Zahnarzt Termin verpasst - Wie hoch wird die Strafe?

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11 Antworten

Hallo "HereAndNoow",

das Amtsgericht in Bremen hat mit Urteil vom 09.02.2012 festgestellt, dass Ärzten auch bei kurzfristiger Stornierung von Terminen kein Schadensersatz zusteht.

Link: http://www.wbs-law.de/medizinrecht/amtsgericht-bremen-patienten-durfen-arzttermine-jederzeit-kostenlos-stornieren-28951/

Auszug aus dem Urteil: Nach Ansicht des erkennenden Gerichts darf ein Patient den mit einer Arztpraxis vereinbarten Termin jederzeit stornieren, ohne dass er dem (nicht) behandelnden Arzt Vergütung schuldet.

Sofern Du eine Rechnung bekommst, würde ich die Zahnarztpraxis mit Verweis auf das Urteil darauf hinweisen, dass ein möglicher Schadensersatz nicht zusteht.

Viele Grüße, Will.

Vielen, lieben Dank! Deine Antwort war sehr hilfreich :).

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@HereAndNoow

Sehr gerne.

Solltest Du noch weiterführende Hilfe benötigen, so kontaktiere mich hierzu bitte gerne :)

Viele Grüße, Will.

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Hast du eigentlich den ganzen Artikel gelesen. Darin steht auch folgendes

"Die hierbei vereinbarte Zeit ist ausschließlich für den konkreten Patienten reserviert. Erscheint der Patient zu einem vereinbarten Termin nicht oder storniert er diesen nicht rechtzeitig, gerät er damit in Annahmeverzug“, so Agnieszka Slusarczyk. Kann der Arzt nachweisen, dass er in dieser Zeit keinen anderen Patienten behandeln konnte, also eine Ausfallzeit hatte, kann er von dem Patienten die vereinbarte Vergütung verlangen, ohne zur kostenfreien Nachleistung verpflichtet zu sein."

Insofern ist es nicht so simpel, wie du behauptest. Zudem sind Amtsgerichtsurteile im Höchstfall ein Anhaltspunkt auf keine Fall mehr.

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@TETTET

Hallo "TETTET",

vielen Dank für Deinen Kommentar und Deinen Hinweis auf den letzten Abschnitt des von mir genannten Artikels.

Hierbei zitierst Du eine Bewertung des Urteils des AG Nettetal (Az.: 17 C 71/03) und weist darauf hin, dass sehr wohl eine Vergütung verlangt werden kann, wenn der Arzt nachweisen kann, dass er in der Zeit keinen anderen Patienten behandeln konnte.

Ein Blick in dieses Urteil lässt jedoch erkennen, dass es sich bei der im Urteil klagenden Praxis um eine Bestellpraxis handelt. Eine Bestellpraxis ist grundsätzlich dadurch charakterisiert, dass man ausschließlich durch eine Teminvergabe eine Behandlung in Anspruch nehmen kann.

Dies ist dem Sachverhalt hier jedoch nicht zu entnehmen.

Ferner wird im Urteil aufgeführt, dass eine schriftliche Behandlungsvereinbarung nach dem Modell des so genannten Bestellsystems zwischen dem Patienten und der Praxis getroffen wurde.

So heißt es nämlich im Urteil:

(...) Mit der Unterzeichnung dieser Behandlungsvereinbarung hat sich die Beklagte nämlich ausdrücklich damit einverstanden erklärt, das sie im Falle ihres unentschuldigten Nichterscheinens zu einem Termin das entgangene Honorar des Klägers zu tragen hat. In der Behandlungsvereinbarung wurde die Beklagte explizit darauf hingewiesen, dass es sich bei der Praxis des Klägers um eine solche handelt, die organisatorisch nach dem so genannten Bestellsystem geführt wird.

Danach war der Beklagten bekannt, dass die vereinbarten Termine ausschließlich für sie als Patientin reserviert wurden und insofern keine doppelte Vergabe von Terminen an Patienten erfolgte (...).

Auch dieser Umstand ist dem Sachverhalt hier nicht zu entnehmen.

Richtig ist, dass das Urteil des AG Bremen natürlich keine Bindewirkung für andere Gerichte entwickelt.

Hab nochmals vielen Dank für Deinen Kommentar hierzu.

Viele Grüße, Will.

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@WillLoman

Ich wollte nur darauf hinweisen, dass weder das eine noch das andere Urteil 1:1 auf diesen Fall anzuwenden sind. Im Gegensatz zum von dir angeführten Urteil ist hier sehr wohl bereits ein Vertrag geschlossen, so dass ein einfacher Rücktritt nicht mehr möglich ist. grundsätzlich sollte sich der Fragende einfach mal überlegen, ob er dauerhaft mit Leuten zusammenarbeiten wollte, die permanent Termine absagen.

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Klar ist es sch*, gleich dreimal nen Termin abzusagen und dann nun auch derart kurzfristig. So weit ich weiss, können sie leider ohne Vorankündigung nix berechnen, sonst wäre der Lerneffekt wohl mal da. Extra angefertigtes ist zuu zahlen (Krone?!)

An sich ist das schon rechtens. Eine Arztpraxis ist durchaus im Recht dir solche Ausfallzeiten in Rechnung zu stellen. Allerdings nur wenn sie dir dies vorher schon einmal mitgeteilt haben und es in irgendeiner Art für dich klar ist. Sprich du hast irgendwas unterschrieben, einen Anamnesebogen oder ähnliches.

Sollte es tatsächlich dazu kommen, auf keinen Fall einfach zahlen!!! Mach dich erst mal schlau. Was die Krone allerdings angeht bin ich mir auch nicht sicher....wenn sie extra schon für dich angefertigt wurde wirst du die Kosten wohl tzd. zahlen müssen.

Der Zahnarzt ist berechtigt, Schadenersatz für nicht eingehaltene Termine zu verlangen, insbesondere dann, wenn die geplante Behandlung (in deinem Fall die Krone) sehr zeitintensiv gewesen wäre. Er hat ja dann einen Leerlauf. Wie hoch die Forderung ausfallen könnte, weiß ich nicht. Ich denke, das liegt im Ermessen des Arztes!? Es ist schon ein bisl dämlich von dir, einen Termin für eine Krone zu vereinbaren und sich dann einfallen zu lassen, dass man die sich momentan gar nicht leisten kann. Hast ja sicher vorher ein Angebot bekommen... Sorry, nur meine bescheidene Meinung :-)

Also die bereits angefertigte Krone wirst Du so oder so bezahlen müssen.

Wegen der dauernd abgesagten Termine kann der Zahnarzt Schadensersatz verlangen, wenn er dadurch andere Patienten abweisen musste (also effektiv am Abend früher Feierabend machen musste). Aber das muss er Dir konkret beweisen.

Wäre ich Dein Zahnarzt, würde ich Dir aber keinen Termin mehr geben, sondern sagen "kommen Sie vorbei, wenn zwischendrin Luft ist nehm ich Sie dran".

Der Arzt kann auch einfach her gehen und sagen wir behandeln sie nicht mehr, suchen sie sich bitte einen anderen behandelnden Zahnarzt!

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Ich würde einfach mal gaaaanz kleine Brötchen backen, zum ZA gehen und bitten, mit ihm/ihr selber sprechenzu dürfen. Sag, dass es finanzielle Schwierigkeiten gibt und Du vielleicht auch deshalb den Termin verpasst hast. Schau mal, in wie weit sie Dir entgegen kommen können. Aber werde nicht frech, schließlich hast Du Dir da ganz schön was erlaubt.

Wenn ich dich richtig verstanden habe, hattest du nach der Wurzelbehandlung Folgetermin(e) bekommen... Wenn da erst die Krone vorbereitet werden sollte (eben das Teil noch nicht für dich angefertigt worden ist) und du den Termin abgesagt hast, passiert dir gar nichts. (war ja frühzeitig) Ebenso für den 2. abgesagten Termin...

Die Vorzimmerdame oder ZA-Helferin am Telefon kann dir selbst bei einer kurzfristigen Termin-Stornierung nicht mit einer Rechnung drohen wegen Verdienstausfall des Zahnarztes...

Bevor es zu dieser Rechnungsstellung kommt, solltest du unbedingt das Gespräch suchen mit dem ZA.

Erläutere dein Problem...

Und wenn du dem ZA klipp und klar sagst, dass du dir 500 € für eine Krone nicht leisten kannst, dann muß man über andere Möglichkeiten reden dich zahnmedizinisch zu versorgen.

Wer kommt denn hier auf 1000 bis 1400 € Ersatz? Wofür ???

Wie gesagt: rede mit dem ZA und nicht mit der Dame vom Empfang...

Die Frage ist, ob durch die Terminvereinbarung schon ein rechtsgültiger Vertrag zustande gekommen ist, der den Arzt bei Nichterfüllung zu einer Vertragssstrafe berechtigt. Allerdings müsste diese Sanktionsmöglichkeit in der Praxis deutlich sichtbar ausgehängt werden. Außerdem müsste der Arzt im Streitfall beweisen, dass er in der für Dich eingeplanten Zeit keinen anderen Patienten behandelt hat... Die Krone wirst Du aber bezahlen müssen.

Blödsinn! Du musst doch keine Strafe zahlen, wenn Du einen Arzttermin nicht wahr nimmst!

Bei der Krone verhält es sich da anders. Wurde die Krone schon angefertigt? Wenn ja, musst Du die Material-Kosten zahlen.

und die Arbeitskosten nicht? Kann ich mir nicht vorstellen.

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@superfuxi

Es sind ja keine angefallen, wenn er den Termin nicht wahr nimmt

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Ja, das ist korrekt, auch die bereits angefertigte Krone musst du bezahlen, evtl. alles in allem rund 1000-1400 Euro.

1000-1400 Euro?????? Bist du dir da sicher? Denn sie haben nicht gesagt, dass ich die Krone auch bezahlen muss.

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@DerGrantler

Vielleicht ist es aber auch eine Zahnarztpraxis die ihre Kronen selber anfertigt, dann ist dies eine Sache von zwanzig Minuten und die Krone wird auch erst angefertigt wenn die Behandlung anfängt.

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@DerGrantler

Die Krone kostet ja "nur" 500€. Sie können doch nicht auf einmal das doppelte verlangen!

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Die Lösung ist doch ganz einfach.

Geh HEUTE zum Arzt und lass dich krank schreiben.

Die Krankmeldung schickst du dann dem Zahnarzt.

Schon ist dein Problem gelöst.

Ich hatte eh morgen ein Termin beim Arzt, weil ich schon längere Probleme habe mit meinem Bauch (Magenentzündung). Das ist auch der Grund weshalb ich heute nicht da war. Bist du dir sicher, dass es dann so in Ordnung geht, mit einer Krankmeldung?

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