer untadelig wandelt und Gerechtigkeit übt Und die Wahrheit redet in seinem Herzen. ..  5 Sein Geld hat er nicht auf Zins ausgegeben, ..

Zins wird hier einer ungerechten Handlungsweise zugerechnet. Im Psalm fehlt der Bezug zum Ausländer!

Hoffnung für alle Sprüche 28:8: Wer seinen Reichtum durch Aufpreis und Zinsen vermehrt, muss sein Vermögen einmal dem überlassen, der den Armen hilft.

Das passierte und passiert auf vielfältige Weise in der Welt, beispielsweise durch die Revolutionen o.ä. gegen die „Reichen“ um eine Umverteilung des Vermögens zu erreichen.

→ Fortsetzung

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Kommentar von JensPeter
27.08.2013, 02:15

→ Fortsetzung

In Hesekiel 18 ist folgendes formuliert:

Hesekiel 18:1 Und das Wort Jehovas erging weiter an mich und lautete: 2 „Was bedeutet es euch, daß ihr dieses Sprichwort auf dem Boden Israels äußert, indem [ihr] sagt: ‚Die Väter sind es, die unreife Trauben essen, aber die Zähne der Söhne sind es, die stumpf werden.‘? 3 ‚So wahr ich lebe‘, ist der Ausspruch des Souveränen Herrn Jehova, ‚nicht mehr wird von euch dieses Sprichwort in Israel weiterhin geäußert werden. 4 Siehe! Alle Seelen — mir gehören sie. Wie die Seele des Vaters, ebenso die Seele des Sohnes — mir gehören sie. Die Seele, die sündigt — sie selbst wird sterben.

Das bezieht sich unzweifelhaft auf alle Menschen der Erde. Nach dieser Aussage folgt unter anderem der Hinweis darauf, das es gerecht ist, keinen Zins zu nehmen:

Hesekiel 18:5 Und was einen Menschen betrifft, falls er sich als gerecht erweist ... 7 ... das Pfand, das er für Verschuldung nahm, erstattete er jeweils zurück; ... 8 nichts gab er jeweils auf Zins, und keinen Wucherzins pflegte er zu nehmen; . . .

Hier wird wieder betont, das Zinsnahme als ungerechte Handlungsweise anzusehen ist, wobei der Kontext auf die gesamte Menschheit verweist („alle Seelen“). Ebenso weist die Formulierung „nichts gab er auf Zins“ darauf hin. Also auch nicht gegenüber dem Ausländer oder gegenüber dem Andersgläubigen.

Das Zinserhebung zu ungerechten Taten zählt, geht aus nachfolgendem Text erneut hervor:

Hesekiel 18:13 ...und Zins hat er genommen, und er wird ganz bestimmt nicht am Leben bleiben. . . .

Der Kontext greift auch hier, somit bezieht sich auch dieser Text auf die gesamte Menschheit.

Das Zins keine „Nebensächlichkeit“ ist, zeigt der Bezug zum verheißenen ewigen Leben, das dann gefährdet ist. Siehe hierzu auch Habakuk 2:7.

Hesekiel 18:8. . .nichts gab er jeweils auf Zins, und keinen Wucherzins pflegte er zu nehmen; . . .

Der „Wucherzins“ wird weiter unten behandelt. Über Ausländer sagt das Nachschlagewerk „Einsichten in die Heilige Schrift“ folgendes:

*** it-1 S. 254 Ausländer ***

Den Israeliten war es verboten, ein verendetes Tier, das nicht ausgeblutet war, zu essen; doch es war erlaubt, es einem Ausländer zu verkaufen (5Mo 14:21). Während der Sabbatjahre durfte ein Israelit nicht zur Zahlung seiner Schulden gedrängt werden, für den Ausländer jedoch galt diese Bestimmung nicht, ihn durfte man zur Zahlung drängen (5Mo 15:1-3). Ein Israelit durfte von einem anderen Israeliten keinen Zins nehmen, von einem Ausländer hingegen konnte er Zins nehmen (5Mo 23:20).

Das Gesetz, das Mose niederschrieb, galt nur für Israel. Heute gibt uns die Schrift folgendes erweitertes Verständnis unter dem Gesetz des Christus:

  1. Korinther 10:23 Alle Dinge sind erlaubt; aber nicht alle Dinge sind von Vorteil. Alle Dinge sind erlaubt; aber nicht alle Dinge erbauen. 24 Jeder suche fortwährend nicht seinen eigenen [Vorteil], sondern den des anderen.

Alle die oben gegenüber Ausländern erwähnten „erlaubten“ Dinge auszuführen kann nicht als erbauend, lobenswert und gut betrachtet werden. Heute gilt die „goldene Regel“, durch welche die sog. „mosaischen Grundsätze“ für die gesamte Menschheitsfamilie Anwendung finden.

Jesus formulierte dies wie folgt - beginnend mit der „Goldenen Regel“:

Lukas 6:31 Und wie ihr wollt, daß euch die Menschen tun, so tut auch ihnen. 32 Und wenn ihr die liebt, die euch lieben, zu welchem Verdienst gereicht euch dies? Denn selbst die Sünder lieben die, die sie lieben. 33 Und wenn ihr denen Gutes tut, die euch Gutes tun, zu welchem Verdienst gereicht euch dies in Wirklichkeit? Selbst die Sünder tun dasselbe. 34 Und wenn ihr [ohne Zins] denen leiht, von denen ihr zu empfangen hofft, zu welchem Verdienst gereicht euch dies? Auch Sünder leihen [ohne Zins] Sündern, damit sie ebensoviel zurückerhalten. 35 Dagegen fahrt fort, eure Feinde zu lieben und Gutes zu tun und [ohne Zins] zu leihen, ohne etwas zurückzuerhoffen; und euer Lohn wird groß sein, und ihr werdet Söhne des Höchsten sein, denn er ist gütig gegen die Undankbaren und Bösen. 36 Fahrt fort, barmherzig zu werden, wie euer Vater barmherzig ist.

An keiner Stelle dieses Textes wird eine Zinserhebung gerechtfertigt.

→ Fortsetzung

5

Für die Juden gilt Zinsverbot. Steht im Alten Testament. Als ihnen im Mittelalter alle Berufe verboten wurden, angefangen bei der Landwirtschaft (die Kirche nahm ihnen allen Grundbesitz einfach weg) blieb am Schluss nur noch Banker übrig. So haben sie aus der Not eine Tugend gemacht und das Bankgewerbe erst richtig eingeführt.

Die Christen sollten sich eigentlich auch daran halten, tun es - warum auch immer - aber nicht.

Die muslimischen Banken handeln bei Großgeschäften so: Sie werden einfach Miteigentümer. Also angenommen, Du willst ein Hotel bauen: Da baut die Bank eben zur Hälfte mit, und alles geht entsprechend langsamer, aber nach etlichen Jahren ist das Hotel fertig und jeder verdient die Hälfte daran.

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Zinsverbot

  • Juden

Gemäß Altem Testament ist es den Juden verboten innerhalb des jüdischen Volksstammes und den Menschen des jüdischen Glaubens Zinsen zu nehmen.

  • Christen

Die Christen lehnten sich zunächst dem alttestamentarischen Zinsverbot an, hoben das Verbot jedoch innerhalb der katholischen Kirche 1830 durch Papst Pius auf. Dies bedarf besonderer Erwähnung, da sich die Kirche ja bekanntlich zu diesem Zeitpunkt schon geteilt hatte, und in der lutheranischen Kirche das Zinsverbot kein Thema war.

  • Moslems

Die Moslems haben versucht das jüdische Zinsverbot in ihrem Glauben zu kopieren. In der Praxis wird aber dennoch der Zins genommen, nur wird er halt ander bezeichnet. Zum Beispiel. In Indonesien gibt es islamische Banken. Braucht dort jemand einen Computer, kauft die Bank den Computer für 1.000,-- €, und verkauft diesen dann wieder an den Bankkunden für 1.200,-- €, die dann zinslos in Raten abgezahlt werden. Diese Art eines recht fadenscheinigen 0%-Zinskredites, kostet den Bankkunden tatsächlich 20% Bankzinsen. Das hier aufgeführte Beispiel ist übrigens nicht selbst ausgedacht, sondern einer Fernsehreportage entnommen, entspricht also der Realpraxis.

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Hallo mfy58,

Im Judentum gab und gibt es folgendes Gebot:

5Mo 23,20 Du darfst von deinem Bruder keine Zinsen nehmen: weder Zinsen für Geld noch Zinsen für Getreide noch Zinsen für sonst etwas, wofür man Zinsen nimmt. 5Mo 23,21 Von einem Ausländer darfst du Zinsen nehmen, von deinem Bruder darfst du keine Zinsen nehmen, damit der Herr, dein Gott, dich segnet in allem, was deine Hände schaffen, in dem Land, in das du hineinziehst, um es in Besitz zu nehmen.

Die Bibel sowie die Geschichte zeigen, dass sich die Juden/Israeliten nicht immer daran hielten.

Für Christen gilt das Gebot Jesu aus Lukas 6

.34Und wenn ihr [ohne Zins] denen leiht, von denen ihr zu empfangen hofft, zu welchem Verdienst gereicht euch dies? Auch Sünder leihen [ohne Zins] Sündern, damit sie ebensoviel zurückerhalten.35Dagegen fahrt fort, ... und [ohne Zins] zu leihen, ohne etwas zurückzuerhoffen; und euer Lohn wird groß sein, und ihr werdet Söhne des Höchsten sein, denn er ist gütig gegen die Undankbaren und Bösen.36Fahrt fort, barmherzig zu werden, wie euer Vater barmherzig ist.

Es wäre daher unangebracht, jemand die Hilfe zu versagen, weil es sein könnte, dass er wegen anhaltender Not, die ohne sein Verschulden entstanden ist, seine Schulden nicht zurückzahlen kann. Wenn jedoch das Darlehen nicht nötig ist, um Armut zu erleichtern, wäre nichts dagegen einzuwenden, Zins für geliehenes Geld zu verlangen. Dass es richtig ist, Zins für investiertes Kapital zu erhalten, deutete Jesus an, als er in einem Gleichnis einen bösen Sklaven rügen läßt, weil er das Geld seines Meisters nicht bei den Bankleuten anlegte, so daß er Zins dafür erhalten hätte (Mat 25:26, 27; Luk 19:22, 23).

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