Zahlt die Leihfirma zu wenig? Kann ich dagegen klagen?

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10 Antworten

Im Gesetz  steht, dass Leiharbeitnehmer nach neun Monaten im Betrieb den gleichen Verdienst erhalten sollen wie ihre fest angestellten Kollegen (Equal Pay).

Dieses Gesetz gilt allerdings erst ab 1. April 2017, da beginnt also die "Zeitrechnung".

Was willst Du jetzt rückwirkend einklagen?

PJBBWW 02.11.2017, 09:36

Vielen Dank, genau das meinte ich. 

Mir geht es jetzt darum ob ich seit der Änderung die Differenz einfordern kann.

Also seit dem 1. April monatlich die 500€(netto) = 7 Monaten verlangen.

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Hexle2 02.11.2017, 09:38
@PJBBWW

Seit 1. April sind noch keine neun Monate vergangen. Rückwirkend, also bevor das Gesetz in Kraft getreten ist, kannst Du die Zeit die Du im Betrieb schon als Leiharbeitskraft bist, nicht rechnen.

Wenn Du im jetzigen Betrieb im Januar 2018 noch beschäftigt bist, sind Deine neun Monate vorbei, das wäre der Zeitpunkt, ab dem Dir der höhere Lohn zustehen würde.

Vielleicht hast Du ja die Chance, einen festen Arbeitsvertrag im Betrieb zu bekommen, wenn man mit Deiner Arbeit zufrieden ist und genug Arbeit hat (bei uns im Betrieb wurden in den letzten Jahren über 100 Leiharbeitnehmer übernommen).

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KiwiRST 02.11.2017, 09:58

Okay, also das mit diesem Equal Pay ist mir auch neu. ;)

Finde ich aber gut.

Aber dass man rückwirkend etwas einfordern kann, wäre ja nur Verlust für die Zeitfirma.

War selber auch mal Leiharbeiter, ist aber schon paar Jahre her. Hab seither ne tolle Karriere hinter mir. =)

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Hexle2 02.11.2017, 10:01
@KiwiRST


Aber dass man rückwirkend etwas einfordern kann, wäre ja nur Verlust für die Zeitfirma.

Deshalb habe ich auch geschrieben, dass die Rechnung mit den neun Monaten erst mit Inkrafttreten des Gesetzes am 1. April beginnt.

War selber auch mal Leiharbeiter, ist aber schon paar Jahre her. Hab seither ne tolle Karriere hinter mir. =)

Glückwunsch. Genau darum habe ich auch geschrieben, dass es auch über die Zeitarbeit immer wieder die Möglichkeit zur Festanstellung gibt.

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Da habe ich doch meine starken Zweifel, dass da was zu machen ist.

Du hast einen Arbeitsvertrag mit einer Teilzeitfirma und die Angestellten in dem Unternehmen haben eine feste Anstellung in demselben und einen anderen Arbeitsvertrag bekommen.

Das kannst Du nicht vergleichen und ich persönlich habe noch nie gehört, dass man da ein Anrecht hat, das Gleiche zu verdienen.

Diesem Unternehmen, wo Du grade bist, wird zwar monatlich ein viel höherer Betrag in Rechnung gestellt, aber die Teilzeitfirma will ja auch noch Profit machen, die arbeiten ja nicht umsonst und haben auch Mietkosten und Angestellte auszuzahlen.

lg Lilo

Hexle2 02.11.2017, 09:32

Du hast einen Arbeitsvertrag mit einer Teilzeitfirma

Das soll wohl "Zeitarbeitsfirma" oder "Leihfirma" heißen.

 ich persönlich habe noch nie gehört, dass man da ein Anrecht hat, das Gleiche zu verdienen.

"Equal Pay" gilt seit 1. April 2017. Das bedeutet, ein Zeitarbeiter hat nach neun Monaten im gleichen Entleihbetrieb denselben Lohn zu erhalten wie ein Stammmitarbeiter des Entleihers

https://www.lohndirekt.de/lohnupdate/zeitarbeit-neuerungen-fuer-2017-6976.html

 

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Familiengerd 02.11.2017, 12:37

Das kannst Du nicht vergleichen

Aber man kann Tätigkeiten und Qualifikationen vergleichen!

Es war schon vor der Novellierung des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes AÜG so, dass auf Arbeitnehmer, die von der Zeitarbeitsfirma an einen Kundenbetrieb ausgeliehen wurden, die gleichen Arbeitsbedingungen anzuwenden waren, die für vergleichbare Arbeitnehmer des Kundenbetriebes galten!

Von dieser Bestimmung durfte nur abgewichen werden, wenn auf den Leiharbeitnehmer einer der beiden Tarifverträge für die Zeitarbeit (BAP/BZA oder iGZ) anzuwenden war; in dem Fall galten dann die tariflichen höheren oder niedrigeren (je nach Lohnniveau des Kundenbetriebs) Lohnsätze.

Waren die Lohnsätze nach dem Zeitarbeits-Tarif niedriger als im Kundenbetrieb, galten für bestimmte Branchen Anpassungstarifverträge, die die Differenz teilweise oder ganz ausgeglichen haben.

und ich persönlich habe noch nie gehört

Ich nehme mit Sicherheit an, dass es Vieles gibt, was Du (wie jeder andere Mensch auch) "noch nie gehört" hast.

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Kommt drauf an, was in deinem Arbeitsvertrag steht.

Auf jeden Fall muss der Mindestlohn von derzeit 8,84€ pro Stunde eingehalten werden! Jemand der in Vollzeit 160h pro Monat arbeitet, muss also mindestens 1400€ Brutto verdienen.

Antworten gab es ja schon genug, nur noch ein Hinweis:

Du musst immer den Bruttolohn vergleichen.

Das ein Arbeitnehmer mal mehr netto bekommt als der andere kann halt auch an Steuerklasse, Kinderfreibeträge etc liegen.

PJBBWW 02.11.2017, 11:16

Das habe ich alles abgeglichen und wir haben die gleichen Voraussetzungen. Trotzdem danke

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Eigentlich nicht, da die Anpassung wohl erst jetzt in Kraft getreten ist.

Aber du kannst dich ja mal bei denen informieren. Oder Anwalt.

Du bist aber nicht bei der Firma angestellt, die die ausgeliehen hat, sondern bei der, die dich verliehen hat.

Mit DER hast du einen Vertrag bzgl deines Gehaltes geschlossen, damit warst du zum Zeitpunkt der Unterzeichnung einverstanden.

Das du an andere Firmen verliehen werden solltest, sollte aus der Bezeichnung ‚leiharbeiter‘ klar sein, was die fort fest angestellten verdienen kann DIR völlig egal sein, da dein Arbeitsvertrag mit einer andeeen Firma geschlossen wurde!

Was kannst du tun?

Bewirb dich dich bei der Firma dich dich jetzt ausgeliehen hat und kündige im Erfolgsfall bei der zeitarbeitsfirma

Familiengerd 02.11.2017, 12:42

was die fort fest angestellten verdienen kann DIR völlig egal sein

Erstens muss einem betroffenen Leiharbeitnehmer das überhaupt nicht "völlig egal" sein (es gibt auch nicht umsonst seit langem eine politische und gesellschaftliche Diskussion darüber!!).

Zweitens gehst Du mit diesem schnodderigen Abtun an der rechtlichen Wirklichkeit vorbei!!

Siehe dazu die Antwort von Hexle2 und meinen Kommentar zur fehl gehenden Antwort von LiselotteHerz!

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Wenn du Berufs-Rechtsschutz versichert bist, dann gehe zu einem Anwalt.

So als Laie glaube ich nicht, dass du rückwirkend einklagen kannst


Wie lange arbeitest du schon in dieser Firma als Leiharbeiter?

jeder fachanwalt für arbeitsrecht kann das

Was arbeitest du auch für eine Ausbeuter/Sklaven-Firma?

KiwiRST 02.11.2017, 09:21

Ich gebe dir recht, das Leiharbeitsfirmen wirklich Ausbeuter sind. Aber leider ist es nun mal so, dass es Leute gibt, die sich auf alle möglichen Stellen bewerben, jedoch nur Absagen bekommen.

Und wenn mir da eine Leihfirma eine Stelle anbietet, dann nehme ich diese, sofern sich nichts anderes ergibt, auch an.

Ist immer noch besser als Hartz4 zu beziehen...!

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Familiengerd 02.11.2017, 12:45

@ Fengulia, @ KiowiRST:

Ausbeuter/Sklaven-Firma

das Leiharbeitsfirmen wirklich Ausbeuter sind

Auch bei Berücksichtigung der Tatsache, dass es in diesem Bereich (überproportional) viele "schwarze Schafe" gibt, ist diese Aussage so pauschal objektiv schlichtweg polemischer Unsinn!!

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