Zahlt die private Haftpflicht die Kosten für die Beseitigung von Wildschaden?

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10 Antworten

 Wir haben erfahren, dass sein Bruder nicht angegeben hat, dass der Wagen einen Vorschaden hatte (die Fahrertür musste mal- bevor mein Freund das Auto übernommen hat- wegen eines kleinen Zusammenstoßes auf einem Privatgelände ausgetauscht und neu lackiert werden, wurde alles privat gemacht).

Hierzu wäre es zunächst einmal wichtig die genaue Fragestellung auf dem Formular und die dazu exakt angegebene Antwort zu kennen. In diesem Fall ist es wichtig zwischen behobenen Schäden (Vorschäden) und nicht behobenen Schäden (Altschäden) zu unterscheiden.

" kann für so etwas auch die private Haftpflicht einspringen

Das zahlt wenn nur die Kfz-Haftpflichtversicherung.

Wie hierzu jedoch die Rechtslage der Kommune aussieht, in Bezug auf verschulden kann ich nicht beantworten. Ich habe aber arge Zweifel das diese überhaupt einen Anspruch hat.

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Brumm87 02.03.2016, 15:57

Leider weiß ich nicht, was genau in dem Formular geschrieben stand. Ob "Alt"- oder "Vorschaden".

Wahrscheinlich hat er es nicht angegeben, weil der "Vorschaden", also die beschädigte Tür, schon ein Weilchen her ist und auch in keinster Weise die Fahrweise beeinträchtigt hat. Wir haben selber nicht mehr daran gedacht.

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KfzSVnrw 02.03.2016, 15:59
@Brumm87

Es wäre halt nur sehr wichtig den Sachverhalt genau zu überprüfen, ob die Leistungsverweigerung deswegen berechtigt war.

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Unwahre (also FALSCHE) Angaben stellen eine erhebliche Obliegenheitsverletzung dar. Dadurch wird der Versicherer von der Leistung frei. 

Er ist zwar gesetzlich verpflichtet, den Haftpflichtschaden zu ersetzen, wird aber auch dabei den Verursacher in Regress nehmen.

WÜTEND solltet ihr auf den sein, der versucht hat, die Versicherung zu betrügen.

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Brumm87 02.03.2016, 15:01

Vielen Dank für die schnelle Antwort. 

Ja, ich muss sagen, ich bin auch eher wütend auf den Bruder meines Freundes, auch wenn ich weiß, dass er es nicht absichtlich nicht angegeben hat. Mal sehen, was sich da noch machen lässt...

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Unwahre (also FALSCHE) Angaben stellen eine erhebliche Obliegenheitsverletzung dar. Dadurch wird der Versicherer von der Leistung frei. 

Er ist zwar gesetzlich verpflichtet, den Haftpflichtschaden zu ersetzen, wird aber auch dabei den Verursacher in Regress nehmen.

WÜTEND solltet ihr auf den Sein, der versucht hat, die Versicherung zu betrügen.

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Die private Haftpflichtversicherung kann den Schaden bedingungsgemäß nicht regulieren, da dort Schäden im Zusammenhang mit dem Betrieb zulassungspflichtiger Kfz grundsätzlich ausgeschlossen sind.

Die Kosten für die Beseitigung des Kadavers und die Straßenreinigung erscheinen angemessen. Die Verjährungsfrist für diese Forderung beträgt 3 Jahre - sie wurde also rechtzeitig erhoben.  Das Forderungsschreiben solltet ihr dem Kraftfahrthaftpflichtversicherer zuleiten, dieser wird die Forderung ausgleichen. Mit einer Regressnahme durch den Versicherer wäre nur in eng begrenzten Fällen zu rechnen, z. B. wenn die bei der Meldung des Kaskoschadens gemachten falschen Angaben auch für den Kraftfahrthaftpflichtschaden  Relevanz besäßen, oder eine arglistige Täuschung vorzuwerfen wäre.

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Hallo noch einmal...

Vielen Dank noch mal an alle, die hier ihre Tipps dagelassen haben. Das war auf jeden Fall hilfreich. Noch eine Sache und dann mache ich hier Schluss, da es Zeit wird, sich selber um die Dinge zu kümmern.

Mein Freund und ich überlegen nämlich gerade, dass wir uns von seinem Bruder und dessen Freundin (die sich hauptsächlich um die Sache kümmern "wollte") die ganzen Unterlagen holen wollen, in denen der Schriftverkehr zwischen ihnen und der Versicherung bzw. den eingeschalteten Anwalt  drin steht. Wir sind neugierig (oder viel mehr besorgt!), was überhaupt besprochen wurde.

Da sie bald im Urlaub ist und sich eine Weile nicht mit der Angelegenheit auseinandersetzen kann, will sie uns eine Vollmacht geben, damit wir uns drum kümmern, sofern es möglich ist. 

Es ist zwar nur eine Mutmaßung, aber aus gegebenen Anlass (ich habe gestern mit ihr telefoniert und für mich sind einige Dinge plötzlich fragwürdig) haben wir den Verdacht, dass die beiden sich irgendwie gar nicht drum gekümmert haben wie sie erzählt. (Schön, es nach einem Jahr zu erfahren...)

Wie ich im Telefonat raushören konnte,  denkt die Versicherung, dass das Auto nach dem Unfall noch fahrtüchtig war und wir mit dem beschädigten Auto an unser Ziel gekommen sind. Dass uns der ADAC abgeschleppt und uns einen Leihwagen gegeben hat, wissen sie scheinbar nicht! Ich weiß nicht, in wie weit es relevant ist für die Versicherung und ob sich dann an der Sache was ändert. Und OB es überhaupt noch möglich ist, die Aussage zu ändern (denn das Auto war NICHT mehr fahrtüchtig und das wussten die beiden ja!) oder ob es wieder irgendeine Art von Betrug ist... Fragen über Fragen und ich bin wütender als je zuvor!

Das Ende vom Lied ist jedoch immer noch, dass wir zahlen müssen und jetzt auch wissen, dass wir uns um alles selber kümmern werden. 

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@Brumm87,

diese Geschichte muss der Versicherungsnehmer klären. Die Kfz-Haftpflichtversicherung müsste zwar zahlen, aber kann den VN wieder in Regress nehmen.

Wer in Hessen für die Beseitigung von Tierkörpern zuständig ist weiß ich nicht. Aber die Beseitigungskosten kann man dem Fahrzeughalter in Rechnung stellen..

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Ihr seid also im ADAC. Habt ihr auch eine Verkehrsrechtsschutzversicherung dort (oder der Bruder)? Die ist nämlich äußerst empfehlenswert.

Das "Verschweigen" des Vorschadens hat dahin gehend Bedeutung, dass der Wert des Fahrzeuges, den die Versicherung regulieren soll, evtl. höher ausfällt, als er ist. Dennoch kann man nicht pauschal sagen, dass ein Vorschaden den Wert des KfZ immer wirklich beeinflusst. Von daher sehe ich den Versicherer nicht pauschal leistungsfrei. Versicherer versuchen es natürlich trotzdem gerne ;) Allerdings solte man sich fachkundig (Anwalt) dagegen wehren! Um welche Versicherung handelt es sich eigentlich?

Dass die Privathaftpflichtversicherung hier völlig irrelevant ist, wurde bereits ausreichend geschrieben. Und ob die getötete Sau eine hatte, halte ich zumindest für unwahrscheinlich. Oder wenn die Sau jemandem gehört hätte, dann wäre dessen Tierhalterhaftpflicht noch ein Thema ;)

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Wenn die Kommune dazu eine Verordnung hat, dann zieht sie die Kosten vom Unfallverursacher ein. Das ist noch längst nicht verjährt. 

Wenn ihr im ADAC seid, dann könnt ihr euch selbstverständlich dort beraten lassen.

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Private Haftpflicht und KFZ-Schäden beißen sich.

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Brumm87 02.03.2016, 16:53

Ja, das dacht ich mir. Habe trotzdem überlegt, ob diese vielleicht nur die Kosten für die Beseitigung des Tierkadavers übernimmt. Aber scheinbar ja nicht. 

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In ihrem Fall sollte selbst die Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung den Schaden ablehnen !

Es ist unschlüssig wenn Sie bzw. der Versicherungsnehmer  behaupten, dass die Versicherung aufgrund eines nicht bekannten Vorschadens die Zahlung verweigert. 

Vielmehr kommt  der Verdacht auf, dass nach dem Wildschaden versucht wurde, der Versicherung einen bereits vorhandenen Vorschaden, als Neuschaden anzuzeigen .

Ab dieser Stelle muss man leider von Betrug schreiben. Zumindest von versuchtem Betrug. 

Sofern meine These zutrifft,  bleiben sie  auf den Kosten sitzen.

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Brumm87 03.03.2016, 13:07

Darf ich fragen, ob es Ihr Verdacht ist oder denken Sie, dass sich die KFZ- Versicherung diese Gedanken macht!? Wenn es Ihr Verdacht ist, da möchte ich mich gerne wehren. 

Ich dachte, es sei nicht wichtig in meiner Fragestellung zu erläutern, wie der Wildunfall passiert ist. Denn es ging nur darum zu erfahren, ob evtl. eine private Haftpflichtversicherung die Kosten für die Beseitigung des Kadavers übernehmen würde. Dass es nicht so ist, habe ich jetzt auch erfahren. Das heißt, wir müssen bezahlen.

(Trotzdem) Zum Unfall: Wir sind auf einer dreispurigen Autobahn gefahren ca. 100 kmh, linke Fahrspur. Und plötzlich kam das Schwein von rechts angelaufen. Ist allen Autos, die neben uns fuhren, ausgewichen und uns "erwischt"! Ein Wunder, dass nicht mehr passiert ist.  Die Polizei, die den Schaden aufgenommen hat, hat alles notiert, genauso wie der ADAC, der uns abgeschleppt hat: Kühlung kaputt, wirtschaftlicher Totalschaden. Die Fahrertür, an der der "Vorschaden" war, hatte keinen Kontakt mit dem Wild, nichts war verzogen... Natürlich, der besagte Mensch, der Versicherungsnehmer, der das Formular ausgefüllt hat, hätte es angeben müssen, dass da vorher mal etwas an der Tür gewesen ist, leider hat er es verplant oder wie auch immer und nicht gekennzeichnet.

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MoechteAWissen 03.03.2016, 19:49
@Brumm87

Zur Haftpflicht :

Die private Haftpflicht - Versicherung leistet normalerweise nicht, für Schäden die sich aus dem Betrieb eines Fahrzeuges ergeben . 

Zum Wildschaden :

Sie beschreiben einen Teilkasko-Schaden.  Hätte der Versicherungsnehmer wahrheitsgemäß geantwortet, dann wäre der Schaden komplett bezahlt worden. 

Doch er wollte  sich auf Kosten  der Versicherung bereichern...

Selbst Schuld!

Mitleidsskala: 0%

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Brumm87 05.03.2016, 16:51
@MoechteAWissen

Ihr Mitleid brauch ich nicht, danke! 

Und wenn Sie sich die Kommentare richtig durchgelesen hätten, würden Sie sich auch ihren "Selbst Schuld!"- Kommentar sparen! 

Sehr, sehr negativ....

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