Zeigen Spielfilme die Realität der DDR?

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7 Antworten

Ich denke, dass es sehr schwierig ist, Spielfilme über die DDR zu finden die die Realität widerspiegelt.

Die Filme aus der DDR-Zeit unterlagen der Zensur der DDR und Parteiführung.
Und die Filme nach der Wende wurden meist aus einer Siegermentalität gemacht, deren Macher zum Teil die DDR niemals in ihrer Realität erleben konnten.

LG Lazarius

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Sofern es Dir um das Kriterium Realitätsnähe geht, kannst Du bundesdeutsche Filme über die DDR ruhigen Gewissens in die Tonne treten - und zwar alle.

Warum? Darum:

"Die Geschichtsaufarbeitung in der heutigen Bundesrepublik ist geprägt durch vereinfachte westliche Erfolgsgeschichten auf der einen und durch ostdeutsche Horrorgeschichten auf der anderen Seite. Geschichtsbetrachtung wird von aktuellen Westnormen bestimmt, ostdeutsche Erfahrungen werden marginalisiert. Der Einigungsprozess wird dadurch stark belastet."

(Prof. Andrew H. Beattie in "Learning from the Germans? History and Memory in German and European Projects of Integration", University of Technology Sydney, 2007)

Das ist auch kein Zufall, denn es soll ja niemand auf die Idee kommen, daß es zur verordneten Alternativlosigkeit womöglich irgendwelche Alternativen gäbe.

Eingermaßen realistisch wird der DDR-Alltag in einigen späten DEFA-Filmen geschildert - wie z.B. in "Die Architekten" (1990) oder Coming Out (1989). Auch für einige der ursprünglichen Polizeiruf-110-Folgen läßt sich das sagen.

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Der Film schildert einen Vorfall, den es so ähnlich in der DDR gegeben hat.

Die DDR-Realität, so, wie sie die große Mehrzahl der DDR-Bürger erlebt hat, sah anders aus.
Es wäre wenig spektakulär, würde man das Leben eines normalen DDR-Bürgers verfilmen, der weder Stasi-Spitzel, noch Widerstandskämpfer war und ein verhältnismäßig sorgloses Leben führen konnte, wenn auch ohne Bananen und mit eingeschränkter Reisefreiheit etc.pp.

Da greift man dann schon zu solchen Themen wie in "Die Stille nach dem Schuss" oder in "Das Leben der anderen", auch wenn der Regisseur des letzteren Films um die Wendezeit ganze 17 Jahre alt war und die DDR nur von Hören-Sagen kannte. Aber das kennen wir ja...

Ergo: In der BRD gedrehte Spielfilme zeigen nicht die DDR Realität, sondern allenfalls die Interpretation eines winzigen Teils dieser Realität.

Umgekehrt war es genau so.

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Warum heißt es wohl "Spiel..???". Da wurde mit ORWO-Filmen gespielt und das Politbüro führte Regie.

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Filme zeigen die Realität so, wie sie sich die Regisseure vorstellen.

Ich halte mich da lieber an die Literatur, z.B. "Gute Genossen" von Erich Loest.

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Kommentar von schmerberg
05.02.2017, 18:46

... und die Regisseure hatten sich das vorzustellen, was das Politbüro gerne sah.

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Spielfilme sind nie so ganz realistisch.

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Vor der Annektierung waren die Filme nicht objektiv und danach auch nicht.

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Kommentar von Lazarius
05.02.2017, 18:09

So ein Gerät hatte ich auch mal :-)

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Kommentar von schmerberg
05.02.2017, 18:48

Sollten sicherlich auch keine Dokumentarfilme sein.

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