Zeitarbeit Vertragsstrafe?

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6 Antworten

Ein Arbeitsvertrag ist grundsätzlich auch mündlich gültig.

Die Zusicherung von 9,50 € pro Stunde sowie die Vergütung der Fahrtkosten müsstest du im Streitfall beweisen, was du ohne Vertrag wohl kaum kannst. Die Beweislast für die geleisteten Stunden liegt ebenfalls bei dir.

So wie es aussieht, hast du die Kündigungsfrist in der Probezeit nicht eingehalten. Damit machst du dich dem Arbeitgeber gegenüber grundsätzlich schadensersatzpflichtig.

Eine pauschale Vertragsstrafe halte ich mangels vertraglicher Vereinbarung für nicht durchsetzbar. Diese dürfte dir nicht abegezogen werden.

Nur, was willst du dagegen machen? Nicht viel. Im Ernstfall könntest du klagen. Vor dem Arbeitsgericht musst du aber deinen eigenen Anwalt grundsätzlich selbst zahlen, auch wenn du gewinnst. Ob sich das lohnt, wage ich zu bezweifeln.

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"Die Praxis der Leiharbeit ist verkommen" (Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles am 17.12. 2010 im Deutschen Bundestag.)

Kleiner Tip für alle, die meinen, sie müssten sich etwas von Zeitfirmen gefallen lassen:

Wenn die Zeitfirma korrupt ist (z.B., wenn sie illegal Zwangsurlaub bei Nichteinsatz verordnet, oder dem Zeitarbeiter illegal Plusstunden stehlen will), wird sie sich hüten, sich mit einem Zeitarbeiter anzulegen, der ihr mit einer internen Untersuchung durch den Zoll droht...

Wenn der Zoll (und der ist dafür zuständig) sich da mal in der Zeitfirma genau anschaut, wann die Zeitfirma bei Nichteinsatz dem Zeitarbeiter Plusstunden gestohlen hat, oder ihn mit Zwangsurlaub erpresst hat, dann kann das zu hohen Gedstrafen und im Extremfall zu Lizenzentzug für die korrupte Zeitfirma führen.

Wer Stress mit korrupten Zeitfirmen hat, kann auch Verdi einschalten, oder eben der Zeitfirma mit dem Zoll drohen, vor allem, wenn man weiß, daß die Zeitfirma öfter schon Leuten ihre Plusstunden gestohlen hat, wenn sie keinen Einsatz hatte.


Rechtsberatung von Verdi. Suche über Postleitzahl, Bundesland

https://www.verdi.de/wegweiser/verdi-finden

https://www.verdi.de/themen/recht-datenschutz/++co++259cb6fc-ae09-11e0-7d3a-00093d114afd


Das Bundesarbeitsgericht hat nämlich am 13.12.2000 (Az.: 5 AZR
334/99) entschieden, dass eine Verrechnung des Arbeitgebers nur dann möglich ist, wenn der Arbeitnehmer Einfluss auf das Entstehen von Minusstunden hatte. Dies ist jedenfalls dann nicht der Fall, wenn nicht genug Arbeit im Betrieb vorhanden war, denn darauf hat der Arbeitnehmer keinen Einfluss.

https://kanzas.de/2011/11/25/keine-verrechnung-mit-vergutungsanspruchen-bei-negativem-arbeitszeitkonto/


Wie korrupte Zeitarbeitsfirmen betrügen:

https://www.gutefrage.net/frage/zeitarbeit-darf-das-arbeitszeitkonto-zum-ausgleich-einsatzfreier-zeiten-genutzt-werden?foundIn=list-answers-by-user#answer-205159334


Ausgetrickste Leiharbeiter - Das Totalversagen der BA für Arbeit. Monitor fragt: "Wie gut kontrolliert die Bundesagentur für Arbeit ?" Auf 18500 Leihfirmen kommen nur 55 Prüfer.






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Also erst mal bedarf es bei einem Arbeitsvertrag NICHT der Schriftform, er kann auch mündlich abgeschlossen werden.

Wobei man immer auf einem schriftlichen Vertrag bestehen sollte um sich abzusichern.

Dadurch das du einfach der Arbeit fern geblieben bist, wird man die Vertragsstrafe abgezogen haben. Ob das so rechtens ist kann ich nicht sagen.

Aber du hättest auf jeden Fall kündigen müssen unter Einhaltung einer Frist von 14 Tagen da du noch in der Probezeit warst.

Leider ist es ein Irrglaube das man nicht kündigen muss nur weil man keinen schriftlichen Arbeitsvertrag hat.

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Du hast keinen Arbeitsvertrag. Nichts schriftliches. Da steht jetzt Aussage gegen Aussage.

Eventuell einen Anwalt für Arbeitsrecht fragen.

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Familiengerd 02.11.2016, 12:06

Da steht jetzt Aussage gegen Aussage.

Nein, da steht - was eine Vertragsstrafe betrifft - nicht Aussage gegen Aussage.

Der Arbeitgeber muss die Vereinbarung einer Vertragsstrafe beweisen. Erst dann, wenn der Arbeitgeber einen solchen Beweis erbringen sollte. läge es am Arbeitnehmer, ihn zu widerlegen.

Die Vereinbarung eines Stundenlohns von 9,50 € muss wiederum der Arbeitnehmer beweisen, wenn er ihn behauptet (und nicht z.B. auf einen Tarifvertrag verwiesen werden kann).

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Pauli1965 02.11.2016, 12:17
@Familiengerd

Du hast es ausführlich beschrieben. Was anderes habe ich auch nicht gemeint.

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Familiengerd 02.11.2016, 12:47
@Pauli1965

Das ist es ja gut ... auch wenn die Formulierung "Da steht jetzt Aussage gegen Aussage." etwas völlig Anderes aussagt.

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Interesierter 02.11.2016, 13:02
@Familiengerd

Absolut richtig, wobei zu bedenken wäre, dass der Arbeitnehmer bei einer gerichtlichen Auseinandersetzung vor dem Arbeitsgericht in jedem Fall seine Anwaltskosten selbst zahlen muss, auch wenn er gewinnt.

Vor diesem Hintergrund dürfte eine Klage nicht viel Sinn machen. Der Fragesteller täte wohl gut daran, die Sache auf sich beruhen zu lassen.

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Eventuell wird erst einmal dein Arbeitszeitkonto gefüllt. War bei mir anfangs auch so das ich einen ganzen Monat Vollzeit gearbeitet habe und dann nur die hälfte des Gehalts bekommen habe.

Aber warum Arbeitest du überhaupt wenn du nichtmal einen Arbeitsvertrag hast? Geh schnell weg da, und versuche Generell von Zeitarbeitsfirmen wegzukommen.

Am besten noch so das du den ein bisschen Schadest, wie zB. nicht zu Arbeit gehen dann fehlt denen jemand. Kannst ja alles machen wenn du Schwarz Arbeitest.

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Hast du stundenzettel geschrieben?
Wenn diese von der Firma unterschrieben wurden, wo du gearbeitet hast, hast du schon mal was schriftliches.
Und für was hast du eine Vertragsstrafe bekommen?

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Dave0000 02.11.2016, 11:34

Wenn du den digital Nachweis hast ist doch schonmal gut

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