Zählt die Länge der Betriebszugehörigkeit trotz regelmäßiger, jährlicher Kündigung?

4 Antworten

Für Arbeitgeber und Arbeitnehmer gelten unterschiedliche Kündigungsfristen.
Diese sind gesetzlich für Arbeitnehmer günstiger ausgelegt, da AN gegenüber dem AG in der Regel sozial schwächer gestellt ist.

Die Kündigungsfristen gegen einen AN errechnen sich nach einem Schema "Lebensalter + Betriebszugehörigkeit in Jahren". Die daraus errechnete Kennzahl bestimmt dann die Kündigungsfrist.

Ist die Kennzahl bspw. 50, stehen darauf 3 Monate Kündigungsfrist.

Ab 51 sind es schon 4 Monate. Wie sich die Tabelle weiter darstellt, kann ich nicht sagen.

Aber umgekehrt muss ein AN, wenn er selber kündigt nur 1 Monat Kündigungsfrist einhalten. Punkt.

Seine Aussage, dass Sie mehrere Monate KF einhalten müssten, entspricht nicht den Tatsachen.

Das einzig Richtige ist die Aussage, dass Arbeitnehmer gegenüber Arbeitgebern sozial schwächer gestellt sind.

Alles Andere ist aber ziemlich "abenteuerlich phantasiert"!

Was sollen denn die "Kennzahlen" und die "Tabelle" und woher hast Du das denn überhaupt?

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@Familiengerd

An meiner letzten Arbeitsstätte ist die Kündigungfrist mir genauso vorgerechnet worden. Ich hätte nur entweder 1 Jahr älter sein oder 1 Jahr länger im Betrieb sein müssen, dann hätte ich 4 Monate bekommen. Ich war grad an der Grenze.

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@RhoMalV

Das Alter spielt bei den Kündigungsfristen überhaupt keine Rolle.

Die Regelungen im Gesetz (BGB § 622 Abs. 2 Satz 2), wonach Zeiten der Betriebszugehörigkeit vor Vollendung des 25. Lebensjahres bei der Berechnung der Kündigungsfrist, die der Arbeitgeber einzuhalten hat, nicht berücksichtigt werden, darf seit Jahren nicht mehr angewendet werden, weil sie gegen europäisches Recht verstößt (mittelbare Altersdiskriminierung).

Die gesetzlichen Kündigungsfristen, die der Arbeitgeber einzuhalten hat, sind in den ersten beiden Jahres die gleichen wie die für den Arbeitnehmer: 4 Wochen zum 15. oder zum Ende eines Kalendermonats.

Danach werden die Fristen für den Arbeitgeber gestaffelt länger je nach Dauer des Arbeitsverhältnisses.

Vertraglich dürfen längere Fristen vereinbart werden, z.B. so, dass die für den Arbeitgeber auch für den Arbeitnehmer gelten sollen; nur dürfen die Fristen für den Arbeitnehmer nicht länger sein als die für den Arbeitgeber.

Kürzere als die gesetzlichen Fristen dürfen nur tarifvertraglich vereinbart werden (von zwei besonderen Ausnahmen abgesehen).

Für welches Land soll denn die von Dir beschriebene Regelung gelten? Jedenfalls nicht für Deutschland!

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@Familiengerd

Sie ist wahrscheinlich relativ neu. Denn zuvor wurde ja verstärkt das Alter bei den Kündungsfristen berücksichtigt.

Und das, was mich betrifft, fand bei mir in Deutschland statt.

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@RhoMalV

Ich kenne ja die - wahrscheinlich arbeits- oder tarifvertraglichen - Regelungen nicht, nach denen hier vorgegangen wurde.

Da ist auch nichts "relativ neu".

Kündigungsfristen, die sich am Alter des Arbeitnehmers orientieren, sind nicht erlaubt, wohl aber (wie im Gesetz) an der Dauer der Betriebszugehörigkeit - was in vielen Fällen dann praktisch dazu führt, dass ältere Arbeitnehmer dann doch unter dem Schutz längerer Kündigungsfristen stehen als jüngere.

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Wenn in Deinem Arbeitsvertrag nichts anderes geregelt ist, dann beträgt Deine Kündigungsfrist 4 Wochen (28 Tage!) zum Monatsende.

Wenn Du in der Vergangenheit eine Kündigung mit einer Frist von 14 Tagen durch den Arbeitgeber immer akzeptiert hast, dann ist das Dein eigenes Problem und läßt sich nun auch nicht mehr ändern.

So ist es.

Hier wäre auch wichtig zu erfahren, was vertraglich grundsätzlich vereinbart ist.

Diese ständigen Kündigungen mit kurzen Unterbrechungen des Arbeitsverhältnisses haben aber keine Auswirkungen auf die Gesamtdauer des Beschäftigungsverhältnisses - das wird dadurch nicht beeinträchtigt, sondern zählt von Anfang an.

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Ich finde das zwar ziemlich seltsam aber die Frage ist wie das vertraglich geregelt ist. Wenn deine Betriebszugehörigkeit immer wieder übernommen wird dann bist du wirklich 16 Jahre im Betrieb. Wenn nicht dann nicht. Kündigungsfristen stehen im Vertrag

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