Zeugen Jehovas fragen?

8 Antworten

Es geht ja dabei NICHT darum, was man vorher für ein Mensch war, oder was man getan, SONDERN darum.. was man ab der Taufe der ZJ... dann tut ( anhängig von zunehmender "Erkenntnis")

Einfach "beitreten" kann man da nicht.. es geht voraus ein sog, "Bibelstudium"... wo einem die entsprechenden Glaubensgrundsätze anhand der NW-Übersetzung der Bibel erklärt werden.. dann gibt es einige Punkte.. mit denen man  übereinstimmen muss..

.(z.B. dass Jesus nicht gekreuzigt wurde... sondern  an einen "Pfahl" starb... soll heißen die Arme waren nicht seitwärts ausgestreckt, sondern überm Kopf...) dann erst die Taufe

Die NWÜ hat (eigentlich) keine wesentlich anderen Inhalte, als andere Bibelübersetzungen... jedoch werden Wortpartikel und Präpositionen teils so verwendet ( anders übersetzt) .. die manchen Texten eine leicht andere Bedeutung geben...

z.B. 

Am Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort

>>>>

Am Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und ein Gott war das Wort"

"Müssen" muss man eigentlich nichts.. aber man sollte (!) den Wunsch haben... bzw. entwickeln ... oder: in sich spüren... nach bestem Wissen und Gewissen.. im Rahmen der individuellen Möglichkeiten....an den Versammlungen teilzunehmen.

....also z.B. so Dinge wie "Unlust".. oder: "Da geh ich lieber schwimmen"...wären eher abträglich.

Man sollte schon den Wunsch haben... die "Gottesdienste und Zusammenkünfte" zu besuchen....

.. wenn man den Wunsch NICHT verspürt.. sollte man sich fragen... WAS einem wichtig ist.. und für sich selbst eine Entscheidung treffen.

Blut:

Es geht um die Aufnahme von "Blut".. 

...sei es essen von Blutwurst.. oder auch Bluttransfusion... o.ä.

die Bibel z.B. : sagt in der Lutherbibel 1912:

daß ihr euch enthaltet vom Götzenopfer und vom Blut und vom Erstickten und von der Hurerei; so ihr euch vor diesen bewahrt, tut ihr recht. Gehabt euch wohl!

natürlich darf und soll man als ZJ auch andere Bibelübersetzungen lesen... es fördert oft das bessere Verständnis... weil --je nach Zeit--... die aktuelle Sprache und die frühere Sprache interessante und verschiedene "Worte" verwenden....

z.B.. statt

"Er gewahrte".. dann: ---"Er bemerkte"....o.ä.

Das ist auch gut für den individuellen Wortschatz....

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Allerdings, so fürchte ich, wird es zunehmend schwierig für Dich werden (können) weiterhin einen "normal-westlichen" Umgang mit Deiner Freundin haben zu können....

Es könnte sein... dass sie dich als "zur Welt" zugehörig empfindet... und "die Welt" folgt oft anderen Regeln... als die von den ZJ erkannten Regeln "Jehovas"

Es mag sich blöd lesen... aber ich dachte manchmal schon:

die ZJ sind vergleichbar....die " strengen Mosleme" des Christentums....

die manchen Texten eine leicht andere Bedeutung geben...

z.B. 

Am Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort

>>>>

Am Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und ein Gott war das Wort"

Gutes Beispiel. Während in den anderen Bibel klar steht, dass Jesus, also das Wort GOTT IST macht die NWÜ daraus einen Gott und verändert damit völlig den Sinn wie auch an hunderten anderen Stellen. Das ist schon keine Bibel mehr sondern NEUSCHEIB

Alleine den Namen Jehova 237 im NT einzubauen ist 237 mal die Bibel fälschen.

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Lieber asareffe,

es ist zwar sehr anerkennenswert, dass Du Dir Klarheit verschaffen möchtest über alles, was auf das Leben Deiner Freundin in Zukunft Einfluss nehmen wird - aber im Großen und Ganzen sind deine Sorgen - bis auf eine - unbegründet.

Der Reihe nach: 

Soweit es die Vergangenheit eines Menschen betrifft, ist das in Gottes Wort und daher auch bei uns, bei den Zeugen Jehovas, kein Diskussionspunkt über den Wert eines Individuums. Das ändert sich erst ab dem Moment, wo jemand den Entschluss gefasst hat, Gottes Maßstäbe in seinem Leben zu beherzigen.

Und damit sind wir schon beim nächsten Punkt, bei dem „Beitreten“. Es ist nämlich unmöglich der Religionsgemeinschaft der Zeugen Jehovas einfach so beizutreten.   

Wie ja allgemein bekannt ist, unterzieht sich jeder Zeuge Jehovas unmittelbar vor Beginn seines neuen Lebensweges einer Wassertaufe. Das geschieht auf eigenen Wunsch des Täuflings und es geschieht erst im Anschluss an ein umfangreiches und zeitintensives Bibelstudium. Entsprechend der dabei gewonnenen Erkenntnis hat die Taufe einen bedeutsamen Grund: Durch das Untertauchen macht er/sie nämlich seine Willensentscheidung öffentlich, fortan (beachte bitte: fortan oder ab sofort) sein/ihr Denken und Handeln und damit sein ganzes Leben nach Grundsätzen auszurichten, die unser Schöpfer in seinem Wort verankert hat. Durch diesen symbolischen Akt bringt er gleichzeitig zum Ausdruck, dass er es bereut, genau das in seinem bisherigen Leben nicht gemacht zu haben.

Um es mit den Worten der Bibel aus 1. Petrus 3:21 zu sagen, ist also die Taufe „. . . die an Gott gestellte Bitte um ein gutes Gewissen . . .“. Dadurch wird zwar keine Vergangenheit ungeschehen gemacht, aber sie wird nicht mehr bewertet bzw. ihrer wird nicht mehr gedacht. Überprüfe diese grundsätzliche Einstellung Gottes bitte direkt in der Bibel, denn treffender als dort in Jesaja 1:18 - 19 kann das nicht formuliert werden (lässt sich direkt ergooglen).   

Soweit also zum Beitreten und der vorausgegangenen Umkehr bzw. Reue.

Als nächstes plagt Dich die Frage nach der Bluttransfusion und der Blutentnahme zum Zweck der Blutanalyse.

Während die Entnahme einer Blutprobe zu Untersuchungszwecken für einen Zeugen Jehovas kein Problem darstellt, lehnen wir Blutübertragungen bekanntermaßen ab. Ausführlich habe ich das hier schon einmal beantwortet:

https://www.gutefrage.net/frage/zeugen-jehova-blutspende?foundIn=answer-listing#answer-160568454

Und obwohl man uns in dieser Frage jahrzehntelang heftig angegriffen hat, zeigen die Tatsachen inzwischen,  wie bspw. in der ARD – Dokumentationen „Böses Blut - Kehrtwende in der Intensiv-Medizin“ und auch „Gefährliche Bluttransfusionen“ belegt, dass unser Standpunkt auch deshalb richtig war, weil er zu viel besseren Ergebnissen geführt hat.

Dann sind da noch Deine Sorgen um das Heiraten: Die Bibel schreibt nicht vor, bis wann spätestens jemand geheiratet haben sollte, das entscheidet jeder selbst. Wohl aber enthält Gottes Wort den ernst zu nehmenden Rat aus 2. Korinther 6:14 „ . . .Lasst euch nicht in ein ungleiches Joch mit Ungläubigen spannen. . . .“. Zeugen Jehovas sehen sich also nach einem Partner gleichen Glaubens um. Und tatsächlich bestätigt das praktische Leben die Weisheit dieser Regelung, eben weil übereinstimmendes Denken in Lebensgrundsätzen die ohnehin vielfältigen Herausforderungen einer Ehe einfacher meistern lässt und Probleme sehr viel kleiner hält. 

Und zu guter Letzt ist es Dir aufgefallen, dass man „wöchentlich in die Kirche gehen muss“ - obwohl das unter Umständen mit beruflichen Interessen schwer vereinbar ist. Grundsätzlich „muss“ keiner von uns Zusammenkünfte besuchen, weil andere darauf bestehen. Dennoch sind  -    sogar zweimal wöchentlich    -   durchschnittlich achtzig Prozent aller Zeugen Jehovas in ihren Zusammenkünften versammelt, weil sie Freude daran haben und diese Möglichkeit des Zusammenkommens sehr zu schätzen wissen. Die gegenseitige Erbauung im Glauben bewegt uns dazu und fördert den Wunsch, die enge Verbundenheit zu suchen.

Bleibt nur noch die eine Sorge, von der ich eingangs sagte, sie sei begründet: Und diese Sorge, die bist Du. Ich sage Dir das aus edlen Beweggründen so ganz offen, denn ich habe dabei Euer (Deiner und Deiner Freundin) Wohl im Sinn. Im 2ten Absatz über diesem habe ich 2. Korinther 6:14 zitiert „ . . . Lasst euch nicht in ein ungleiches Joch mit Ungläubigen spannen. . . .“. Lies also den Absatz über das Heiraten bitte einfach nochmal und wende die Anregungen auf Dich und Deine Freundin an. Bitte.

Grüße bitte meine Schwester von mir - und Dir wünsche ich viel Erfolg und alles erdenklich Gute.

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und obwohl man uns in dieser Frage jahrzehntelang heftig angegriffen hat, zeigen die Tatsachen inzwischen,  wie bspw. in der ARD – Dokumentationen  „Böses Blut - Kehrtwende in der Intensiv-Medizin“ und auch „ Gefährliche Bluttransfusionen“ belegt, dass unser Standpunkt auch deshalb richtig war, weil er zu viel besseren Ergebnissen geführt hat.

Das ist falsch! Wo wird denn in der Doku auch nur angedeutet, dass man komplett und immer auf BTs verzichten kann? Kennst du die Folgedoku dazu (Blut - Saft des Lebens?... Dort kommt auch die Produzentin der von dir angesprochenen -im übrigen massiv umstrittenen- Doku zu Wort und es wird das Problem mit der generellen Ablehnung der BTs seitens der ZJ besprochen... z.B. auch anhand eines Beispiels wo der der behandelnde Arzt klar aussagt, dass der ZJ nur wegen seiner Ablehnung einer BT gestorben ist!)

Aber da du dich ja angeblich mit dem Thema genauer auskennst, kannst du doch sicher auch folgende Fragen beantworten:

1. Wie behandelst du Patienten in Aplasie mit kritischem Hb? Schonmal vorab: EPO wird da rein garnichts bringen

2. Wie behandelst du Patienten mit MDS und kritischem Hb? Auch hier wird EPO nichts bringen...

3. Wie behandelst du Patienten, die bereits mehrere Liter Blut verloren haben und schon etliches an Volumen bekommen haben? Weiter einfach nur Volumen? EPO? Wie sieht das aus, wenn die dann noch nichtmal die meist mehrstündigen Not-OPs mit weiterem massivem Blutverlust angefangen haben? 

4. Wie behandelst du Patienten nach Trauma mit starkem Blutverlust und zusätzlich noch einer kardialen Problematik? Sagen wir mal der Hkt sinkt unter die Laktat-Grenze von 15%...

Ich kann dir Patientenbeispiele nennen, die über 30 oder 40 Transfusionen bekommen haben und ohne die zu 100% nicht mehr am Leben wären... Die obige Liste kann ich bei Bedarf auch noch erweitern

Also bitte bringe konkrete Vorschläge aber bitte komme nicht wieder mit Beispielen aus elektiven Eingriffen, sondern konkret auf die o.g. Faktoren bezogen.

Das was richtig ist, ist dass man den Fehler gemacht hat mit die Mentalität "zuviel schadet nicht" bzw. "im Zweifel einfach mal eine geben" nicht schnell genug abgelegt zu haben, ABER das ist etwas ganz anderes als ein genereller Verzicht, vor allem wenn keinerlei adäquaten Alternativen vorhanden sind! Leider, noch nicht! Im übrigen lege ich dir (noch einmal) die Carson et al Studie "Transfusions" ans Herz ... eine Kohortenstudie u.a. mit Zeugen Jehovas, die aufzeigt, dass die Mortalität gerade bei BT-Verweigerern unterhalb der 5-7 mg/dl Hb-Grenze rapide gegenüber Transfusionsempfängern ansteigt... auch bestätigt durch eine weitere spätere Studie (Tobian et al.)... 

Also bitte erteile nicht "Ratschläge" in medizinischen Gebieten, in denen du dich nicht wirklich auskennst und somit das Leben von Menschen gefährdest!!

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@Hyperhaes

Werter Hyperhaes

Zunächst einmal ist es Falsch, was Du in Deinem einleitenden  „Das ist falsch!“ – Zitat unterstellst, nämlich  „Wo wird denn in der Doku auch nur angedeutet, dass man komplett und immer auf BTs verzichten kann?“    Weder angedeutet noch überhaupt thematisiert habe ich die Frage,  worauf  „man komplett verzichten kann“.  Meine Anmerkung lautet lediglich  „weil er [unser Standpunkt] zu  viel besseren Ergebnissen geführt hat“

Außerdem Falsch ist Deine Darstellung im Zusammenhang mit der von Die erwähnten “Folgedoku“ ,  in der Du behauptest   „der behandelnde Arzt [habe] klar aussagt, dass der ZJ nur wegen seiner Ablehnung einer BT gestorben ist!“  Richtig ist vielmehr, dass die Kommentatorin berichtet, der DRK-Arzt (!)  habe erleben müssen, „wie ein Patient nach einer Herzoperation starb, nur weil er eine Transfusion ablehnte“  -  ob der Arzt und  was der Arzt wirklich und wörtlich gesagt hat oder gesagt haben soll, bleibt unerwähnt.

Der Mediziner wäre auch juristisch sehr schlecht beraten, wenn er zum voraussichtlichen Erfolg oder Misserfolg einer Behandlungsmethode verbindliche Aussagen machen würde. 
Darüber hinaus ist die nachträgliche Aussage, der Patient sei nur
gestorben, weil er eine Transfusion abgelehnt habe solange substanzlos, solange der Arzt keine Garantieerklärung vorlegen kann, die er vor Behandlungsbeginn  ausgestellt und in der er den erfolgreichen Verlauf des Eingriffs für den Fall zugesichert hat,  dass der Patient in eine Bluttransfusion einwilligt.

Fakt ist nach wie vor: Der Patient trägt das Risiko und muss
unterschreiben, dass ihm das ausdrücklich erklärt wurde und er es ganz bewusst zu übernehmen bereit ist. Alle anderen Darstellungen sind  Augenwischerei.

Auf die zahlreichen übrigen sachlichen Fehler in der Doku  „Blut - Saft des Lebens?“ gehe ich nicht weiter ein.

Im Übrigen lesen sich Deine Kritiken immer so, als sei es unser Lebensinhalt, Bluttransfusionen abzulehnen.  Das  allerdings
ist mehr als sehr realitätsfern.

Infolgedessen ist es auch nicht unsere Sorge, uns durchgängig mit den vielen möglichen und denkbaren Ausnahmesituationen, wie Du
sie aufzählst, auseinanderzusetzen.

Wir sind auf der ganzen Welt (buchstäblich und wirklich auf der ganzen Welt !!) für solche und andere exotischen Fälle insofern gut
vorbereitet, als dass wir durch unsere Ärzteverbindungskomitees ständigen Kontakt zu den Könnern in der Chirurgie pflegen.  Zu Ärzten, die unseren Standpunkt kennen und respektieren  und es als Herausforderung betrachten, für jeden auch noch so komplizierten Fall die denkbar beste Lösung zu finden.

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@Abundumzu

Werter Abundumzu, 

war es nicht deine Aussage, dass die Einstellung der ZJ zu besseren Ergebnissen geführt hat? Bzw. in anderen Posts auch dass ja durch die Doku wieder die Bibel recht gegeben werde? Ergo: Eine totale Ablehnung von EKs und einigen anderen Blutbestandteilen (sehr selektiv übrigens und ohne jegliche Begründung)... 

Ebenso hat auch "euer Standpunkt" nicht zu immer zu besseren Ergebnissen geführt, sondern nur in einem sehr eingeschränkten Spektrum. Studien wo du diese Ergebnisse nachlesen kannst habe ich dir inzwischen mehrfach (auch oben) genannt.

Der Mediziner wäre auch juristisch sehr schlecht beraten, wenn er zum voraussichtlichen Erfolg oder Misserfolg einer Behandlungsmethode verbindliche Aussagen machen würde. 

Natürlich wird kein Mediziner jemals eine Garantieerklärung abgeben, das wäre schlicht falsch. ABER: In der Medizin geht es um die Abwägung von Wahrscheinlichkeiten, wenn ich jetzt so wie du argumentiere und auf Garantien beharre, könnte man die ganze Medizin abschaffen... ebenso könnte man ja behaupten, dass es keine Garantie gibt, wenn jemand z.B. einen Herzinfarkt erleidet, dass dieser den überlebt, wenn man den Rettungsdienst ruft... also sollte man es bleiben lassen oder wenigstens versuchen dem Patienten eine Chance zu geben?

Fakt ist aber derzeit nunmal, dass es in vielen Fällen leider keine Alternativen für BTs gibt. Wie ich schon mehrfach gesagt habe, war die Einstellung, dass "zuviel ja nicht schadet" falsch, aber das ist etwas völlig anderes als ein genereller Verzicht. In manchen Fällen kann man auf BTs verzichten, manchmal überlebt auch jemand, der absolut kritische Werte hatte, aber das ist bei weitem nicht die Regel, sondern Ausnahme!

Im Übrigen lesen sich Deine Kritiken immer so, als sei es unser Lebensinhalt, Bluttransfusionen abzulehnen.  Das  allerdings
ist mehr als sehr realitätsfern.

Nein, mir sind auch eure anderen Ansichten durchaus bekannt, wie man evtl. auch in anderen Antworten nachlesen kann. Allerdings kann ich beurteilen wie realitätsfern eure "Begründungen" bzgl. der Ablehnung von BTs sind.

Infolgedessen ist es auch nicht unsere Sorge, uns durchgängig mit den vielen möglichen und denkbaren Ausnahmesituationen, wie Du
sie aufzählst, auseinanderzusetzen.

Das sind bei weitem keine Ausnahmesituationen... Kann ich dir aus eigener Erfahrung sagen... sowohl durch meine Erfahrung im Rettungsdienst als auch durch meine Erfahrungen während des Medizin-Studiums... Im Trauma-Bereich oder in der Onkologie komplett auf BTs zu verzichten würde die Todesrate massiv nach oben schnellen lassen. Ich könnte dir etliche solcher Fälle runterbeten. Was meinst du was jeden Tag in den großen Trauma-Zentren passiert? Verbringe doch mal einen Tag in einem Schockraum in einer Unfallchirurgie... empfehlenswert ist da z.B. der Beginn der Motorradsaison... Oder auf einer hämatologischen Station... Patienten in Aplasie sind keine Ausnahmesituation, sondern leider noch in sehr großer Zahl...

Wir sind auf der ganzen Welt (buchstäblich und wirklich auf der ganzen Welt !!) für solche und andere exotischen Fälle insofern gut
vorbereitet, als dass wir durch unsere Ärzteverbindungskomitees ständigen Kontakt zu den Könnern in der Chirurgie pflegen.  Zu Ärzten, die unseren Standpunkt kennen und respektieren  und es als Herausforderung betrachten, für jeden auch noch so komplizierten Fall die denkbar beste Lösung zu finden.

Tja, ich kenne einige dieser Könner persönlich und auch die sagen, dass man in sehr vielen Fällen nicht ohne auskommt. Dieses ständige herauspicken von Rosinen, so wie du es hier betreibst ist doch nur Augenwischerei. Klar elektive Eingriffe kann man vielfach ohne BTs ausführen, klappt sogar in vielen Fällen besser als mit, ABER wehe es geht was schief... oder wehe es muss wirklich schnell gehen... es ist nunmal Fakt, dass die pauschale Ablehnung von BTs genauso falsch ist wie die Einstellung, dass man diese ja quasi ohne Begrenzung geben könnte. Ich habe schon Fälle selber im OP erlebt, wo aus einer stabilen Situation ganz plötzlich eine kritische wird, ohne dass man es vorher hätte erkennen können, oder wie Traumapatienten quasi "auslaufen" weil sie eine trauma-induzierte Gerinnungsstörung haben. Auch hier gibt es Studien, die ein deutlich besseres Outcome mit passender EK/FFP-Strategie, während die nur erhöhte Volumengabe stark mit der Entwicklung einer solchen Gerinnungsstörung korrelierte und die Mortalität stark ansteigen lässt (und das betrifft Millionen weltweit).

Kannst du u.a. hier nachlesen: http://www.aerzteblatt.de/archiv/116413

Also wenn du aus Glaubensgründen auf BTs verzichten willst, bitte es steht dir frei, aber bitte "berate" nicht andere mit solch einem gefährlichen Halbwissen. Es geht dabei um Menschenleben und nicht um Religion. 

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Was in der Vergangenheit passiert ist, kann vergeben werden. Der Wachturm und Erwachet sind voll von Geschichten von Leuten, die ein "sündhaftes" Leben hatten und irgendwann umgekehrt sind.

Bluttransfusion ist so einer der Knackpunkte: Nach der Lehre soll es eigentlich nicht angenommen werden. Es gibt im Alten Testament die Anweisung "Du sollst kein Blut trinken"; zwar gehen die meisten Theologen davon aus, dass sich dieses Verbot auf fremde Religionen oder okkulte Praktiken bezogen hat, bei Zeugen jedoch wird es so interpretiert, dass auch Transfusionen nicht erlaubt sind.
Ob der einzelne das in der konkreten Situation auch so hält, sei mal dahingestellt...

Wie das mit den Gottesdienstzeiten und dem Beruf ist, weiß ich nicht. Kommt vermutlich auch darauf an, in was für einer Gemeinde Du bist und wie selbstbewusst Du bist - kann mir durchaus vorstellen, dass einige Druck ausüben, dass Du Dir eine Stelle suchst, in der ein Gottesdienstbesuch regelmäßig möglich ist.
Ob das aber immer und überall so gehandhabt wird - ich würds bezweifeln.

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