Zeitarbeitsfirma fordert nachträglich Unterschrift für Gleitzeitantrag - warum?

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Ein Zeitarbeitsunternehmen muss jeden Tag der Mitarbeiter belegen.Die Anträge auf Gleitzeit müssen von den Mitarbeitern ausgehen, d.h. der Mitarbeiter stellt diesen Antrag, damit es papiermässig so aussieht, als wollte er an bestimmten Tagen aus privaten Gründen frei haben. Liegt ein solcher Antrag nicht vor und der Mitarbeiter war zu Hause, weil evtl. kein EInsatz war, muss das ZA-Unternehmen diese Tage mit"Wartezeit" belegen. Wartezeit bedeutet immer, das die Firma die Tage bezahlen muss. Dieses dürfen dann nicht von den Guthabenstunden des Arbeitnehmers abgebucht werden. Ich weiss, dass das anders praktiziert wird, allerdings fällt jedes ZA-Unternehmen auf die Nase, wenn man dagegen vorgeht. Ich habe als Vertreter der Arbeitgeberseite an mehreren Arbeitsgerichtsprozessen teilgenommen, die alle von den Mitarbeitern oder ehemaligen MA gewonnen wurden, wenn es um die Auszahlung oder Abgeltung von Gleitzeitkonten geht. Für das Gericht spielen dabei die einzelnen Tarifverträge der ZA-Firmen überhaupt keine Rolle. Hat man an Tagen, an denen man nicht arbeitet, Freizeit beantragt, dann muss man auch diesen Gleitzeitantrag unterschreiben. Hat man dies nicht, dann auf keinen Fall. Den letzten Lohn muss das Unternehmen trotzdem bezahlen. Sollte es zu Problemen kommen, einfach mit Anwalt drohen. Meist lenken die internen MA dann schon ein.

Vielen vielen Dank für Ihre Antwort! Bestärkt durch Ihre Aussagen werde ich versuchen noch das Geld einzufordern. Ich habe in meinem Arbeitsvertrag auch eine Klausel "Ausschlussfristen", da steht etwas von 2 Monaten (nach Ausscheiden nur 1 Monat) nach Fälligkeit. Das wäre also eigentlich der 15.08. gewesen!!! Nun habe ich gelesen, alles von Fristen unter 3 Monaten ist unwirksam! Kann ich mich darauf verlassen? Was gilt?

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Es kommt auch auf den Tarifvertrag an, welches dem Zeitarbeitsunternehmen angehört. In einigen ist es legitim (z.B. AMP und BZA)das der Arbeitgeber bis zu 2 Tagen frei über das Arbeitszeitkonto verfügen kann. Im nachhinein irgendwelche Anträge unterschreiben ist nur gerechtfertigt wenn Sie damit einverstanden waren, das die beiden Tage vom Zeitkonto gedeckt werden oder der Tarifvertrag dieses zulässt.

Natürlich war ich nicht einverstanden. Die haben mich an einem einsatzfreien Tag mittags angerufen, ich war nicht zuhause, am nächsten Tag hatte ich eine Abmahnung im Briefkasten wegen unentschuldigtem Fehlen... und diese Wartezeit musste von meinen Überstunden bezahlt werden!

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Du hast mit der Fa. nichts mehr zu tun und bist nicht verpflichtet, irgendwelche Anträge im Nachhinein zu unterschreiben.

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