Zeitarbeit: Verleiherfirma bekommt von Entleiherfirma Branchenzuschlag, aber Mitarbeiter nicht

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Ja, es ist richtig. Deine ZA-Firma hält sich an den Tarifvertrag. Ich würde meinen Mitarbeitern zwar schon vorher eine Zulage bezahlen, wenn sie gut sind, aber sie muß es nicht. Die Branchenzuschläge steigen ja noch weiter. Ich weiß nicht, ob der Kunde, bei dem Du arbeitest, dann die weiteen Erhöhungen auch noch trägt. Es kann auch sein, dass Deine Firma dafür ein Puffer braucht, um die nächste Erhöhung abzufangen. Frag doch einfach nach oder gib der Firma einen Hinweis.

Du hast mich nicht richtig verstanden. Die Branchenzuschlaege steigen nicht weiter. Das Maximum sind 50%.

Die Entleiherfirma zahlt aber jetzt schon den vollen Branchenzuschlag von 50% an die Verleiherfirma..

Beispiel: Entleiher hat fuer die Dienste von Mitarbeiter A an die Verleiher Firma 1000 Euro pro Woche zu zahlen. Verleiherfirma behaelt davon 500 Euro und Mitarbeiter A bekommt auch 500 Euro. Nach 6 Wochen werden 15% ZUschlag faellig. Entleiher muss deshalb nun an Verleiherfirma 1150 Euro zahlen. Mitarbeiter A bekommt nun 575 Euro und auch Verleiherfirma behaelt 575 Euro. Das spielt geht so weiter bis nach 9 Monaten 50% Zuschlag faellig werden.

In meinem Fall ist es aber so, dass der Entleiher von Anfang an 1000 Euro + 500 Euro bezahlt. Der Mitarbeiter bekommt trotzdem nur 500Euro, die Verleiherfirma streicht 1000 Euro ein.

(Zahlen wurden erfunden)

Ich habe eine Beauftragung gesehen, in der sinngemaess stand: Entleiherfirma beauftragt Verleiherfirma den Mitarbeiter A fuer den Zeitraum 1.1.2014 bis 31.12.2014 zu senden. Hierfuer wird ein Entgelt von X berechnet. Es wird ein Branchenzuschlag von 50% vom 1.1.2014 an bezahlt. Im weiteren Verlauf des Jahres werden keine weiteren Branchenzuschlaege bezahlt. Verleiher verpflichtet sich Mitarbeiter A mindestens nach DGB/IGZ zu bezahlen.

Meine Frage war nun, da die Verleiherfirma von Anfang an den kompletten Branchenzuschlag kassiert, muss sie diesen nicht auch an den Mitarbeiter weitergeben?

Auffaellig ist, dass der Entleiher den Branchenzuschalg nur fuer Mitarbeiter des Verleihers bezahlt welche schon vorher beim Entleiher im Werksvertrag taetig waren. Fuer Mitarbeiter welche neu hinzugekommen sind, werden diese 50% nicht bezahlt. Es ist klar, dass diese 50% vom Entleiher sozusagen eine freiwillige Leistung sind bzw wahrscheinlich der Betriebsrat des Entleihers darauf bestand dies zu bezahlen.

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@alexbababu

Da sagt der Gesetzgeber etwas anderes aus!!! Die Branchenzuschläge müßen bis auf 90 % des durchschnittlichen Lohnes der festangestellten Mitarbeiter in einem bestimmten Zeitraum steigen. Ich arbeite selbst intern bei einer Zeitarbeitsfirma und mache den ganzen Lohnkram. Fair den Mitarbeitern gegenüber wäre es, wenn sie Euch die Zuschläge schon vorab bezahlen, aber sie müssen es halt nicht. Ich würde - wenn Du es ganz sicher weißt - der Firma einen Tip geben. Kommt darauf an, wie gut man sich mit den Vorgesetzten Vorort seht.

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@Roeschen001

Also es ist legal, dass der Verleiher (freiwillige) Branchenzuschlaege vom Entleiher kassiert, aber nur die tariflichen Branchenzuschlaege bezahlt?

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Diese Problematik ist recht komplex, aber ich versuche es mal...

Werksverträge sind eine Methode der nicht immer ganz seriösen Zeitarbeitsbranche, sich den Regularien (und damit den Kontrollgremien) des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes (AÜG) zu entziehen.

Aber auch unter Anwendung des AÜG sind in den einschlägigen Tarifverträgen oftmals sog. Öffnungsklauseln enthalten, die die Verleihunternehmen berechtigen, eben nur den Tarif, und darüber hinaus keine weiteren (Branchen-) Zuschläge zu bezahlen. Um dies nachhaltig prüfen zu können, müsste man 1.) in der Zeitarbeitsbranche sehr sachkundig sein, und 2.) sämtliche prüfrelevanten Unterlagen, wie Arbeitsüberlassungsverträge, Werksverträge, Vertriebsvereinbarungen, Arbeitsverträge sowie interne Besprechungsprotokolle vorliegen haben. Da dies ein recht schwieriges Unterfangen darstellt, wird der fragliche Anspruch wohl letztendlich nur auf dem Klageweg vor dem Amtsgericht geklärt werden können.

Einen kleinen Lichtblick bietet vielleicht die folgende Information: Ich habe einen guten Freund, der ein kleines Zeitarbeitsunternehmen betreibt. Mittlerweile hat er schon zwei Prüfungen auf Richtigkeit seiner Unterlagen über sich ergehen lassen müssen, um seine Lizenz verlängert zu bekommen. Bei der letzten Prüfung haben ihn fünf (!) Leute belagert, drei vom Landesarbeitsamt, und zwei waren vom Zoll. Der Zoll prüft u.a. auch die richtige Anwendung der Tarif- und Arbeitsverträge sehr genau, und da haben sie festgestellt, dass er in einem (!) Monat 10,00 Euro zuwenig bezahlt hatte. Da er jedoch übertariflich gezahlt hatte, wurde dieser Vorwurf nach langer interner Diskussion fallen gelassen...

Nun bist Du an der Reihe, zu entscheiden was Du machst. Ich finde die Idee, einmal offen bei der Arbeitgeberin nachzufragen und sich die Zusammenhänge aus deren Sicht erklären zu lassen, garnicht einmal so schlecht. Fällt die Antwort unbefriedigend aus, kann man die nächste Registerkarte ziehen.

Schön wäre, wenn Du in diesem Thread zu gegebener Zeit über das von Dir Erreichte berichten würdest...

Viel Erfolg! Gruß Nightstick

Korrektur: Im dritten Absatz muss es im letzten Satz "Arbeitsgericht" heißen.

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Wie du die frage ganz leicht selber löst: geh in deine zeitarbeitsfirma und lass dir den branchzuschlag zeigen. Diese haben zeitarbeitsfirmen nämlich je nach zugehöriger brachne vorliegen und du als arbeitnehmer hast anspruch einen blick in diesen hinein zu werfen :-) die, mit denen ich arbeite, haben die regelungen bzgl. Zahlung von branchenzuschlägen gleich auf den ersten seiten

Du hast die Frage entweder nicht gelesen oder nicht verstanden.

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@alexbababu

Ich weiß sehr gut nach welchem Tarifvertrag ich bezahlt werden muss und auch welcher Tarifvertrag über Branchenzuschläge für mich und meine Firma gilt (Ausschlaggebend ist übrigens nicht meine Firma, sondern der Kundenbetrieb). Ich weiß auch sehr gut, wie die Branchenzuschläge gestaffelt sind, wann ich diese steigen und wie diese mit meinem tatsächlichen Gehalt verrechnet werden.

Meine Frage war: Wenn der Entleiher an den Verleiher für den Mitarbeiter schon von Anfang an Branchenzuschläge (den höchstmöglichen Satz) bezahlt, muss der Verleiher diese an seinen Mitarbeiter weiterreichen oder darf er diese einbehalten und dem Mitarbeiter stattdessen nur die Branchenzuschläge die nach Tarifvertrag zu bezahlen sind, bezahlen.

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Werksvertrag mit Fertighausfirma vorbehaltlich Grundstück?

Hallo,

wir haben (dummerweise) einen Hausvertrag (Werkvertrag) unterschrieben. In diesem steht drin, unter Vorbehalt der Findung eines passenden Grundstückes innerhalb von 12 Monaten.

Das bedeutet m.E. doch eigentlich, dass ich ein geeignetes Grundstück in einer Frist von 12 Monaten finden muss, das den Ansprüchen der Lage und unserem Budget entspricht.

Kern des vorgegangenen Beratungsgespräches war, dass das Grundstück an bestimmte Bedingungen (Südliches Umfeld von München – S-Bahn Lage – 400 – 600 qm – max. 350`000 € incl NK) geknüpft sein. Der Berater war sehr zuversichtlich, dass er ein geeignetes Grundstück liefern kann. Die Bedingungen an das Grundstück wurden vom Berater der Firma zwar notiert, aber im Werksvertrag nicht festgehalten. Aus diesem Grund hat mein Vater (nicht Vertragspartei) telefonisch Rücksprache mit dem Berater genommen und sich die Bedingungen nochmals bestätigen lassen. Aus diesem Telefonat ging aber zu unserem Entsetzen hervor, dass die Fertighausfirma im Bezug der Grundstückssuche nicht tätig werden wird. Sie wird es zwar die Suchanfrage an diverse Partnerfirmen weitergeben, doch für die Suche eines Grundstückes ist der Bauherr zuständig.

Bei einer weiteren telefonischen Rücksprache meines Vaters direkt bei der Fertighausfirma (Abt. Vertragsannahme) wurde durch den Mitarbeiter der Firma folgende weitere Vorgehensweise bestätigt:

-     Es kommt jetzt erst einmal zu einer Vertragsbestätigung seitens der Firma mit eines Ausstiegsklausel im Bezug, wenn kein Grundstück gefunden wird.

-     Nun muss aber jetzt der Bauherr sehr aktiv tätig werden, denn die Firma sei ja keine Maklerfirma.

Wir haben daraufhin uns bei fast allen VR-Banken im entsprechenden Umfeld informiert und jeder hat zu diesen Konditionen sofort ab gewunken. Auch Recherche im Internet hat dies ergeben, dass dies aussichtslos ist.

Für alle die Fragen warum wir dort unterschrieben haben: Wir sind den Vertrag nicht einmal durchgegangen und konnten ihn uns auch nicht durchlesen. Sicher war das blöd.

Haben wir überhaupt eine Chance aus diesem Vertrag heraus zu kommen?

Bitte antwortet!

Danke

Familie E

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