Zeitarbeit minusstundenfalle?

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3 Antworten

Zunächst einmal solltest Du nach dem Basistarif der Leihbude schauen. ( in der Regel IGZ oder BAP / DGB ).

Das desfiniert dann die Basisleistung der Mindeststunden, welche der Betrieb dann selbst in einsatzfreien Zeiten oder gar als Lohnfortzahlung im Krankheitsfall erbringen müsste.

Das Stundenkonto darf im Fall der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall auch nicht angetastet werden, ausser er hat intern per Firmrntarif eine höhere Stundenzahl als im Grundtarif vereinbart, welche er dann natürlich auch im Basislohn dann auszahlen müsste. ( aber unwahrscheinlich...jeder seriöse Betrieb beruft sich im Grundlohn auf das manteltarifliche oder gesetzliche Minimum )

Kündigung wegen Krakheit wäre noch ein anderes Thema. Vor allem in der Probezeit ( vereinfachte Kündigungsregelungen / kürzere Fristen ) oder betriebliche Belange wichtigen Grundes.

Dann kommt es aber auf den relevanten Kündigungszeitpunkt an. Wenn rechtswirksam mitten im Abrechnungszeitraum z.B. zum 15. gekündigt wurde, so wäre es durchaus legal mit einer Anrechnung von nur den real zu leistenden Werktagen + Auszahlung des Guthabens aus dem Stundenkonto.

Ausnahme aber auch hier eine vertraglich vereinbarte ( sofern zulässig ) höhere Pauschalabgeltung des Lohnes als das tarifliche / gesetzliche Minimum incl. zugehöriger Regulierung des Arbeitszeitkontos.

( z.B. der AG vergütet laut Vereinbarung pro Monat pauschal 160 Stunden, obwohl der Manteltarif nur 150 Stunden als Grundentgelt vorsähe...dann könnte es in der Endabrechnung zu einer überschüssigen Lohnvorauszahlung pauschaler Art geführt haben )

Das sind aber die exakten Formulierungen des Arbeitsvertrages und somit ggf. des Durchsichtsbedarfes eines Rechtsexperten für Arbeitsrecht vor Ort auf Richtigkeit und Zulässigkeit.

Wenn denn überhaupt einer der beiden Tarifverträge anzuwenden ist!

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@Familiengerd

Deswegen mein Einwand bezüglich fachlicher Überprüfung des Vertragswerkes "vor Ort". 

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Du hast vermutlich eine gewisse Stundenanzahl vertraglich geregelt ?  Wenn der Arbeitgeber - Zeitarbeitsfirma - dir für die vereinbarten Stunden keine Arbeit zubringen kann , ist das deren Problem . Nach fristgerechter Beendigung des Arbeitsverhältnis darf man dir die verbleibenden - Minusstunden - nicht abziehen oä !

Aber wenn ich aufgrund der au innerhalb der Kündigungsfrist nicht die Möglichkeit habe?

Steht doch da - dann wirds eben verrechnet.

Ja aber es ist nicht meine Schuld dass die disponentwn der Firma keine Aufträge für mich haben und daraus das minus entstanden ist

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Richtig ! Du hast deine Arbeitskraft zur Verfügung gestellt , wenn Fa . Keine Aufträge für dich hat ist das nicht dein Problem !!!

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dann wirds eben verrechnet

Unter den geschilderten Umständen ist das falsch - siehe die richtige Antwort und den Kommentar von ingwer16!!

Wenn die Minusstunden entstanden sind, weil dem Arbeitnehmer keine Arbeit zugewiesen werden konnte durch den Arbeitgeber, dann gehört das zum Betriebsrisiko des Arbeitgebers, das er nicht auf den Arbeitnehmer abwälzen kann; es gehört zu den arbeitsvertraglichen Hauptpflichten des Arbeitgebers, den Arbeitnehmer für die vereinbarte Stundenzahl mit Arbeit zu versorgen.

Tut er das nicht (auf die Gründe, auf ein "Verschulden" kommt es nicht an!), gerät er mit dem Angebot der Arbetsleistung durch den Arbeitnehmer in den "Annahmeverzug" nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch BGB § 615 "Vergütung bei Annahmeverzug und bei Betriebsrisiko": der Arbeitnehmer ist dann so zu bezahlen, als hätte er "normal" gearbeitet, und muss die tatsächlich nicht geleisteten Arbeitsstunden auch nicht nachholen - sie dürfen dann selbstverständlich auch nicht mit noch ausstehendem Lohn verrechnet werden!

Das gilt unter der Voraussetzung, dass hier keiner der beiden Tarifverträge für die Zeitarbeit anzuwenden ist, die Regelungen für Minusstunden enthalten.

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