Zeitungen/Zeitschrifen und ihre politischen Richtungen..

4 Antworten

Man kann jedes Thema aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachten und andere Elemente hervorheben.

Beispiel: Ein Mann mit Migrationshintergrund wird wegen eines Deliktes wie Ladendiebstahl angeklagt. Der Ladenbesitzer ist NPD-Mitglied.

Eine Zeitung, die gerne Stimmung in die rechte Richtung macht, schreibt nun (Extrembeispiel): "Langfingrige Ausländer - M. Yokül steht seit Montag unter der Anklage eines Ladendiebstahls. Der fünfundreißigjährige Ladenbesitzer Norbert Walters äußerte sich besorgt um die fehlende Anerkennung deutscher Rechtgrundlagen und Sitten seitens der Ausländer: "Ich merke, wie Türken in meinem Laden zunehmend zum Problem werden.". Auch eine Erklärung hat er: "Vielleicht sind sie es von Zuhause nicht gewohnt, das Eigentum anderer anzuerkennen. Vielleicht finden sie es auch nicht so schlimm, hier zu klauen, weil der Laden einem Deutschen gehört", sagt er und schüttelnd verständnislos den Kopf"

Hier ist die Position völlig klar: Dass der Ladendiebstahl bisher nicht gerichtlich bestätigt wurde, wird einfach ausgeklammert. Der Ladenbesitzer wird personalisiert (Beschreibung seiner Person und Sichtweise). Dass er NPD-Mitglied ist, wird verschwiegen. Auch seine reinen Mutmaßungen über die Motive werden einfach wörtlich übernommen, ohne kritischen Kommentar vom Journalisten.

Im Gegensatz dazu eine mögliche Berichterstattung von der linken Seite: "Kriminalisierung mit allen Mitteln - NPD-Mitglied nutzt Bagatelldeikte zur Stimmungsmache gegen Migranten. Mustafa Y. fühlt sich in einer schwierigen Situation. Vorigen Montag wurde er wegen Ladendiebstahls angeklagt. In seinem Warenkorb hatte ein Artikel gelegen, den er nicht auf das Fließband gelegt hatte. Erst beim Herausgehen sei ihm aufgefallen, dass er ihn übersehen hatte - doch da war es schon zu spät: Der Ladenbesitzer bemerkt den Fehler ebenfalls und schaltet sofort die Polizei ein. Seit Jahren ist er NPD-Mitglied - mit Nachsicht ist bei ihm nicht zu rechnen, wenn es um Ausländer geht. Doch Mustafa sagt, es gehe auch um mehr: Die türkischen Mitbewohner seines Stadtteils sollen verunglimpflicht werden. Mustafa sagt dazu: "Natürlich muss Ladendiebstahl verfolgt werden. Aber selbst, wenn das Gericht hier dem Ladenbesitzer recht geben sollte, so darf dass doch nicht zu iner Generalisierung gegenüber allen Ausländern oder Türken führen."

Hier ist klar: Die linke Zeitung personalisiert eher Mustafa, setzt ihn (und nicht den Ladenbesitzer) als Opfer ein und impliziert eindeutig, dass der Ladenbesitzer aus seiner rechten Gesinnung heraus so ungnädig vorgeht.

So, das wäre ein ausführliches Beispiel. Unterschied klar geworden?

Zu folgendem Kommentar bzgl. DIE ZEIT: "Links: taz,(...). Bei Die Zeit bin ich mir nicht sicher, wo sie steht - vielleicht irgendwo dazwischen?" Helmut Schmidt (SPD) ist derzeit der Herausgeber, dementsprechend ist sie einzuordnen.

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