Zahnarzt Behandlung: Kosten für Füllungen & Wurzelbehandlung?

4 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Hallo,

der Zahnarzt entscheidet vor Beginn der Behandlung, ob die Voraussetzungen für eine Kostenübernahme durch die gesetzliche Krankenkasse erfüllt sind.

Bei der Wurzelbehandlung hat er sich hiernach zu richten:

  1. Zähne mit Erkrankungen oder traumatischen Schädigungen der Pulpa sowie Zähne mit nekrotischem Zahnmark können in der Regel durch endodontische Maßnahmen erhalten werden. Die Wurzelkanalbehandlung von Molaren ist in der Regel angezeigt, wenn 1.damit eine geschlossene Zahnreihe erhalten werden kann, 2.eine einseitige Freiendsituation vermieden wird, 3.der Erhalt von funktionstüchtigem Zahnersatz möglich wird. 9.1 Für alle endodontischen Maßnahmen gilt insbesondere: a) Eine Behandlung im Rahmen der vertragszahnärztlichen Versorgung ist nur dann angezeigt, wenn die Aufbereitbarkeit und Möglichkeit der Füllung des Wurzelkanals bis bzw. bis nahe an die Wurzelspitze gegeben sind. b) Medikamentöse Einlagen sind unterstützende Maßnahmen zur Sicherung des Behandlungserfolgs; sie sind grundsätzlich auf drei Sitzungen beschränkt. c) Es sollen biologisch verträgliche, erprobte, dauerhafte, randständige und röntgenpositive Wurzelfüllmaterialien verwendet werden. d) Die Wurzelkanalfüllung soll das Kanallumen vollständig ausfüllen. e) Begleitende Röntgenuntersuchungen (diagnostische Aufnahmen, Messaufnahmen, Kontrollaufnahmen) sind unter Beachtung der Strahlenschutzbestimmungen abrechenbar.

Quelle:

https://www.g-ba.de/downloads/62-492-78/RL-Z_Behandlung_2006-03-01.pdf

Wenn die Voraussetzungen nicht erfüllt sind, sind die Kosten der Wurzelbehandlung vom Patienten privat zu tragen.

Bei Zahnfüllungen übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für Amalgam und im Frontzahnbereich für Kunststoff. Bei anderen Materialien kann der Zahnarzt dem Patienten die Mehrkosten in Rechnung stellen.

Bei Privatleistungen immer vorher einen Kostenvoranschlag geben lassen und dann mit der Krankenkasse die "Spielregeln" erklären lassen. Dann in Ruhe entscheiden, was man machen lässt.

Gruß

RHW

Wahrscheinlich schafft es mein alter Zahnarzt die oben genannten Gründe - danke für den Link - für sich zu verwenden. Gerade da ich noch nie zuzahlen musste.

Den durch die häufigen Wurzelbehandlungen ist es ihm bisher möglich geblieben, alle Zähne als solches zu erhalten.

Da frage ich mich wirklich warum der mögliche neue Zahnarzt unbedingt eine Längenbestimmung (die natürlich nicht übernommen wird) braucht und der andere Zahnarzt sie nicht benötigt. Es aber auch nie zu Problemen an behandelten Zähnen kam.

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@MichiruKaio

Manche Krankenkassen haben auch eine Zahnärzte-Hotline, bei der man sich ausführlich beraten lassen kann (z.B. Vor- und Nachteile einer Längenbestimmung). Die Ärzte haben definitiv keine finanziellen Interessen an einer Behandlung.

Manchmal kann es bei der Wahl des Zahnarztes auch interessant sein, auf die Praxisausstattung zu achten: Ist die Praxisausstattung bereits bezahlt? Oder kann es sein, dass noch ein Bankkredit läuft?

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@MichiruKaio

Werden die o.g. Kriterien der Krankenkassen erfüllt, kann der Zahnarzt eine EINFACHE Wurzelbehandlung abrechnen. Möchte der Patient jedoch eine Wurzelbehandlung, die den heutigen wissenschaftlichen Standards entspricht (zB elektrometrische Längenbestimmung, maschinelle Aufbereitung, Ultraschallspülung, Laserdesinfektion, thermoplastische Wurzelfüllung, adhäsiver Stiftaufbau,...), so muss er die Kosten hierfür selbst tragen. Wenn der bisherige Zahnarzt nie eine Zuzahlung verlangt hat, führt er Wurzelbehandlungen eben nur auf dem niedrigen Kassenniveau durch. Es gibt viele - vor allem ältere - Zahnärzte, die keine Lust mehr auf Fortbildungen und neue teure Geräte haben und deshalb den Fortschritt nicht in ihrer Praxis anbieten. Damit ziehen diese auch gewisse Patienten an, nämlich die, die nichts zuzahlen wollen und haben so ihr Auskommen bis zur baldigen Rente. http://www.praxis-dr-neumayer.de/assets/upload/dokumente/Wurzelbehandlung_Info.pdf

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@dimontelibido

Über wissenschaftliche Standards kann man auch unterschiedliche Meinungen haben. Ich kenne keine Wissenschaft, bei der Wissenschaftler nicht unterschiedliche Meinungen zum "wissenschaftlichen Standard" haben.

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@RHWWW

Hier geht es nicht um Meinungen, sondern um Fakten. Die Überlegenheit von Wurzelbehandlungen nach den von mir beschriebenen Standards haben signifikant bessere Ergebnisse, als die nach den Kassenstandards. Die Daten sind eindeutig und durch zahlreiche Studien belegt. Im Übrigen: bei besagtem Thema sind sich die Wissenschaftler einig. Ist man mit Daten einer Studie nicht einverstanden, so bringt es nichts nur dagegen zu reden. Man muss dann vielmehr diese Daten mit eigenen entkräften. Die Kollegen, die dies in diesem Fall versucht haben, sind allerdings gescheitert und haben vielmehr die Richtigkeit bestärkt.

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@dimontelibido

Welche dieser angesprochenen Studien kann man im Internet wo nachlesen? Vielen Dank im Voraus.

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@RHWWW

Ob es die im Internet gibt, weiß ich nicht. Ich lese diese in der Deutschen Zahnärztlichen Zeitschrift (DZZ) , in der JADA und speziell was die Endodontie angeht im Journal of Endodontics. Zudem werden Studien bei den einschlägigen Kongressen vorgestellt. Die Fachzeitschriften kann man abonnieren, ich denke aber, dass man einzelne Artikel (Studien) auch im Netz herunterladen kann. Ohne umfangreiches Vorwissen bringen diese aber gar nichts, dh ohne ein Zahnmedizinstudium wird man da wohl nur Bahnhof und Abfahrt verstehen....

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Es ist so, daß Du für Füllungen und Wurzelfüllungen leider dazuzahlen mußt. Es ist richtig, die einzigen Füllungen die kostenfrei sind, sind Amalgamfüllungen Das ist Deine Entscheidung, ob Du diese möchtest oder nicht. Die Zuzahlung bei Wurzelfüllungen sind absolut legitim und hat nichts damit zu tun, daß ZÄ "nur mehr Geld verdienen" wollen. Das ist eine Behandlung, welche einen ziemlichen Aufwand und sehr hohe Genauigkeit erfordert. Der Betrag, den die KK dem ZA zahlt, ist wirklich ein Witz. Möchtest Du die WF aus Kostengründen nicht, bleibt noch die Extraktion des Zahnes und dann hast Du höhere Kosten, da die Lücke durch eine Brücke oder Implantat geschlossen werden muß. Auch die professionelle Zahnreinigung übernimmt die KK nicht. Da bleibt nur, eine super Mundhygiene, sodaß die Behandlung nur selten erforderlich ist.

Du siehst, Du kannst auch einiges selbst dafür tun, daß Deine ZA- Kosten minimiert werden, wie eine hervorragende Mundhygiene und regelmäßige ZA-Kontrollen.

Der ZA hat übrigens nicht die Wurzel Deines Zahnes entfernt, sondern den Nerv. Wenn Dir, wie Du schreibst "Dir das nie gut bekommen ist", ist es nicht die Schuld des Zahnarztes.

Möchtest Du die WF aus Kostengründen nicht, ...

Ich habe gegen die Wurzelbehandlung nichts. Gerade da der Zahn so noch erhalten bleibt. Gerade dadurch verstehe ich nicht warum es beim alten Zahnarzt kurioserweise nichts kostet und bei einem anderen gesagt wird "es kostet das und das".

Der Zahn muss weiter behandelt werden. Soviel steht fest und bisher bin ich davon ausgegangen, dass es von der Krankenkasse übernommen wird. Gerade da ich als Student keine Kohle habe - ohne zu Trinken, Rauchen oder auf Partys zu gehen - ist es keine Frage des "nicht wollens" sondern die eines "sich nicht leisten könnens".

Ich verdiene kein Geld das man in irgendwelche Versicherungen pulvern kann. Damit die Kosten möglichst übernehmen. Das kommt erst noch und wird erst recht erschreckend wenn man bei den alten Menschen an deren Renten denkt. Die heut zu tage oft nicht reichen.

Meiner Meinung ist die Handhabe der Zahnärzte so, dass sie es drauf anlegen. Können die Patienten nicht zahlen wird nicht behandelt. Außer natürlich bei Schmerzen. Ergebnis die Patienten, die möglichst keinen anderen Zahnarzt finden dürfen sich freuen, denn sie sind gezwungen die Zähne verfaulen zu lassen.

Schließlich kann ich mir auch keine Brücke oder dergleichen leisten - da die Zähne weg sind - sondern bleibe auf Felge.

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Es ist in der Tat so daß der eine Zahnarzt für eine Wurzelbehandlung 300Euro nimmt und ein Anderer für die Selbe 27,50. Durch die Angabe verschiedener Steigerungssätze(Schwierigkeit, Aufwand) kann der Zahnarzt das auch als rechtlich korrekt darstellen -> Gegenbeweis für den Patienten fast unmöglich.

Danke für die Antwort.

Mir wurde ähnliches auch von der Krankenkasse gesagt. Die nur anraten konnten sämtliche Zahnärzte im Ort anzurufen und so nachzufragen. Da sie allein keinen anraten können, Thema: unlauterer Wettbewerb.

Wobei ich sagen muss, gerade für die mit wenig Geld Schüler, Auszubildende oder heute aktueller Rentner wäre es natürlich sinnvoll zu wissen, wo sie wenig bis nix zuzahlen müssten.

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