Zahn- oder Humanmedizin - Leben, Karriere, Studium -?

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6 Antworten

Zur Zeit ist die Anzahl der Wartesemester, die man braucht, bei Zahnmedizin geringer als bei Humanmedizin. Du hättest deinen Studienplatz also früher.

Gleichzeitig ist aber das Zahnmedizinstudium viel teurer als das HM-Studium, weil man viele Verbrauchsmaterialien selbst kaufen muss. Da kommen schnell mal mehrere Tausend Euro zusammen (variiert ein bisschen je nach Uni).

Ein bisschen (mehr) handwerkliches Geschick sollte bei einem Zahnmedizinstudium auf jeden Fall vorhanden sein! Wenn du zwei linke Hände hast, dann ist das eher nichts für dich.

Sich gleich nach dem Studium als Zahnmediziner selbstständig machen, schaffen nur sehr wenige. Die Praxisausrüstung anzuschaffen ist sehr kostenintensiv und wenn man eine bestehende Praxis übernimmt, muss man oft erstmal modernisieren. Die meisten (wenn nicht Papa/ Mama auch Zahnärzte sind), arbeiten erstmal als angestellte Zahnärzte in einer Praxis.

Wenn du noch dazu BaFöG zurückzahlen musst, sieht es mit der eigenen Praxis direkt nach Studienende schlecht aus.

Außerdem solltest du eines bedenken: Frag mal einen Zahnarzt, ob er das gleiche nochmal studieren würde, wenn man ihm vorher gesagt hätte, dass er sich den ganzen Tag über Patienten beugen muss - viele "haben Rücken".

Dass Humanmediziner kein eigenes Leben haben, stimmt so auch nicht. Hier kommt es ganz stark auf den Arbeitsplatz und die Fachrichtung an.

Da du ja anscheinend von einer eigenen Praxis träumst, aber auch Familie haben willst, solltest du folgendes bedenken: Fast alle Selbsständigen, egal in welcher Branche, arbeiten in den ersten 10 Jahren ihrer Selbstständigkeit selbst und ständig.

Brieftasche1982 06.07.2017, 17:36

Niemand weiß genau, wie lange die Wartezeit in beiden Studiengängen in den nächsten Jahren sein wird. Eine Prognose ist unseriös.

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Elli113 07.07.2017, 07:39
@Brieftasche1982

Das war keine Prognose, sondern bezog sich auf die aktuellen Zahlen von hochschulstart.de. Zum WS 2016/17 bei Medizin 14 WS, Zahnmedizin 12 WS, zum WS 2015/16 ebenso.

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Elli113 07.07.2017, 07:43
@Elli113

Schon vor sieben Jahren, zum WS 2010/11 musste man bei Medizin zwei Semester mehr Wartezeit, nämlich 12 WS einplanen als bei Zahnmedizin (damals 10 WS).

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hallo fcbfan,

du solltest dich (falls in deinem bekanntenkreis vorhanden) bei menschen umhören, die zahnmedizin studiert haben.

denn: zwar ist der anfang (anatomie, etc) mit den humanmedizin in etwa gleich, danach werden aber weitere fähigkeiten wie handwerkliches geschick gebraucht, wenn du deine ersten prothesen anfertigen musst.

auch wenn deine überlegungen wegen karriere und familie wichtig sind, solltest du genauer und tiefer in die materie deines angewählten studiums eintauchen - und das heißt:

was brauchst du für ein zahnmedizinstudium?

welche scheine und in welchen vorlesungen musst du rein?

gibt es beschränkungen (wie bei den humanmediziniern im grundstudium --> physikum?) im studium?

welche kenntinsse brauchst du in den bereichen: chemie, biochemie, physik, latein?

wie teuer wird dieses studium? nicht nur dort wohnen und studieren, sondern wieviel kosten die utensilien, die du benötigst? (lehrmaterial, bücher, stoffe für prothesen, werkzeug).

und schlussendlich: welche uni?

zwar ist es ein bisschen wie jedes andere studium: man muss erst drin sein, um zu wissen, ob es zu einem passt.

aber deine auswahlkriterein und überlegungen sind leider zu oberflächlich für solch ein anspruchsvolles studium.


lg, porre

Immer dieser Quatsch mit der Facharztausbildung... in dieser Zeit bist du Assistenzarzt und verdienst SEHR gutes Geld.

Prinzipiell würde ich im Zweifel zu Humanmedizin raten, da du nachher so viele verschiedene Optionen hast.

Wartezeit rate ich ganz stark von ab, das kann bald auch auf 10 Jahre steigen, auch wenn es jetzt noch 7 sind. 7 sind auch schon zu viele.

Überleg mal, was du dadurch bei der Arzt-Lebensarbeitszeit verpasst im Vergleich zu jemandem, der direkt studiert: Die letzten Jahre im Arztleben. Hier wird am meisten verdient, das kann locker eine halbe Million sein!

Besser ist direkt anfangen, wenn man mit TMS oder Hamnat oder MedAT nicht reinkommt, dann vllt besser in Osteuropa studieren, hier ist der NC gering. Da muss man halt ein paar Zehntausend Euro bezahlen, dass zahlt sich aber später finanziell aus.

Es gibt wenige Studiengänge, für die sich eine Verschuldung lohnt. Medizin gehört aber dazu.


Elli113 07.07.2017, 07:51

Wartezeit rate ich ganz stark von ab, das kann bald auch auf 10 Jahre steigen, auch wenn es jetzt noch 7 sind.

Das ist nicht ganz richtig. Man kann maximal 16 Wartesemester anrechnen lassen, alles, was darüber ist, wird nicht mehr mitgezählt. Folglich kann die Quote nicht über 16 WS steigen, da ja niemand mehr als 16 WS sammeln kann.

Aber 8 Jahre sind natürlich auch schon lange genug..

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Brieftasche1982 08.07.2017, 11:15
@Elli113

Tatsächlich, sehr interessant. Entschuldige bitte die falsche Info. Die grundsätzliche Argumentation bleibt aber bestehen, Wartezeit ist finanziell gesehen schlecht.

Was machen die wohl, wenn die 16 WS erreicht sind? Kann ja nicht mehr lange dauern.

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Ich würde sagen, mach noch ein Praktikum in einer Zahnarztpraxis. Vielleicht fällt dir deine Entscheidung danach leichter.

Das ist deine Entscheidung.
Geld scheint für dich keine Rolle zu spielen (?)
Dann entscheide dich mal.

Muss man als angehender Zahnarzt nicht sowieso mit Humanmedizin anfangen?

Barbdoc 06.07.2017, 16:18

Nein, das sind 2 verschiedene Studien.

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Elli113 06.07.2017, 16:54

Bestimmte Module sind für beide Studiengänge verpflichtend, z.B. Anatomie, Histopathologie usw.

An einigen Unis sitzen die Zahnmedizinstudenten und die Humanmediziner dann auch in der gleichen Vorlesung.

Es sind aber trotzdem zwei unterschiedliche Studiengänge.

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