Zeitformem?

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3 Antworten

Du verwendest in deinem Buch das Präteritum als Ebene der erzählenden Zeit, also der Stufe, in welcher du beschreibst, was deine Figuren gerade in diesem Augenblick so machen. Dann ist die adverbiale Bestimmung "jetzt gerade" ein Signalwort für genau diese Zeitebene, also das Präteritum. 

Schreibst du in deinem Buch aber eine Rückblende, musst du eine Zeitstufe tiefer wählen, also das Plusquamperfekt benutzen.

Es ist also gar nicht so schwierig: passiert eine Sache jetzt, PRÄTERITUM, ist eine Sachr schon vorher passiert und die Person blickt darauf zurück, PLUSQUAMPERFEKT. 

Mehr Zeitformen brauchen dich eigentlich gar nicht zu interessieren. Hauptsache, du bleibst konsequent und kommst nicht auf die Idee, irgendwann im Präsens weiterzuschreiben.

Laluja 20.01.2017, 19:33

ja genau das was du zuerst geschrieben hast ist mein Anliegen. ich will beschreiben das er etwas genau in diesem Moment tut. um etwas mehr ins detail zu gehen....die Person steht am Fenster und ist am nachdenken. und während diese Person nachdenkt, folgt der Satz der mir kopfzerbrechen bereitet. Es geht also nicht um eine situation die irgendwann mal statt fand. ich muss mein Buch sowieso nochmal überfliegen, weil ich eben genau bei solchen Sätzen öfter Schwierigkeiten hatte und so mal präsens und mal in der erzählerform schrieb. ich bin mir jetzt einfach nicht sicher was sich für den späteren Leser vom lesefluss her schöner liest.

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Laluja 20.01.2017, 19:35

was die ungenutzten Chancen angeht, die sind jedoch damals gewesen.

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MarkusPK 20.01.2017, 22:32
@Laluja

Nein sind sie nicht. Sie sind überhaupt nicht gewesen, denn der Protagonist hat sie ja nicht genutzt. :-)

Deshalb verwendest du da auch den Konjunktiv II mit "hätte", also in der Zeitform, die im Irrealen dann homolog zum Plusquamperfekt ist. Irreal deshalb, weil du sagstest "wünschte".

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Laluja 07.02.2017, 14:28
@MarkusPK

Ich würde gerne nochmal zum Abschluss nachfragen. Wäre es so denn eher richtig:

“Er stand am Fenster und dachte nach und dabei wünschte er sich, er hätte wenigstens eine der vielen Chancen genutzt.“

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Dein Hauptsatz steht im Präteritum, also in der Vergangenheit. Das ist, wie hydrahydra sagt, eine klassische "Erzählzeit".

Das Verb des Nebensatzes ist im Konjunktiv II. Es stehen ihm also in dem Moment keine Chancen offen, sondern er hat viele ungenutzt verstreichen lassen.

In sich ist der Satz stimmig, sofern Du "jetzt gerade" bspw. durch "in diesem Moment" ersetzt. Denn "jetzt gerade" ist schon an die Gegenwart gebunden.

Wenn Du allerdings sonst im Präsens schreibst, passt Präteritum hier nicht.

Möglich wäre übrigens auch eine Infinitivgruppe: "Und in dem Moment wünschte er sich, wenigstens eine der vielen Chancen genutzt zu haben." Damit umgeht man die Wiederholung von "er".

Klassischerweise werden Romane, Erzählungen etc. im Präteritum geschrieben. Insofern ist der Satz völlig korrekt, obwohl ich das "jetzt gerade" weglassen, bzw. ändern würde.


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