Zahlt man wirklich mehr wenn Dreh- oder Wechselstrom Motoren nicht kompensiert werden?

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3 Antworten

der stromzähler zählt nur die wirkleistung. zumindest dann, wenn es sich um einen mechanischen handelt. es gibt auch mechanische Schein oder Blindleistungszähler. aber die kommen in Privathaushalten nicht wirklich zum Einsatz....

von deinem Dreh oder Wechselstrommotor aus fließt übrigens kein Strom in richtung Zähler. höchstens dann, wenn man die Welle des Motors über die Felddrehzahl hinaus beschleunigen würde.

ich selbst finde übrigens dass die Kompensation schon wichtig ist, ohne sähe es düster aus. betrachtet man die ganzen Energiesparlampen und Schaltnezteile die in unsren Netzten mittlerweile unterwegs sind....

genau deswegen wäre es übrigens heute wohl doch eher fair, wenn wir nach Scheinleistung abgerechnet würden. okay, der strompreis ist zu hoch, aber das ist ein anderes thema. aber ich wäre z.b. eher dazu bereit, die blindleistung mitzubezahlen, wenn ich für die Kilovoltamperestunde nur noch 20 Cent zahlen müsste.

das ganze würde die Hersteller von PC, Energiesparlampen, Fernsegeräten etc. nämlich endlich mal dazu veranlassen, gescheite Netzteile in ihre Produkte einzubauen.

es kann doch nicht angehen, dass das premiumprodukt eines renomierten Lampenherstellers einen Cos Phi von 0,34... hat?!

lg, Anna

Coldnez 24.10.2012, 13:47

du sagst doch "von deinem Dreh oder Wechselstrommotor aus fließt übrigens kein Strom in richtung Zähler."

Dies würde doch bedeuten dass die abgegebene elektrische Leistung von meinem E-Motor an einem Vebraucher mit ohmschen Widerstand geleitet wird (in meinem Beispiel die Lampe). Folglich müsste doch dann für die Lampe weniger Strom aus dem Netz geliefert werden , da der E-Motor wegen seiner Magnetfeldabbau von Spulen einen kleinen Strom für meine Lampe liefert. Würde ich nun meinen Motor auf cos phi 1 kompensieren. Dann spar ich mir die Energie für meinen Motor, aber meine Lampe müsste dann auch seine volle Energie aus dem Netz beziehen um gleichstark leuchten zu können.

Ich kann mir also nur aussuchen wo ich meine Energie sparen kann, und ob es nun das eine oder das andere Gerät ist, ich zahle immer das gleiche.

Und in dem Fall spare ich mir lieber teure Netzteile und sonstige Kompensionen wenn es so nicht günstiger wird.

Oder worin liegt hier mein Denkfehler?

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wenn dein Zähler nur Wirkstrom misst interessiert ihn der Blindanteil deines Motors nicht wirklich! Der Lampe da Ohmsch ebenso wenig!

newcomer 23.10.2012, 23:17

EnBW hat super Kompensationsanlage in ihren Kraftwerken sprich Kondensatoren parallel, keine Sorge die Jungs in Stuttgart machen das schon!

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Coldnez 23.10.2012, 23:21

ja das interresiert dem zähler nicht. aber meinem geldbeuten schon :) weil ich ja dann für Strom zahle die ich selber erzeuge, bzw. gespeichert habe.

das ist wie wenn ich eine akkubatterie für das aufladen UND für das entladen bezahlen muss.

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Elektromatiker 24.10.2012, 22:44
@Coldnez

Das ist doch Unsinn. Bloß weil du zwischen Strom und Spannung einen Phasenversatz hast heißt das doch nicht, dass da irgendetwas erzeugt wird.

Nimm eine ideale Spule her, cos phi = 0. Die wird einmal mit magnetischer Energie vom Netz "geladen" und kurz drauf pendelt die Energie aus dem Feld halt wieder ins Netz zurück. Machst zu diesem Gedankenexperiment noch ne ohmsche Kiste in Reihe, dann hast dein Motor.

Da hat niemand was gewonnen oder verloren, aber das Netz wird halt unnötig belastet... so is das zumindest bei mir hängen geblieben.

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Coldnez 24.10.2012, 23:40
@Elektromatiker

sicher dass der Netz unnötig damit belastet wird? der newcomer meinte doch auch das die im Kraftwerk alles kompensieren, sprich die können von unsere Blindleistung ebenso profitieren.

Ideale spule im netzt wird aufgeladen (wirkleistung -> ich zahle dafür). energie wird kurzzeitig gespeicht und fließt wieder zurück ins netz (scheinleistung -> ich bekomme kein geld zurück) im kraftwerk wird meine blindleistung auf cos phi = 1 kompensiert und es ist dann so als ob die keine Energie geliefert haben, sondern ich habe nur die Phase verschoben und die EnBW verschieben es wieder zurück auf phi = 0 Grad.

Ich habe somit quasi Geld gezahlt weil ich mir elektrische Energie geborgt und dann wieder zurück gegeben habe. Das kann man dann quasi wie eine Bank vergleichen die aus dem nichts Geld machen kann...

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Für dich als Privatperson steht das eigentlich überhaupt nicht zur Debatte. Mir wurde einmal beigebracht, dass ab Anschlusswerten von über 50KW Kompensationsmassnahmen getroffen werden müssen. Ich glaube kaum, dass deine wohnung/Haus mit mehr als 50KW Anschlusswert an das Netz angeschlossen ist. Die Vorschriften/Richtlinien hinsichtlich dieser Zahl können sich aber mittlerweile wieder geändert haben.

Weiterhin ist es so wie du bereits selber sagtest und hier schon mehrfach erwähnt wurde, dass in Privathaushalten ausschliesslich Wirkleistungszähler zum Einsatz kommen. Also egal wieviel Blindleistung in deinem Hausverteilernetz entsteht, sie pendelt zwar auch durch den Stromzähler zur Spannungsquelle und damit auch durch deinen Stromzähler ,gezählt und somit bezahlt wird diese nicht

Dein Denkfehler liegt darin, dass z.B. Bei Spulen die induzierte Blindleistungsspannung immer entgegengesetzt der Spannungsquelle gerichtet ist und Somit die Blindleistung egal ob kapazitiv oder induktiv immer zwischen kapazitivem oder induktiven Widerstand und spannungsquelle pendelt, wenn nicht kompensiert wird. Wenn kompensiert wird ,z.B. mit hinzugeschalteter Spule oder hinzugeschaltetem Kondensator, dann pendelt die Blindleistung halt zwischen den jeweiligen Widerständen und den dazugeschalteten Bauelementen zur Kompensation. wie bereits ebenfalls schon erwähnt wurde sind z.B. immer mehr Netzteile in den Haushalten im Einsatz. Deswegen haben eigentlich alle Energieversorger auch eigene Kompensationsanlagen, weil wie gesagt für Anschlusswerte unter 50KW ist keine Kompensation vorgeschrieben und somit fallen die ganzen Privathaushalte alle weg. Diese erzeugen aber mächtig Blindleistung welche dann wie bereits gesagt bis zur Spannungsquelle also bis zum Kraftwerk zurück pendeln würde. Dadurch würden aber die Übertragungsleitungen enorm belastet, denn die Blindleistung muss auch transportiert werden, auch wenn man diese nicht effektiv nutzen kann, vorhanden ist sie aber trotzdem und Übertragungskapazität in Anspruch nehmen tut sie ebenfalls .

Zu guter letzt um deine Frage noch zu beantworten: Noch ist es so dass egal wie viel Blindleistung man erzeugt die dann hin und her pendelt ( vorausgesetzt 50KW nicht überschritten) man dafür NICHT bezahlen muss. Es zählt allein die verbrauchte Wirkleistung.

Coldnez 25.10.2012, 23:06

Du sagst "Zu guter letzt um deine Frage noch zu beantworten: Noch ist es so dass egal wie viel Blindleistung man erzeugt die dann hin und her pendelt ( vorausgesetzt 50KW nicht überschritten) man dafür NICHT bezahlen muss. Es zählt allein die verbrauchte Wirkleistung"

Würde denn das bedeuten das eine ideale Spule im Netz angeschlossen überhaupt keine Stromkosten enstehen? (da ich nur für Wirkleistung zahle) ? Denn bis jetzt war ich der Auffassung das bei positive Halbwelle der Blindleistung gezahlt werden muss, und die negative Halbwelle vom Wirkleistungszähler einfach ignoriert wird.

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ElektrikerMax 26.10.2012, 09:17
@Coldnez

Ja es entstehen keine Kosten, da der Zähler NUR die Wirkleistung erfasst , egal wie groß der cos phi ist.

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Coldnez 26.10.2012, 16:18
@ElektrikerMax

Demnach ist eine Kompensation für den privat Haushalt ( <50kW ) kein Ersparnis für meinen Geldbeutel.

Und mit einem idealen Transformator könnte man dann auch kostenlose Energie aus dem Netz ziehen, ohne das die Energie Erzeuger davon Wind bekämen.

Je größer die Spulen in meinen Elektromotoren, desto mehr Drehmoment haben diese. Und für ein größeres Drehmoment bezahle ich aber nicht mehr Geld da ja die Spule nur eine größere Blindleistung erzeugen für welches ich aber nicht zahlen muss. Sehe ich das richtig? Theoretisch könnte ich mit der kostenlosen Drehmoment meines Motors ganze Berge versetzten.. Naja ich weiß nicht, irgendwie hört sich das schon zu gut an um Wahr zu sein.

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ElektrikerMax 27.10.2012, 10:58
@Coldnez

,,Demnach ist eine Kompensation für den privat Haushalt ( <50kW ) kein Ersparnis für meinen Geldbeutel." Richtig!

,,Und mit einem idealen Transformator könnte man dann auch kostenlose Energie aus dem Netz ziehen, ohne das die Energie Erzeuger davon Wind bekämen."

Nein das funktioniert so nicht. Selbst wenn man einen idealen Transformator hätte, besteht die Spule des Transformators immer nur beim Anlegen einer WECHSELSPANNUNG ein zusätzlichem induktivem Widerstand. Aber egal ob man Wechselspannung oder Gleichspannung an eine Spule anlegt (muss ja nicht unbedingt ein Transformator sein) die spule besteht IMMER aus mindestens einem Ohmschen Widerstand (der Draht ist auch ein Widerstand genauso wie sämtliche andere Übertragungsleitungen auch einen Widerstand haben) Und NUR beim Anlegen einer Wechselspannung entsteht nun zusätzlich eine Induktivität also auch induktuive Blindleistung, bei Gleichspannung hast du nur den ohmschen Widerstand. Das heisst im Umkehrschluss egal ob du nun Wechsel oder Gleichspannung an die Spule anschliesst, sobald sie am öffentlichen Netz hängt bezieht sie elektrische WIRKLEISTUNG. Das gleiche trifft natürlich auch beim Trafo zu. Aus Benutzungsgründen schlieesst man hier naturgemäß nur Wechselspannung an, weil er nur bei dieser Spannungsform auf der Skundärseite eine Spannung induziert wird. Bestes Beispiel meiner Meinung nach ist das Handyladegerät. darin befindet sich auch ein Trafo, wenn er auch etwas kleiner ist um die kompakte Bauform der heutigen Ladegeräte zu ermöglichen. steckst du nun das Ladegerät in die Steckdose, nimmt es bereits eine Leistung aus dem öffentlichen Netz auf, obwohl an der Sekundärseite noch gar keine Last aufgeklemmt ist( in diesem Fall der Handyakku zum Laden). Früher konnte man das noch eifacher bemerken, da wurde das Handy-Ladegerät warm als es in der Steckdose steckte obwohl gar kein Handy zum Laden angeschlossen war.

,,Je größer die Spulen in meinen Elektromotoren, desto mehr Drehmoment haben diese. Und für ein größeres Drehmoment bezahle ich aber nicht mehr Geld da ja die Spule nur eine größere Blindleistung erzeugen für welches ich aber nicht zahlen muss. Sehe ich das richtig? Theoretisch könnte ich mit der kostenlosen Drehmoment meines Motors ganze Berge versetzten.. Naja ich weiß nicht, irgendwie hört sich das schon zu gut an um Wahr zu sein."

Nein so richtig ist das wiederum nicht. Du hast recht wenn du die Spulen in deinem Motor anders also größer dimensionierst, dann geben sie mehr Drehmoment an der Motorwelle ab. Mehr abgegebenes Drehmoment bedeutet aber wiederum mehr abgegebene mechanische Leistung, und mehr abgegebene mechanische Leistung heisst zu guter letzt mehr aufgenommene elektrische WIRKLEISTUNG, die dann durch den Zähler erfasst wird. ( natürlich auch mehr erzeugte Blidleistung die erzeugt wird)

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