Zerstört reiten das Vertrauen j?

10 Antworten

Die Frage ist, ob das "Vertrauen" bei der Bodenarbeit tatsächlich Vertrauen ist oder einfach "dressierter Gehorsam". Wird ja gerne mal verwechselt, dass man glaubt, das Pferd vertraut einem, weil es bei der Bodenarbeit brav mitmacht, in "brenzligen" oder "ungewohnten" Situationen aber dann doch zeigt, dass es mit dem Vertrauen zum Menschen nicht so weit her ist, weil das Verhalten eben nicht vertrauensvoll, sondern wieder mehr instiktgesteuert ist.

Und es kommt auch drauf an, wie man reitet. Reitet man "emotionslos" in dem Sinne, dass man sich nicht über Dinge aufregt, die beim Reiten nicht funktionieren oder die das Pferd nicht auf Anhieb versteht bzw. umsetzt, ist man nicht ungerecht, grob oder gedankenlos - auch das hat Auswirkungen auf das Verhältnis zwischen Mensch und Pferd.

Bei einem Pferd, welches gut und motivierend ausgebildet worden ist, zerstört Reiten in meinen Augen sicherlich nicht das Vertrauen, da diese Form der gemeinsamen Arbeit ebenso das Vertrauensverhältnis festigt, wie es Bodenarbeit tun würde.

Ich habe beleibe nichts gegen explizite Bodenarbeit, nur wird es heutzutage einerseits als "Heilmittel" gegen Probleme betrachtet, die mit einem normalen pferdegerechten Verhalten gar nicht erst auftreten würden, andererseits wird es eben auch oft falsch betrieben, da übersehen wird, das "Bodenarbeit" eigentlich jeglicher Kontakt mit dem Pferd ist und nicht nur der Zeitraum, der von mir als "Bodenarbeit" deklariert wird. So wird häufig ein dressierter Gehorsam des Pferdes mit Vertrauen verwechselt.

Ich persönlich würde nach dem Reiten keine Bodenarbeit mehr machen, denn "nichts zu tun" und das Pferd nach dem Reiten in die "Freizeit" zu entlassen, ist in meinen Augen eine Belohnung für das Pferd, die ich persönlich nicht dadurch "zerstören" würde, dass ich nach dem Reiten dann noch mal Konzentration und Motivation zum Mitmachen von ihm fordere. Ich würde allenfalls nach einem Ausritt, wo das Pferd wirklich nur vor sich hinlaufen muss, Bodenarbeit machen, weil es sich beim Reiten ja nicht auf irgendwelche Lektionen konzentrieren musste.

Das setzt natürlich voraus, dass ich auch tatsächlich einen entspannten Ausritt genießen konnte und nicht während des Ausritts ständig mit irgendwelchen Problemen (ungewünschtes Tempo, unerwünschte Richtungswechsel etc.) zu tun hatte. Das setzt natürlich wiederum voraus, dass das Pferd und ich entsprechend ausgebildet sind, dass mein Pferd derlei Dinge nicht "verweigert" bzw. ich entspannt mit solchen Situationen umgehen könnte, ohne dass ein "Kampf" draus werden würde.

so isses

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Nun, wenn du schlecht reitest, zerstört es das Vertrauen. Natürlich. Was meinst du, wieviele Pferde kein Vertrauen in die Reiterhand haben. (Die Meisten?)

Bodenarbeit ist ja ganz nett, wenn man es kann, aber schlechtes Reiten ersetzt keine Bodenarbeit der Welt.

Du kannst jederzeit Bodenarbeit machen.

Und nein, reiten zerstört doch nicht das Vertrauen zwischen Pferd und Reiter.

Aber wenn es vorher schon Probleme gab, dann kann man sich auch ganz schön "festfahren" weil der Reiter verkrampft und quasi schon vorab mit einem Problem rechnet. Wenn man schon vorher Bauchschmerzen hat, dann sollte man an dem Tag gar nicht aufsteigen und seine Probleme vorher vom Boden aus lösen.

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