Ziele und wünsche sind wichtig im Leben, aber was wenn man keine Ziele hat?

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27 Antworten

Wie bereits Siegmund Freud korrekt festgestellt hat: „Glück ist im Schöpfungsplan nicht vorgesehen“ - jedenfalls nicht als Naturereignis, das sich von selbst einstellt. Glück hat ganz viel mit Bewertungen zu tun, die wir selbst anstellen. Die Natur jedenfalls stellt uns sekündlich vor Probleme, und haben wir sie gelöst, folgen neue Probleme. Wenn die von Dir angedeutete Passivität etwas damit zu tun hat, dass Du dem Lösen von Problemen aus dem Weg gehen willst, ist das ein fundamentaler Irrtum. Ewig Kind sein geht nicht. Irgendwann wirst Du für Dich selbst sorgen müssen - wenn Du schon nicht für andere (Familie, Freunde) mitsorgen willst - und das geht nicht, ohne Probleme zu lösen. Dummerweise ist der Mensch ein gesellschaftliches Wesen, was Du schon bei den alten Griechen nachlesen kannst. Du wirst in der Tat nicht umhin kommen, in einer Gesellschaft zu überleben und das erfordert Umgang. Die Frage ist dann, ob Du mit Dir umgehen lässt, also Spielball bist, oder ob Du selbst abgrenzt, wie mit Dir umgegangen werden kann - was bereits ein Ziel wäre.

Wenn ich mir allerdings Deine Beschreibung durchlese, vermisse ich, dass Du einen Unterschied machst zwischen Zielen, die Du Dir selbst setzt und Zielen, die Dir von anderen angetragen werden. Wenn Du nämlich davon redest, dass Du glücklich sein möchtest, ist das im Sinne der idealistisch eingestellten Griechen (Platon, Aristoteles) sogar das "höchst Ziel", das sich Menschen stellen können. Die Frage scheint mir eher, wer füllt dieses Ziel wie aus? Dass Dir diese Werbefuzzis "Geissenfamilie" überhaupt nahegehen, lässt mich schon die Nase rümpfen. Die machen Geld mit Werbung, in der andere für DUMM verkauft werden. Schlimm, wer sich für dumm verkaufen lässt. Und Smartphone? Habe ich nicht. Handy für Notfälle. Ich kenne noch die gute alte Telefonzelle und das Wähltelefon. Das gibt es alles erst seit knapp 50 Jahren (für das allgemeine Publikum) und wie war es möglich, dass die ganze Menschheit davor dennoch hin und wieder glücklich war? Offensichtlich fällt Dir gar nicht mehr auf, wie sehr Du in dem ganzen Konsumzirkus eingebunden bist.

Du musst die Welt nicht neu erfinden. Schau Dir Deinen Status Quo an und versuche, damit glücklich zu werden. Was Du als allzusehr von außen aufgedrängt empfindest, kannst Du probeweise streichen, bis sich herausstellt, ob es existentiell nötig ist oder nicht. Das Leben besteht aus Versuch und Irrtum, immer wieder, und Probleme stellt es an jeder nächsten Ecke. Denen zu entgehen, gelingt Dir nicht mal im Kloster. Bei 80 Millionen Menschen in Deutschland gibt es ca. 20 Millionen Führungskräfte auf allen Ebenen und 60 Millionen, die sich dafür halten. Dabei kann nicht mal Frau Merkel machen, was sie will. Alle sind von allen abhängig, mal mehr und mal weniger. Manche glauben, dass sie vom Geist leben können, aber ihr Süppchen ist dünn oder eine Seifenblase. Manche sitzen sittsam auf Professorenposten und spielen theoretisch den wilden Revoluzzer. Wenige, die den Nietzsche riskieren, weil sie ahnen, was für ein trauriges Leben das war.

Das Gegenstück ist das Leben im Trend, das Schwimmen in der Konsumsuppe (Geissen). Doch zwischen dem Eremiten und dem Konsumfuzzi gibt es eine sehr breite Mitte mit sehr viel Platz zu zwanglosem Herumexperimentieren. Wer sich ohne Not in allzu enge Zielekäfige einsperren lässt, wobei die Ziele heimtückischerweise meist von außen vorgegeben werden, der beraubt sich der Freiheit zum Herumexperimentieren mit kurzfristigen Zielen, die jederzeit wieder revidierbar sind. Aber: Experimentieren bedeutet immer Risiko. Also ein Selbstläufer zum ewigen Glück ist das auch nicht. Wie sagte schon Freud: „Glück ist im Schöpfungsplan nicht vorgesehen“.

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Kommentar von taigafee
23.02.2015, 15:21

Freud hat leider Unrecht. In der Bhagavad-Gita steht, Glück und Leid wechseln sich ab wie Sommer und Winter, und das hat doch nun wirklich jeder selbst schon erfahren.

Wenn Du mal ein 40jähriges Kind sehen willst, dann hör Dir Andre Stern an, der nie eine Schule besucht hat.

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Du machst so viele Aussagen und stellst so viele Fragen, da hoffe ich, dass du es mir nicht übel nimmst, wenn ich deine Frage etwas zerpflücke.

Um es Zusammen zu fassen mein Ziel ist es glücklich zu werden weil ich lebe...

Ist das wirklich ein "Ziel"? Ziel bedeutet, dass du noch nicht in diesem Zustand bist. Warum nicht? Es erfordert keine Aktivität.

Aber ich denke das ist in der heutigen Zeit garnicht möglich, es ist nicht möglich kein Handy zu haben schon allein wenn man einen Arbeitgeber hat muss man meistens irgendeine telefonnummer hinterlassen.

Du kannst die Nummer eines Familienmitglieds angeben oder dir eine Sim-Karte (und ein Billighandy) holen, ohne sie zu benutzen.

"Ich habe beschlossen das ich das alles nichtmehr brauche, ich möchte ohne besitz glücklich werden"

Sobald dieser Beschluss gefasst wurde, müsste es ein Leichtes sein, ihn umzusetzen. Verschenke deine Besitztümer.
Was hielt dich davon ab, sodass es sich immer noch nur um einen Beschluss handelt?

Die Angst man könne den Besitz verlieren, das verantwortlungsgefühl man müsse den besitz pflegen, die Gedanken an die anschaffung neuer besitztümer all das macht mich krank.

Die Angst und das Verantwortungsgefühl wird aber bleiben, es sei denn du dehnst deinen Vorsatz der Entsagung auch auf Beziehungen zu Menschen aus.

Ist das komisch?

Ich finde den Gedanken interessant.

Kann ich "aussteigen" aus diesem teufelskreislauf?

Es kommt darauf an, wie ernst du das nimmst und ob du mit den Nachteilen langfristig leben könntest, die du als Vorteile darstellst.

Ist das überhaupt ein "ziel" im leben?

Wie gesagt "Ziel" würde ich nicht unbedingt sagen. Es ist eine Einstellung zum Leben.

doch das steht im absoluten kontra gegenüber unserer modernen Welt und gesellschaft.

Du solltest aufpassen, dass es nicht einfach nur ein Fluchtgedanke ist. Die Gesellschaft musst du bei deiner Überlegung außen vor lassen.
Weglaufen ist i. d. R. keine gute Lösung.

Meine Stellung dazu ist, dass das Leben von Extremen i. d. R. eine hohe Herausforderung darstellt. Ein bescheidenes Leben ist kein einfaches.
Viele vergessen, dass es nicht nur schwarz und weiß gibt, sondern auch grau.

Ich habe Respekt vor Leuten, die es schaffen, weiß oder schwarz zu sein, für mich wäre das allerdings nichts, solange es nicht unbedingt nötig ist.

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Es ist ja wichtig das ein Mensch sich Ziele im leben setzt die er versucht zu erreichen

Nein. Man setzt sich nicht einfach Ziele. Man hat Wünsche und um diese Wünsche zu bekommen muss man in der Regel etwas dafür machen. Ist man wunschlos glücklich, dann muss man sich auch keine weiteren Ziele setzen, außer natürlich den momentanen Zustand aufrecht zu erhalten.

Wenn man so will ist mein Ziel, nichts zu haben und trotzdem glücklich zu sein.

Ein Ziel zu haben bedeutet ja nicht, dass dieses Ziel auch von irgendwem anders in der Gesellschaft verfolgt werden muss.

Ich will zufrieden mit mir selbst sein und eigentlich auf alles verzichten was nicht wirklich notwendig ist, ich will mich davon "befeien".

Da wirst du Probleme mit der Realität bekommen. Du kannst dir dein Essen heute nicht mehr selber jagen und so ziemlich jeder Platz, wo du ein Zelt aufschlagen kannst gehört irgendwem, der da etwas dagegen hat.

Ich brauche ja auch keinen großen Luxus, aber ich habe irgendwie einen Faible für Nahrung und Obdach. Internet ist auch ganz nett. Das bekommt man aber in dieser Gesellschaft nur, wenn man arbeitet oder anderen auf der Tasche liegt. Ich möchte nicht so egozentrisch sein und sagen "Weil ich keine Lust habe und eine Aussteiger bin sollen andere meine Wohnung finanzieren."

Die Angst man könne den Besitz verlieren, das verantwortlungsgefühl man müsse den besitz pflegen, die Gedanken an die anschaffung neuer besitztümer all das macht mich krank.

Das kann passieren. Manchmal merkt man, dass man nicht mehr die Sachen besitzt, sondern die Sachen irgendwie einen besitzen.

Ist das überhaupt ein "ziel" im leben? Eigentlich ist es doch genau das umgekehrte es ist das Ziel allen Zielen zu entsagen

Wenn du dich bewusst dafür entscheidest, dann ist das auch ein Ziel. Du hast einen Wunsch und überlegst wie du diesen umsetzen kannst.

Es ist immer eine Frage was man benötigt um glücklich zu sein. Man braucht sicher nicht allzu viel, aber mit so gut wie gar nichts sind höchstens so extrem Beispiele wie "Öff Öff" zufrieden.

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Kommentar von Joneymoney
24.02.2015, 15:51

Ich rede nicht davon mein essen selbst zu jagen sondern spartanisch zu leben auf alles was nicht notwendig ist um zu überleben zu verzichten, wie fernsehen, auto,

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Zum letzten Abschnitt. Kein Mensch verlangt von dir das du ein Handy haben musst. Klar gibt es Berufe wo man es dringend braucht, aber das kann man ja dann auch mit dem Arbeitgeber klären. Also das Ziel ist es glücklich zu sein und sich im Geiste von allem was abhängig macht loszulösen. Mit Abhängig meine ich, von Vorschriften, die man meint umsetzen zu müssen, weil es jeder macht. Nö, ich bin ein Individuum. Das gilt allerdings nur für meine Freizeitgestaltung, oder meine Interessen, wenn ich arbeite gelten andere Spielregeln.Sprich, mir ist es egal ob auf der Straße 10 Leute mit ihren Handys rumspielen, ich muss das nicht. Ich bin glücklich, wenn ich ein Handy hab, wo ich Radio hören kann. Auch kann mein Nachbar die tollsten Möbel haben, oder die tollsten Gegenstände. Ich mach es so wie ich denke. Und in Beziehungen und Freundschaften gilt, das ich mir Anregungen, Kritiken, Tipps anhöre, wie ich dann entscheide ist meine Sache. Ich will damit sagen, lebe so wie du es für richtig hältst, ohne dabei Respektlos deinen Mitmenschen gegenüber zu sein. Wenn jemand blaugrüne Haare hat ist mir das egal. Ich muss und will es nicht tragen, fertig, aber ich würde es nicht kritisieren. Das sind jetzt nur Beispiele. Du kannst gern ausbrechen und deinen Rucksack schnüren und dich im Wald hinter einem Baum verstecken, aber ob du damit glücklich wirst? Finde Deinen Weg so zu leben wie du es für richtig hältst. Die die Dich mögen werden es akzeptieren und die anderen kannst du vergessen. Sorry, aber auch das gehört zum Leben dazu. Das hat auch nichts mit Egoismus zu tun, sondern damit, das man unglücklich wird, wenn man sein Leben fremdbestimmen lässt. Sich Ziele zu stecken, bzw. Ziele zu erreichen gibt einem Glücksgefühle und Erfolgserlebnisse. Quasi Balsam für die Seele, denn wenn man in den Tag hineinlebt, dann wird man auch unglücklich, oder sogar krank. Versuch es mal mit einem kleinen Ziel. Ok, klingt viellleicht blöd, aber lies ein dickes Buch, bis zum Ende. Steck Dir aber ein Zielzeitraum, also wann das Buch gelesen sein muss. Wenn möglich ein Buch was dich interessiert, aber trockene Stellen drin hat, wo einem das lesen vergeht. Bist Du damit fertig, dann freust du dich über dich selbst. Ziel erreicht. Das kennt man auch aus der Schule. Eine gute Note, oder zumindet die Arbeit nicht komplett versemmelt und schon ist der tag viel schöner. Und weißt Du was auch eine schöne Lebensaufgabe ist? Das ist, wenn Menschen dich mögen. Nicht weil du es so machst wie sie es erwarten, nein, sie mögen dich ganz einfach so.:) Oder, wenn man Menschen glücklich macht, ein lächeln auf ihr Gesicht zaubert, ..... Bleib pos. im Gedächtnis der Menschen. Ist das kein Ziel? Es jedem recht zu machen ist eine Kunst die kaum jemand beherrscht. Mögen Dich 19, dann mag dich der 20 nicht. Aber darauf kommt es nur bedingt an. Freue ich an dem was pos. ist und nimm es mit. Pack es in dein Lebensrucksäcklein und sei glücklich. Und wo bitte ist das Ziel? Stell Dir vor jemand steckst sich seine Ziele bis er 30 ist und mit 29 fällt er tot um. Was nun? Was hat er davon gehabt? Das Ziel hat er nicht erreicht. Mission fehlgeschlagen. Wenn Du meine Antwort gelesen hast, dann hast du das textende, also das Ziel erreicht.;)) Steck dir Peu a Peu Ziele und sieh was dir gut tut. Und dann ist es ja auch so, das man in jedem Alter immer wieder neues entdeckt. Und die Lebenszielgerade rückt sowieso jede Sekunde, Minute, ... näher..........

Mach das Beste aus allem

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Es gibt keine Ziele im Leben, das sind nur Gedanken. Und wenn man etwas erreicht, dann kommt das Naechste, also macht es nicht wirklich gluecklich. Karl Lagerfeld hat gesagt, dass Kaufen sehr viel Spass macht, aber spaeter auf den ganzen Krempel auspassen, das stresst sehr, insofern deckt sich das mit deinen Aussagen. Dieses Besitzen von Dingen macht einen unfrei, Menschen die alles aufgegeben haben, fuehlen sich ploetzlich frei, weil sie jetzt das Sein geniessen koennen, ohne permanent an die Dinge zu denken, entweder die sie haben oder eben nicht haben. Verschenke oder verkaufe einfach alles, bis du einen Ueberblick hast, was du wirklich brauchst. Man kann mit sehr wenig gut auskommen, leider ist die permante Berieselung durch Werbung extrem nervend und unterschwellig wird man Gehirn gewaschen. Na gut, du hast es alles richtig erkannt.Nun musst du nur dein Glueck finden, was du natuerlich dort draussen nicht finden wirst, sondern nur in Dir. In dir sind alle Schaetze zu heben und du wirst sie finden und dann bist du frei und gluecklich. Alles Gute!

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Du hast ja Ziele und Wünsche, du möchtest aussteigen, den Besitz hinter dir lassen...

Mir ging es eine zeit-lang so, dass ich nicht wusste, was ich beruflich machen soll; in den alten Beruf konnte ich nicht mehr, weil der für mich zu anstrengend war, in den Tag hinein leben wollte ich auch nicht. Ich habe dann verschiedene Sachen ausprobiert - war sehr kreativ - um mich selbständig zu machen.

Letztendlich ist aus der Selbstständigkeit nichts geworden, aber ich gebe jetzt meine Kreativität an andere Menschen weiter und dafür war diese "ziellose" Zeit, wo nichts zu klappen schien, recht fruchtbar.

Wenn dein Ziel ist, aus-zusteigen, dann versuche es zu erreichen, vielleicht merkst auf dem Weg dorthin, dass du eigentlich ein ganz anderes Ziel hast.

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Du wirst es lernen mit der Zeit und die Antworten werden zu dir kommen. Das witzige ist aus, das je mehr man sich von der materiellen Welt löst, desto mehr steht sie einem offen, desto mehr hat man die Chance Dinge zu ergreifen. Es ist wirklich schwer in dieser Gesellschaft so zu leben, ohne Materialismus. Aber es kommt darauf an, was dir dein Verstand sagt. Wenn du dich geistig von der Materiellen Welt löst und ihr keinen Wert zumisst, ist es nicht schlimm ein Handy zu besitzen auf dem du erreichbar bist. Widtme dich der Fülle der Schöpfung, der Natur. Dann wird dir das Lösen vom Materiellen auch leicht fallen. Meditiere und begegne dir selbst. Es ist ja nichts schlimmes etwas zu besitzen, es ist nur schlimm wenn der Besitz dich von der Wirklichkeit ablenkt, wenn du in der Materie/Matrix gefangen bist. Ich finde dein Ziel schön und will dir sagen das es immer einen Weg gibt so zu leben wie es am besten für einen ist. Ich denke du bekommst das ganz gut hin.

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Als ich deinen Text las, musste ich daran denken, dass Bedürfnislosigkeit im Buddhismus ein erstrebenswertes Ziel darstellt. Aber nicht nur dort. Es hat immer Einsiedler gegeben, die, um den wahren Sinn des Lebens zu erfassen, auf materielle Güter verzichtet haben. Klöster sind ursprünglich aus diesem Grund entstanden. Franz von Assissi, aus reichem Hause, soll öffentlich alle seine prächtigen Kleider abgeworfen und die Mönchskutte angezogen haben. Bei den Indianern der kanadischen Westküste gehörte es lange Zeit zur Tradition, das Potlatch-Fest zu feiern, ein Fest der Vermögensvernichtung. Je größer das Fest und je höher der Wert des zerstörten Vermögens, desto größer das Ansehen. Die Veranstalter waren anschließend völlig verarmt. Die kanadische Regierung hat diese Feste allerdings verboten.

Du befindest dich also in guter Tradition.

Ob du nun ganz ohne Handy (es kann ja auch ein altes sein, aber dann bist du wenigstens erreichbar) auskommst, musst du selbst entscheiden, aber der Versuch, mit wenigem materiellen Besitz glücklich zu leben, ist auch schon ein Ziel. Vielleicht kannst du sogar ein Vorbild sein für jene, die meinen, immer mehr haben zu müssen, auch wenn unsere Erde dabei kaputtgeht.

Und noch etwas: Immaterielle Güter wie Musik, Wissen, Kunst usw. sind auch ein Wert an sich, auch ohne als Steigbügelhalter für die Karriere herzuhalten.

Lies auch mal von Erich Fromm "Haben oder Sein" - da wirst du dich wiederfinden.

Deine Gedanken sind also nicht nur nicht komisch, sondern zeugen von einem gesunden Instinkt. Lass doch deine Freunde denken, was sie wollen.

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Wenn man so will ist mein Ziel, nichts zu haben und trotzdem glücklich zu sein. Ich möchte in meinem Leben nicht wirklich etwas erreichen, keinen Job haben in dem ich karriere mache, kein Haus bauen, ich will so wenig wie möglich besitzen und glücklich sein.

Mir fällt da nur eine Möglichkeit ein deine Wünsche zu erreichen. Geh in ein Kloster. Eventuell nimmt man dich auf auch ohne das du den glauben vertrittst. Schildere dein Fall das du die gleichen Wertevorstellung hast. Vielleicht ist auch möglich einige Monate einfach nur die Erfahrung zu machen wie es wäre wenn.

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ein ziel vor augen macht blind und du wirst es nie erreichen.besser zu wissen welche richtung man einschlägt und die augen und das herz offen zu halten was einen begegnet. sich von allen entziehen ist schwer.....aber mit etwas weniger kommt man auch aus... hört sich nicht bescheuert an was du schreibst....deine ansätze sind sogar super.versuche den augenblich zu erleben-----loszulassen...neu zu orientieren.alles geht nicht auf einmal....aber du bist auf den richtigen weg.du weisst noch nicht was du willst und wie es geht....aber dir ist klar was du nicht mehr willst......

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Immer wenn ich eine Wiese sehe auf der milliarden Tautropfen wie Diamanten in der Sonne glitzern, dann fühle ich mich unermeßlich reich und glücklich :) !

Auch du bist ein "Glückskind" weil du erkannt hast, dass Besitz nur behindert und das Fehlen von Bedürfnissen wirklich reich an Glück macht - deshalb laß dir bloß nicht einreden, dass du verrückt bist, nur weil du anders bist als die sogen. normalen Leute in unserer Gesellschaft, die sich einbilden, dass sie sich Glück kaufen können - denn das ist reine Illusion.

Von allen Besitzenden und besitzlosen Menschen waren immer diejenigen am glücklichsten, die lieben konnten: ihr eigenes Leben, ihre Mitmenschen, Tiere, Pflanzen, die Musik sowie die vielen Kleinigkeiten, die das Leben jeden Tag schenkt, vorausgesetzt, dass sie als die wahren Schätze erkannt werden...

Und um die wirklich glücklich machenden Reichtümer erkennen zu können braucht man kein Geld sondern vor allem Zeit und Raum - Weitblick, Umsicht und Einsicht - also genau das Gegenteil von einem Ziel, das den Blick nur fixiert und die Rundumsicht einengt ;).

Bewahre dir also deine innere Freiheit und laß dir keinen Tunnelblick aufdrängen von Menschen, die ein Ziel brauchen um sich an einem Fixpunkt festzuhalten...

Aber es ist auch wahr, dass eine Richtung von Vorteil ist um nicht orientierungslos zu sein und sich nicht nur im Kreis zu drehen. Und bei aller Liebe zur Besitzlosigkeit braucht man doch ein schützendes Dach über´m Kopf, einen Ofen, Holz und ein paar Klamotten um nicht frieren zu müssen und die nötigen Lebensmittel von guter Qualität. Wenn das Erreichen bzw. das Erhalten dieser Lebensnotwendigkeiten zum täglichen Kampf werden, dann kann man leicht in Abhängigkeiten geraten, die auch nicht glücklich machen.

Wenn du aber einen Weg findest, der dir auf sinnvolle Art ermöglicht, deine Tage frei von Sorgen und Nöten zu halten damit dir reichlich Raum und Zeit für alles Schöne im Leben bleibt, dann kannst du dich wirklich glücklich schätzen :)

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Kommentar von Machtnix53
25.02.2015, 09:24

Sehr schön gesagt !

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Es ist im Grunde eine Art buddhistischer Weg.

Wenn Du Deinen eigenen Weg gehst und Deinen Zielen nachgehst, wird es immer Leute geben, die Dich für verrückt halten (Schraube locker.....). Das darf Dich dann nicht stören (das ist sozusagen eine "eingebaute prüfung, ob es Dir wichtig genug ist).

Ohne Handy leben? Haha, ich hab das von 1958 (Geburt) bis 1997 ganz gut hinbekommen - bis 1998 sogar ohne Internetanschluss! Es gibt ja auch noch das FESTNETZ, günstig wie nie zuvor. Ich persönlich würde am wenigsten (ausser Grundbedürfnissen wie Essen, Trinken und Dach überm Kopf) auf Telefon und waschmaschine verzichten wollen. Alles andere ist doch verzichtbar (wenn auch angenehm).

Richte Dir Dein Leben ein, wie es DIR gefällt (ohne Dich von "den Anderen" irritieren zu lassen). Es gibt in der Geschichte (Buddha, Laotse, ......) und auch in der Gegenwart Menschen, die auf einem solchen Weg schon Erfahrungen gesammelt haben. Du kannst Dich ja von denen inspirieren lassen......

Finde Deine Nische (dann bist Du vielleicht irgendwann nicht mehr von einem Arbeitgeber (Du gibst Dir selbst Arbeit....) abhängig, der ein handy erwartet.

Viel Spaß und viel Erfolg.

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Ich habe schon nach zwei Zeilen aufgehört zu lesen. Ziele sind wichtig....? wie komst du denn darauf? Nur eine kranke Leistungsgesellschaft glaubt dass Ziele wichtig sind und etwas über deinen wert aussagen. Ziele sind etwas für Menschen die gerne Ziele verfolgen. Ziele sind viel uninteressanter als der weg. Und der Weg wird nicht schlechter falls man kein Ziel erreicht. Ziele sind kranke Ideen. Ideen von der unbewussten Vorstellung, das man erst liebenswert ist, wenn man dies oder jenes erreicht hat.

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Deine Gedanken kann ich gut verstehen. Ein Mensch hat einmal einen sehr interessanten und zur Frage passenden Satz gesagt: "Der größte Reichtum ist die Armut an Bedürfnissen."

Es ist aber schon möglich, in der heutigen Zeit kein Handy zu haben. Ich habe nämlich kein Handy und will mir auch vorerst keins zulegen. Einen Telefonanschluss und Internet habe ich allerdings auch (sonst könnte ich jetzt nicht schreiben).

Deinen Wunsch nach Freiheit und Unabhängigkeit kann ich gut nachvollziehen. In unserer Gesellschaft sind wir aber von vielen Dingen abhängig. Es gibt einfach Lebensbereiche, von denen man sich nicht abkoppeln kann und von denen man in irgendeiner Weise abhängig ist (Einkommen, Lebensmittel, Wohnung/Haus, Energieversorgung usw.).

Geld und Besitz sollte dafür sein, dass wir leben können. Es darf nicht dazu führen, dass wir für unseren Besitz leben. Auch deshalb sagt Jesus, dass wir nicht dem Mammon (Reichtum, Wohlstand, Besitz, Gewinn) dienen sollen (Matthäus 6,24) und dass wir zuerst nach Gottes Reich trachten sollen (Matthäus 6,33). Sehr interessant ist auch, was Jesus über die Sorgen sagt: "Darum sollt ihr euch nicht sorgen um den morgigen Tag; denn der morgige Tag wird für das Seine sorgen. Jedem Tag genügt seine eigene Plage."

Sehr interessant ist, was Pauls über die Reichen schreibt: "Den Reichen in der jetzigen Weltzeit gebiete, nicht hochmütig zu sein, auch nicht ihre Hoffnung auf die Unbeständigkeit des Reichtums zu setzen, sondern auf den lebendigen Gott, der uns alles reichlich zum Genuß darreicht. Sie sollen Gutes tun, reich werden an guten Werken, freigebig sein, bereit, mit anderen zu teilen, " (1. Timotheus 6,17-18)

Reichtum und Besitz sind also unbeständig, sollten nie zu Stolz und Hochmut führen und können durch verschiedenste Szenarien schnell verschwinden (Verlust der Arbeitsstelle, Geldentwertung, Börsencrash, Krankheit, Krieg usw.). Wenn wir Besitz haben, ist es sicherlich sinnvoll, wenn wir anderen, die in Not sind, helfen können.

Die Frage ist ja generell, was der Sinn, das Ziel und die Bedeutung des Lebens ist? Hier finden sich m. E. viele Antworten: http://www.gotquestions.org/Deutsch/Bedeutung-Lebens.html

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wahres Glück kommt von innen. z.B.

  • Wenn Du einen Sonnenaufgang beobachtest oder im Frühling die ersten Singvögel hörst

  • wenn Du das, was Du liebst, bei Dir ist,

  • wenn Du ein schönes Hobby hast, was Du selbst praktizierst, z.B. Gitarre spielen, singen... Gedichte schreiben, oder fotografierst und deine Fotos abzeichnest... kreativ bist - das bereitet Freude, denn es kommt aus Dir selbst heraus und nicht von außen.

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Das ist nicht komisch und auch nicht selten. Mach eine Yogalehrer-Ausbildung und zieh in einen Ashram oder mach ein eigenes Studio auf.

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Allein die Vorstellung von Glück, besteht immer von, " etwas haben zu wollen " oder etwas zu bekommen...und wenn wir es dann haben, ist die Leere nur noch größer...Kompensieren heisst illusionieren ...

Wahre Freiheit heisst, nicht mehr wollen zu müssen , sondern sich zu fragen, brauch ich dies oder das wirklich ? Und was kann man schon wirklich besitzen ausser sich selbst ? Und somit zählt im Grunde nur das, für was man selbst einsteht , und nicht das was unsere Gesellschaft von uns erwartet...

Möglich ?.... ist alles.

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Kommentar von AlphaundOmega
23.02.2015, 13:18

Ein Ziel dient oft nur zum richtig zielen,...das Erreichen ist dabei eher Unwesentlich...

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Das erste Ziel im Leben ist Überleben. Das erreichen von diesem Ziel ist Bedingung für alle anderen Ziele.

Du hast als eigenes Ziel formuliert, ohne Besitz glücklich sein zu wollen. Du vertrittst offenbar die Ansicht, das alles was der Mensch besitz letztlich ihn besitzt.

Das trifft sicherlich auch zu, denn jeder Besitz muss gepflegt und verteidigt werden.

Aber was ist denn Glück für dich? Ich würde Glücklichsein mit einer stabilen Lebenssituation in verbindung bringen, wo mein Überleben und das meiner Liebsten gesichert ist. Das erfordert Lebensmittel, ein Heim jedweder Art, und Kleidung aufgrund unseres Klimas.

Bereits diese Grundlegenden Dinge sind Besitz.

Also würde ich sagen: Nein deinem Wunsch nach abkehr von der materiellen Welt kann nicht in erfüllung gehen, solange du das Ziel hast zu überleben. Geschweige denn deine Mitmenschen zu unterstützen.

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Kommentar von Joneymoney
23.02.2015, 01:14

Nein, auf jeglichen Besitz verzichten würde ich nicht. Deswegen habe ich Sparta als Beispiel genommen. Es wird nur das angeschafft was zwingend notwendig ist. Als Beispiel: Ein Tablett ist nicht notwendig wenn man ein laptop oder ein PC hat. Ein PC ist nicht notwenidg wenn man damit nicht produktiv tätig sein will sondern nur spiele spielen will, wenn man den PC arbeitstechnisch nicht gebrauchen kann ist somit ein internetanschluss auch nichtmehr notwendig.

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Kommentar von Echoechoecho
24.02.2015, 12:55

Zumindest nicht die körperliche Abkehr von der materiellen Welt, die geistige ist durchaus möglich und auch wichtig.

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Hey

Klar ist das ein Ziel! Ziele haben keine Grenzen oder sonstiges, das ist bei jedem Menschen individuell.

Ich würde dir raten, da einen Mittelweg zu finden, denn wenn du so leben möchtest, dann schadet dir das im Endeffekt mehr, als es dich glücklich macht... Nicht das es nicht geht, aber du musst sicher mal weg von hier, dh. ganz draussen irgendwo im nirgendwo. (übertrieben gesagt)

In unserer heutigen Gesellschaft ist das leider nicht ganz so einfach, deswegen rate ich dir quasi Kompromisse mit deinen Zielen zu machen, so dass das moderne Leben dennoch vorhanden ist, einfach im kleinen Rahmen und dann kannst du den Rest gut kombinieren. :-) Es wird ein wenig experimentieren sein, ausprobieren etc., aber irgendwann kommt dann der Punkt wo du sagen kannst, ja so ist es perfekt für mich, auch wenn es nicht die Ziele von damals waren. ;-)

Alles Gute!

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Das Ziel liegt im Weg

Und zuviele stolpern darüber.

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Kommentar von Machtnix53
23.02.2015, 21:58

Ergänzung: Du bist auf dem richtigen Weg mit deinem Gefühl, dass Besitz mehr belastet als er zum Glück beiträgt. Wirklich wertvoll ist nur, was du in dir hast, im Kopf und im restlichen Körper: Erfahrungen und Fähigkeiten.

Man kann nicht nicht verzichten. Aber man hat die Wahl, worauf man verzichtet. Die meisten, die auf Besitz und Komfort nicht verzichten wollen, verzichten dafür zB auf Selbstbestimmung. Weil sie sich zu sehr anpassen müssen, um das zu erreichen.

Was dir vielleicht noch fehlt, ist Selbstvertrauen und Unabhängigkeit von deinen Freunden und Bekannten, du nimmst ihre Meinungen und möglichen Reaktionen noch zu wichtig. Geh deinen Weg, dann wirst du andere Freunde finden, die besser zu dir passen.

Ziele brauchst du nicht, es reicht eine Richtung, und die wird dir dein Gefühl geben.

Es gibt hier übrigens eine ähnliche Frage, die du dir mal anschauen solltest:

https://www.gutefrage.net/frage/bescheidenheit-weil-es-mich-gluecklicher-macht-oder-lernen-mit-besitz-genauso-gluecklich-zu-sein

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